Tests 09.06.2016, 08:14 Uhr

Test: Sony Xperia X

Das Sony Xperia X ist das neue Vorzeigemodell der Japaner. Auf den ersten Blick vermag das Kompakt-Handy durchaus zu überzeugen. Wir haben aber genauer hingeschaut.
Das Xperia X ist das neue Smartphone von Sony. Schon an einem Vorab-Event machten uns die Schweizer Sony-Vertreter schmackhaft, dass man vor allem die Kamera und die Akkulaufzeit verbessert hat. Wäre da nur nicht die komplizierte Modellpositionierung. Denn die Z-Reihe belässt Sony nach wie vor im Programm, und vom neuen Smartphone gibt es gleich vier Versionen, darunter das etwas abgespeckte Einstiegsmodell XA und das «X Performance» als Spitzenmodell. Mit dem «XA Ultra» ist überdies ein 6-Zoll-Phablet vertreten.
Das Sony Xperia X ist inoffiziell doch noch wasserdicht
Quelle: PCtipp

Wo reiht sich das Xperia X ein?

Wahrscheinlich wird das Sony Xperia X, das uns der Hersteller zum Testen mitgegeben hat, das meistverkaufte Modell der Reihe sein. Das 329-Franken-Einstiegsmodell XA ist von der Hardware her ein wenig abgespeckt (Vierkern-Prozessor, HD-Auflösung, 13-Mpx-Kamera – das Xperia X hat einen Sechskerner, Full-HD-Auflösung und eine 23-Mpx-Kamera). Beide Telefone fühlen sich aber ähnlich an. Das XA eigne sich ideal für User, die weniger Wert auf Dinge wie eine High-End-Kamera legen und ein geringes Gewicht schätzen, meinte ein Sony-Vertreter vor Ort. Nur fängt hier schon das Grübeln an, zumal es schon im besseren Midrange-Bereich gute Top-Smartphones ab 349 Franken gibt. Man denke nur schon an das Nexus 5X. So war auch eine meiner ersten Frage an Sony, warum denn beispielsweise das 5 Zoll grosse Xperia X nun auf einmal nicht mehr wasserdicht ist. Die Antwort ging in die Richtung, dass das Xperia X inoffiziell eigentlich doch noch wasser- und staubdicht ist. Interne Marktforschungen hätten ergeben, dass IP-Schutzklassen bei der Handy-Wahl in der Regel nicht kaufentscheidend seien.
Von links nach rechts (bzw. von hoher zu niedriger Leistung): das Xperia X Performance, das Xperia X und das Xperia XA
Wahrscheinlich hatte Sony in der Vergangenheit öfters mit verärgerten Kunden zu tun, die stundenlang unter Wasser gefilmt hatten. Verwundern würde das nicht, hat doch Sony selber jenes Marketingkriterium gerne immer wieder in den Mittelpunkt gerückt, um es den Nutzern unterschwellig ins Bewusstsein zu rücken. Trotzdem, und das fällt schon auf den ersten Blick auf, ist das neue Xperia X teurer als sein bestes Vorgängermodell und technisch weniger üppig ausgestattet.
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Design und Verarbeitung

Design und Verarbeitung

Beim Gehäuse bleibt Sony seinen kantigen Vormodellen treu. Den Rahmen haben die Japaner etwas abgerundet, während der metallene Aufstrich auf der Rückseite ein bisschen an ein samtiges Magnesium-Finish eines edlen Ultrabooks erinnert. Gegenüber einem spiegelglatten Xperia Z Premium hat das immerhin einen Vorteil: Das Telefon rutscht einem wirklich weniger oft aus den Fingern.
Die Kanten sind diesmal leicht abgerundet
Quelle: PCtipp
Kurz: Sony hat bei der Verarbeitung alles richtig gemacht, setzt dabei aber keine bahnbrechenden Akzente. Positiv: Zum Einsatz kommt vorderseitig ein Glas, das an den Rändern gerundet ist, ein sogenanntes 2,5D-Glas. Das fühlt sich durchaus angenehm und weich an. Dafür steht nun die rückseitige Kameralinse ganz leicht aus dem Gehäuse hervor. Endlich hat der Hersteller einen schlaueren Nano-SIM-Einschub hingekriegt, den man seitlich ohne Gefummel herauszieht. Über ein zweites Fächchen am SIM-Tray kann man dem Sony-Handy eine MicroSD-Karte zuführen, mit der sich der interne 32-GB-Speicher erweitern lässt. Der seitliche Fingerabdrucksensor reagiert, anders als bei der kleinen Sensorfläche des LG G5, sehr präzise und schnell auf die Entriegelung.
Gute Qualität: Sonys Xperia-X-Bildschirm
Quelle: PCtipp

Es muss nicht immer mehr als Full HD sein

Das Display hat Sony leicht geschrumft: von 5,2 Zoll auf 5 Zoll, belässt die Auflösung dabei aber weiterhin bei 1920 x 1080 Pixeln. Das LCD kann mit leuchtstarken Farben und hoher Blinkwinkelstabilität aufwarten. Unter dem Display hat man aber nicht den schnellsten Achtkern-Snapdragon-810-Prozessor verbaut. Der Hersteller vertraut hier auf einen Mittelklasse-Prozessor der Snapdragon-650-Reihe, der schon knapp anderthalb Jahre auf dem Buckel hat. Das ist grundsätzlich nicht verwerflich. In der Vergangenheit hat man auch bei LGs G4 gesehen, dass es nicht immer der neuste Prozessor sein muss, wenn eine lange Akkulaufzeit und wenig Abwärme wichtiger sind als Spieleleistung.
Von links nach rechts: Sony Xperia X (vom Benchmark als «LG G4» erkannt), Nexus 6P und LG G5 im Antutu-Lauftest
Quelle: PCtipp

Leistung und Akkulaufzeit

In den Benchmarks (Antutu und Geekbench 3) wird schnell klar, dass man als Sony-Fan und Spielernatur besser zum Z5 greifen müsste. In den meisten Tests (Geekbench 3 und Antutu) zeigt sich, dass Sonys neuster Wurf ca. 50 Prozent langsamer ist. Im Alltag merkt man davon aber nichts. Weniger verständlich bleibt, warum die Japaner die Kapazität des Akkus von 2900 auf 2620 mAh verringert haben. Wie Sony verspricht, kommt man damit fast zwei Tage über die Runden. Das geht aber wirklich nur bei mittlerer Display-Helligkeit und mässigen Surf-Aktivitäten. Anders sieht es bei reger Kamera- oder Internetnutzung aus. In diesem Fall muss das Smartphone unter Umständen schon nach ca. einem Tag wieder an die Steckdose, auch das leider ohne Schnellladetechnik über einen veralteten Micro-USB-Anschluss.

Soundqualität

Bei der Audio- und Sprachqualität hat Sony alles richtig gemacht. Auch ohne Kopfhörer ist Musik ein Genuss. Die Lautstärke lässt ein sehr hohes Volumen ohne scheppernde Bässe zu. Kleiner Bonus: Mit dem Sony Xperia X liegt das erste Smartphone vor, das LDAC unterstützt. Dieser von Sony entwickelte Standard ermöglicht dreimal höhere Datenübertragung über das A2DP-Profil, das bei Bluetooth-Audio, z.B. bei Headsets, zum Einsatz kommt.
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Kamera, Fazit

Kamera

Die 23-Mpx-Kamera des Sony Xperia X schiesst bei hellem Tageslicht gestochen scharfe Fotos, auch bei weit entfernten Objekten. Landschafts- und Tieraufnahmen sind dank der warmen und genauen Farben ein Genuss. Im Dunkeln gelingen Aufnahmen nicht immer ganz. Wie es scheint, fokussieren Flaggschiffe wie das Nexus 6P oder LG G5 bei grosser Dunkelheit ein wenig besser. Besonders gut und verwacklungsarm gelingen Videos. Auch gut. Der prädiktive Autofokus berechnet anhand vorheriger Bewegungen die nächste Position des Objekts und fängt so das bewegte Motiv ein. Das macht vor allem bei Sportfotos Sinn, im Alltag braucht man den neuen Modus wohl weniger.
Positiv: Farben wirken auch im 8-Mpx-Modus nie verwaschen
Quelle: PCtipp
Xperia X: Dunkelaufnahme mit Blitz
Quelle: PCtipp
LG G5: Dunkelaufnahme mit Blitz
Quelle: PCtipp

Fazit

Legt man alles in die Waagschale, ist das Sony Xperia X ein gutes Smartphone mit komplizierter Positionierung. Die Verarbeitung ist Sony gelungen, so auch Bildschirm und Sound. Doch fehlen an einigen Stellen wirkliche Verbesserungen. Als da wären ein stärkerer Akku, QuickCharge 3.0 und doch etwas mehr Power unter der Haube, damit das Telefon bei längerem Kamerabetrieb nicht ständig zu warm wird. Das alles macht es schwierig, gegen gut ausbalancierte Top-Boliden von Samsung, Apple und Huawei anzutreten. Es sei denn, Sony kann den hohen Strassenpreis von Fr. 649.- bald noch ein wenig drücken. Passieren wird das sonst ganz von allein.

Testergebnis

Note
4
Bildschirm, Front-Glas, Soundqualität
Mittelklasse-Hardware (Akku), kein QuickCharge

Details:  5-Zoll-Display (1080 x 1920), Vierkernprozessor 1,4 GHz + Zweikern 1,8 GHz, 3 GB RAM, 32 GB Speicher (erweiterbar), 23-Mpx-Kamera, 13-Mpx-Frontkamera, Android 6.0, 152 g

Preis:  Fr. 649.-

Infos: 
sony.ch

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Autor(in) Simon Gröflin


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