Firmenlink

ESET

 

Test: Sony a6400

Mehr Kamera in einem so kleinen Gehäuse ist fast nicht möglich.

von Klaus Zellweger 25.03.2019

Mit ihrer bescheidenen Grösse müsste man die Sony-Kameras der a6x00-er Reihe den Kompaktmodellen zuordnen, aber das klingt fast ein wenig abwertend. Denn im handlichen Gehäuse ist alles verpackt, was man von einer modernen Profi-Kamera erwartet – und noch mehr. Zugegeben, der Sensor im APS-C-Format kann nicht ganz mit den Vollformat-Kameras mithalten. Aber er ist auch der wichtigste Grund, warum das Gehäuse so klein ist.

Aussen wirkt alles wie gehabt, aber das Innere wurde aufgebohrt Aussen wirkt alles wie gehabt, aber das Innere wurde aufgebohrt Zoom

Die Hardware

Von der gravierten Typenbezeichnung abgesehen, ist das Gehäuse praktisch nicht von den Vorgängern zu unterscheiden. Es liegt sehr angenehm in der Hand, was auch am Griffwulst liegt. Unser Testgerät kam mit dem Sony-Zoom 18–135 Millimeter (ƒ3.5–5.6) – einem tollen Universalobjektiv mit einem angenehmen Gewicht, was allerdings auch der etwas bescheidenen Lichtstärke geschuldet ist. Diese Kombo wird zurzeit für ungefähr 1500 Franken verkauft.

Selbst mit diesem Zoom wirkt die a6400 noch angenehm leicht und kompakt Selbst mit diesem Zoom wirkt die a6400 noch angenehm leicht und kompakt Zoom© PCtipp / ze

Die a6400 fotografiert mit 24 Mpx. Das ist die gleiche Auflösung wie beim Vorgänger, was aber nicht verwundert, denn der Sensor ist der gleiche geblieben. Neu ist hingegen die Bionz-X-CPU, die Bilder nicht nur schneller verarbeitet, sondern auch der Überhitzung des Sensors bei Video-Aufnahmen entgegenwirkt und nebenbei für rauschärmere Aufnahmen bei langen Clips sorgt.

Der OLED-Sucher mit 2,36 Millionen Bildpunkten ist ebenfalls derselbe wir im Vorgänger, aber das muss nichts Schlechtes sein: Die Helligkeit, die Qualität der Darstellung und die praktisch nicht existenten Schlieren lassen die Erinnerung an die klassischen Gucklöcher aus Glas vergessen machen.

Zu den Anschlüssen zählen micro-HDMI, eine 3.5-Millimeter-Mikrofonbuchse und ein MicroUSB-2.0-Anschluss, der beim besten Willen nicht mehr zeitgemäss ist; bei einer so modernen Kamera erwartet der Käufer zurecht USB-C. Eher dezent ist der «Multi-Interface-Schuh», der im Blitzschuh integriert ist und zum Beispiel die externen Mikrofon von Sony ohne weitere Kabel aufnimmt.

Das neue Display

Sichtbare Fortschritte gibt es hingegen beim Display zu vermelden, das sich jetzt komplett nach oben schwenken lässt. So sind die allseits beliebten Selfies kein Problem mehr. Noch wichtiger dürfte diese Eigenschaft jedoch für Video-Blogger sein, die sich damit während der Aufnahme selbst sehen können. Dabei klebt das Display allerdings sehr knapp am Rand des Gehäuses und wird sogar vom Sucher leicht verdeckt – und wenn auch noch ein Mikrofon aufgesteckt wird, nimmt der Spass ein schnelles Ende. In solchen Fällen hilft nur ein Mikrofon, das über die Klinkenbuchse angeschlossen und leicht versetzt positioniert wird.

Selfies sind jetzt möglich, aber beim Platz gibt es keine Reserve Selfies sind jetzt möglich, aber beim Platz gibt es keine Reserve Zoom© PCtipp / ze

Das Display reagiert ausserdem auf Berührungen und kann unter anderem dazu verwendet werden, um während einer Videoaufnahme den Fokus zu verlagern. Und damit wären wir nahtlos beim nächsten Thema.

Videos

Es reicht schon lange nicht mehr, dass eine Kamera gute Fotos schiesst, sie muss auch Filme drehen können. Auch hier gibt sich die a6400 keine Blösse, auch wenn sie viele Eigenschaften mit der a6300 teilt.

Die maximale Auflösung liegt bei 4K bei 30 fps – das klingt toll, aber diese Marke wird unterdessen von jedem besseren Smartphone erreicht, während sich die Spitzenmodelle bei 4K und 60 fps einpendeln – allerdings reichen die Aufnahmen der Smartphones nicht einmal annähernd an die viel höhere Bitrate von 100 Mbps der Sony a6400 heran – und eine höhere Bitrate heisst bessere Aufnahmen, wenn auch der Rest stimmt.

Im Test lieferte bereits das integrierte Mikrofon eine sehr gute Qualität – praktisch ohne Rauschen, dafür mit der bestens hörbaren Atmung des Benutzers in stillen Räumlichkeiten. Die Nachfokussierung mit dem erwähnten 18–135-Millimeter-Zoom war hingegen auf der Tonspur nicht zu hören.

Genauso überzeugend auch die Präzision bei der Fokusverlagerung: Die a6400 findet die neue Stelle punktgenau und ohne zu pumpen. Darüber hinaus bietet die Kamera unzählige Videoeigenschaften wie Zebramuster, die Aufnahme in S-Log2/3, HLG sowie anderen Formaten und vieles mehr, was den Rahmen dieses Testes sprengen würde. Hier beantwortet der Besuch der Produktseite die Fragen des ambitionierten Filmers.

Nächste Seite: Autofokus, Qualität und Ergonomie

Seite 1 von 3
       
       

    Kommentare

    Keine Kommentare

    Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare zu verfassen.