Tipps & Tricks 05.04.2018, 06:00 Uhr

Was gibts als Ersatz für Secunia PSI?

Der Software-Updater Secunia PSI wird am 20. April 2018 eingestellt. Braucht es überhaupt Ersatz? Und wenn ja – welchen?
Über Jahre hinweg hat der kostenlose Software-Updater Secunia PSI vielen Anwendern nützliche Dienste erwiesen. Secunia PSI klapperte die Liste der installierten Programme ab und meldete dem Nutzer, wenn es für dieses oder jenes ein wichtiges Sicherheitsupdate gab. Der Update-Check konnte entweder manuell erfolgen oder – wenn PSI im Hintergrund lief – auch regelmässig. Doch – «klapperte», «meldete», «gab» – warum die vielen Vergangenheitsformen? Secunia wurde vor wenigen Jahren von Flexera Software übernommen. Kürzlich hat jene angekündigt, den mit Secunia mitgekauften PSI (Personal Software Inspector) per 20. April 2018 einzustellen. Eine entsprechende Info wurde auch in der Secunia-PSI-Community publiziert.
Wir haben vor ein paar Jahren verschiedene Updater verglichen und waren von keinem so richtig begeistert. Die einen zeigten Updates an, obwohl die installierte Version mit der neusten Version übereinstimmte. Andere haben keine Updates gefunden, obwohl welche dagewesen wären, andere wiederum haben übereifrig versucht, neuere englische Softwareversionen über die deutsche drüber zu installieren, wiederum andere waren mit Werbung vollgestopft oder verwendeten zweifelhafte Links für die Installation der Updates. Und fast alle drängelten bei jedem Klick dazu, sich doch bitte die kostenpflichtige Version des Updater-Tools zu kaufen. Am besten schnitt noch PSI ab.
Die Situation ist immer noch ähnlich. Und jetzt, da PSI wegfällt, häuft sich die Frage nach einem Ersatz. Von den Antivirus-Herstellern Avira und Kaspersky gibts kostenlose Update-Checker. Die sind sich aber nicht einig darüber, was aktualisiert werden sollte, wie ein Kurzcheck auf einem unserer Testlaptops zeigt.
Und etwas gilt für alle kostenlosen Update-Prüfprogramme: Hilfreich ist in diesen ausschliesslich die Auflistung der updatewürdigen Programme. Klicks auf irgendwelche anderen Links oder Buttons führen praktisch immer zu einer Kaufaufforderung. Lesen Sie erst unsere nachfolgenden Einschätzungen, bevor Sie sich entscheiden.
Avira Free Software Updater: Das Programm gäbe es auf der offiziellen Downloadseite bei Avira. Bei der Installation klicken Sie auf Akzeptieren und Installieren und bestätigen Sie die Rückfrage der Benutzerkontensteuerung. Klicken Sie nach der Installation auf Avira öffnen. Das Tool legt los und meldet auf unserem Testsystem acht veraltete Programme: Bei Mozilla Thunderbird hatte das Tool Recht. Jenes hätte sich aber – wie üblich bei Mozilla-Programmen – beim nächsten oder übernächsten Start von selbst aktualisiert. Es meldete auch verfügbare Updates für die installierten 32- und 64-Bit-Versionen von Java. Das wäre sehr wichtig gewesen, wenn es zugetroffen hätte: Java kennt erstens eine eigene Update-Prüfung, deren Meldungspopups jeweils kaum zu übersehen sind. Zweitens handelte es sich bei den installierten Versionen um die neusten. Weiter meldete Avira gleich fünf updatewürdige Versionen der Microsoft Visual C++-Runtimes. Die sind jedoch Bestandteil von Windows-Update; auch die würden sich sich bei einem der nächsten Windows-Updates nachinstallieren. Der letzte Update-Hinweis war indes wieder sinnvoll: Von IrfanView gab es in der Tat eine neuere Version, bei deren Installation die Nutzer selbst Hand anlegen müssen.
Acht Programme sind veraltet, meldet Avira
Kaspersky Free Software Updater: Der zweite angetestete Update-Checker ist ein ähnliches Tool von Kaspersky. Laden Sie es von der Kaspersky-Webseite herunter und installieren Sie es. Nach dem Klick auf Fertig stellen startet die Bedienoberfläche. Klicken Sie auf Nach Updates suchen und geben Sie den Tool etwas Zeit. Dieses Tool entdeckte mit Thunderbird und IrfanView zwei updatebedürftige Programme. Und zwar jene, die in der Tat ein Update gebraucht hätten. Es hat korrekt erkannt, dass Java aktuell war.
Kaspersky findet auf demselben System nur zwei erforderliche Updates
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SUMo Lite – Fazit, Empfehlung und Kommentar

SUMo Lite: Der Software-Update-Monitor (SUMo) ist ein Klassiker unter den Software-Updatern mit einer nicht zu unterschätzenden Fangemeinde. Laden Sie die kostenlose Version von SUMo herunter; achten Sie darauf, dass Sie nicht aus Versehen die kostenpflichtige Pro-Version erwischen. Akzeptieren Sie die Lizenzbedingungen und legen Sie im Zuge der Installation fest, ob Sie auf dem Desktop, im Startmenü ober in der Schnellstartleiste eine Verknüpfung dazu wollen. Die Installation erfolgt zwar in Englisch; das Programm selbst startet danach aber in Deutsch. Klicken Sie auf Installierte Software automatisch erkennen. Es rattert durch Ihre installierten Programme und zeigt eine eindrückliche Liste an. Benutzen Sie nun Auf Updates Ihrer installierten Software prüfen. Es zeigte bei uns fünf Updates an: IrfanView, Thunderbird, den Tor-Browser (der war nur als portable App auf dem System installiert) sowie zwei offenbar veraltete Gerätetreiber. Nicht schlecht! Bei den Treibern dürften Einsteiger überfordert sein, aber fortgeschrittene Anwender könnten diese Informationen nützlich finden.
SUMo richtet sich eher an fortgeschrittene Anwender
Fazit: Die Update-Tools zeigen nur an, bei welchen Programmen Sie im Moment gezielt nach Updates suchen sollten. Die Installation der Updates müssen Sie weiterhin selbst durchführen. Das ist meist schnell erledigt: Kaum startet man ein betroffenes Programm, dürfte dessen eigener Update-Checker anspringen und die Installation der neuen Version vorschlagen. Bei vielen anderen kann man über ein Menü wie Hilfe/Über entweder die Webseite des Herstellers aufrufen oder das programmeigene Update direkt anstossen.
Und welches ist für wen? Einsteiger, die nicht auf einen Update-Checker verzichten wollen, greifen am ehesten zum Kaspersky Software Updater. Er präsentiert sich ohne viel Schnickschack und ohne verwirrende Einträge. Fortgeschrittene Anwender greifen aber wohl besser zu SUMo. Es bietet zwar auch keine automatischen Updates an (die stecken natürlich in der kostenpflichtigen Version), aber bietet z.B. bei portablen Programmen einen Rechtsklick an, gefolgt von Enthaltenen Ordner öffnen. Dass es auch ein paar fehlende Treiberupdates findet, ist für die erfahrene Nutzergemeinde noch das Sahnehäubchen.
Gaby Salvisberg
Kommentar der Autorin (Gaby Salvisberg):
Braucht es überhaupt einen Update-Checker?
Vor vielen Jahren war ich noch sehr froh um Secunia PSI. Ich muss allerdings sagen, dass ich es auf meinen eigenen Windows-Rechnern inzwischen schon seit mindestens drei Jahren nicht mehr einsetze. Es hat zu sehr an der System-Performance geknabbert. Ausserdem stellte ich fest, dass es eigentlich kein solches Programm mehr braucht! Nicht nur Windows und die verschiedenen Webbrowser, sondern auch immer mehr andere Programme updaten sich selbst oder informieren die User darüber, wenn wichtige Updates bereitstehen. Ausserdem sind zwei, drei mögliche Schädlings-Magneten inzwischen von all meinen PCs verbannt: QuickTime ist schon lange von der Platte geflogen, Microsoft Silverlight und – das grösste Übel – Adobe Flash ebenfalls. Bei anderen Anwendungen schaue ich selbst von Zeit zu Zeit beim Hersteller vorbei. Jene, bei denen das noch nötig ist, werden aber wirklich immer weniger. (PCtipp-Forum)



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