Test: HP Envy x360

HP hat mit dem Envy x360 ein solides Convertible zu einem attraktiven Preis auf den Markt gebracht. Das mussten wir uns näher anschauen.

von Simon Gröflin 02.10.2014
Der HP Envy x360 ist mit über 2 kg nicht gerade ein Leichtgewicht Der HP Envy x360 ist mit über 2 kg nicht gerade ein Leichtgewicht Zoom© HP

Mit dem HP Envy 15 X 360 15-u060nz bringt HP ein 15,6-Zoll-Riesen-Convertible auf den Markt. Trotz einer nicht sonderlich portablen Gehäusedicke von 2,5 cm und eines Gewichts von fast 2,4 kg handelt es sich um eine solide Maschine. Das fällt schon beim erstmaligen Aufklappen auf. Ins Auge sticht das silbergraue Metallgehäuse. Eines gleich vorweg: Dafür, dass es den HP Envy x360 zu einem Strassenpreis von Fr. 849.– gibt, hinterlässt die Verarbeitung und das MacBook-artige Design mit seinen abgerundeten Kanten einen sehr guten Eindruck. Doch eins nach dem anderen.

Gute Scharniere

Dank der robusten Scharniere erlaubt das Envy x360, ähnlich den Yoga-Convertibles von Lenovo, verschiedene Anwendungsszenarien. Die Tablet-Einheit lässt sich jedoch nicht von der Basis trennen. Durch Abdrehen und Triangelposition steht der Wandelbare wie ein Foto-Frame auf dem Tisch und mittels Umklappen hat man ein Riesen-Tablet auf dem Schoss. Leider wirkt sich das massige Gewicht des Geräts nachteilig auf die «Konvertierbarkeit» aus. Schon nur aufgrund dessen wird man es wohl öfter einfach als Ultrabook und vielleicht nur zwischendurch als Tablet nutzen. Die 2-in-1-Eigenschaft bleibt somit bestenfalls ein nettes Bonus-Feature.

Tastatur

Die Tastatur klappert nicht, das Touchpad ist nicht aus billigem Plastik – sondern fügt sich nahtlos in die Aluminiumplatte ein. Die Chiclet-Tastatur verfügt über ausreichend Abstand zwischen den Tasten. Gewöhnungsbedürftig ist das grosse Touchpad, das einem bei der Handballenauflage anfangs in die Quere kommen könnte. Ein Bonus ist die Hintergrundbeleuchtung der ansonsten gelungenen Tastatur. Sogar einen Ziffernblock integriert Hewlett-Packard.

Touchpad

Das ClickPad des HP Envy x360 fällt im Vergleich zu anderen Ultrabooks überproportional aus. Links und rechts vom Touchpad befindet sich je eine zusätzliche Klickzone, die erweiterte Windows-8-Bedienung ermöglichen soll: Ein Linkswisch bringt einen zur letzten Anwendung, ein rechtsseitiger Klick zur Charmsleite etc. In der Praxis klappt das leider nicht immer so gut. Dadurch, dass diese Elemente zu wenig abgesetzt sind, wirken die seitlichen Spalten entsprechend reaktionsträg. Ob es viel Sinn macht, Touchpad-Funktionen für ein bestimmtes Betriebssystem zu integrieren, bleibt fraglich. Die Multitouch-Fähigkeit hingegen überzeugt: Gesten werden präzise erfasst und die Oberfläche des Touchpads ist nicht zu rutschig.

Der Touchscreen

Eine Freude ist der Touchscreen des Envy x360. Multitouch-Gesten werden in allen Bereichen mit geringstem Druck präzise registriert. Auch hier ist die Oberfläche nicht zu rutschig. Der Bildschirm kann demgegenüber nur mit durchschnittlicher Helligkeit aufwarten und spiegelt stark. Wer das Convertible häufig draussen bei direktem Sonnenlicht nutzt, könnte seine Augen überanstrengen. Die Farbwerte sind grundsätzlich ausgewogen. Vor allem die Weiss- und Schwarzwerte sind gut. Allgemein ist jedoch eine leichte Blauverschiebung feststellbar: Für Profis, die oft mit Foto- und Videobearbeitung hantieren und auf authentische Farben bei hochauflösenden Fotos und Videos angewiesen sind, mag der Envy x360 daher ungeeignet sein – für Privatnutzer sind die Werte im Alltagsgebrauch durchaus vertretbar.

Leistung vs. Geräuschentwicklung

Der Prozessor, ein Intel Core i5-4210U mit zwei Kernen, im Zusammenspiel mit 8 GB RAM kommt gut mit anspruchsvolleren Anwendungen und Multitasking zurecht. Trotz Verzicht auf eine SSD (HP hat eine 1-TB-Festplatte integriert) arbeitet das Gerät flüssig. Systemstarts und Sprünge zwischen Anwendungen gehen schnell vonstatten. Die Wärmeentwicklung liegt im akzeptablen Bereich. Die Geräuschkulisse hingegen ist etwas nervig: Der Lüfter scheint schon bei geringster Aktivität ständig zu rotieren. Falls das stört, sollte man den «Fan Always On»-Modus übers BIOS abschalten. Die Maximallautstärke liegt jedoch ebenfalls im tolerablen Bereich.

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit ist mit knapp 4:36 h (ohne Datenverbindungen) im ausbalancierten Energiesparmodus eher Mittelmass. Hätte HP dem Envy x360 eine SSD anstelle einer HDD spendiert, würde die Akkulaufzeit besser ausfalllen.

Fazit

Trotz einiger Mängel, angefangen beim Gewicht, beim Display und Abzügen bei der Akkuleistung, bleibt der HP Envy x360 aufgrund seines günstigen Strassenpreises ein grundsolider Allrounder.

  • HP Envy x360 (15-u060nz)

    Positiv:
    Verarbeitung, Preis, Leistung
    Negativ:
    Akkulaufzeit
    Details:
    15,6"-Touchscreen, Auflösung: 1920 x 1080, Intel Core i5-4210U (1,7/2,7 GHz), 8 GB RAM, 1 TB HDD, Intel HD 4400, WLAN 11n, 2 x USB 3.0, 1 x USB 2.0, 2,4 kg
    Strassenpreis:
    Fr. 849.-
    Info:
    www.hp.com/ch
    PCtipp-Bewertung:
    4 Sterne

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