Tests 18.10.2018, 11:12 Uhr

«Call of Duty: Black Ops 4»: Der endgültige Check!

Was taugen die Spielvarianten im Multiplayer-Mode? Wie läuft die Story, wie sind die Waffen? Wir haben es genau überprüft.
Im Rahmen unseres ersten Test-Artikels zu «Call of Duty: Black Ops 4» vom 15. Oktober 2018 sind wir bereits ausführlich auf die Stärken und Schwächen des klassischen Mehrspieler-Modus sowie des Blackout-Modus eingegangen. Diesmal widmen wir uns nun dem erstaunlich umfangreichen Zombies-Modus, gehen noch einmal detailliert auf die Online-Performance während unserer Testphase ein und vergeben eine finale Wertung für das Gesamtpaket. Des Weiteren haben wir ein umfangreiches Testvideo für Sie zusammengestellt.
Sei es nun «Call of Duty: World at War» oder die ersten drei «Black Ops 3»-Teile – ein Zombies-Modus gehört bei Treyarch-Spielen (und mittlerweile auch denen von Sledgehammer von Infinity Ward) einfach dazu. Der von «Black Ops 4» jedoch hat es ganz besonders faustdick hinter den Ohren. Zum einen, weil die Macher diesmal ab Werk nicht nur eine, sondern gleich drei Karten anbieten, die verschiedener nicht sein könnten.
Los geht’s mit «IX». Wie die römische Ziffer bereits andeutet, verschlägt es uns hier in die Antike. Genauer gesagt in ein gigantisches, mit Fallen und Geheimräumen gespicktes Kolosseum, in welchem ein seltsamer Hohepriester höchst fragwürdige Rituale betreibt. Ergebnis: Sklaven, Gefangene und Gladiatoren mutieren zu grausamen Hirnfressern und machen schon bald Jagd auf das neue Heldenquartett.
Call of Duty: Black Ops 4
Gemeint sind in diesem Fall Stanton, Diego, Scarlett und Bruno, vier Zeitreisende, die sich eigentlich auf der Suche nach Scarletts Vater befinden, nun aber ums nackte Überleben kämpfen. Letzteres allerdings mit viel Stil und ziemlich cooler Ausrüstung in Form von Elixieren, Talismanen, Perks und Superwaffen.
Stichwort Superwaffen. Sei es nun der Hammer von Valhalla, Ras Zepter, die Chakrams der Vergeltung oder Viper und Drache (eine mächtige Kombination aus Peitschenschwert und Handfeuerwaffe) – die dicken Argumentationsverstärker hauen richtig rein, müssen allerdings immer erst durchs Kills aufgeladen werden.

Spielen Sie doch wie Sie wollen!

Spalten wir mal nicht im Akkord Untoten-Schädel, löst unser Team knifflige Puzzles, dringt in immer neue Kartenbereich vor, verbessert seine Waffen an Pack-a-Punch-Maschinen oder begibt sich auf die Suche nach wertvollen Crafting-Items, die praktische Gadgets wie ein Schutzschild freischalten.
Call of Duty: Black Ops 4
Toll gemacht: Erstmals überhaupt dürfen wir – mal abgesehen vom Leveldesign – wirklich jeden Aspekt der Zombie-Erfahrung bis ins kleinste Detail konfigurieren. Das dazugehörige Optionsmenü hört auf den Namen «Eigene Mutationen» und erschlägt einen förmlich mit Möglichkeiten.
Keinen Bock auf Minibosse, Wunderwaffen und kriechende Zombies? Einfach mit dem passenden Schieberegel abschalten! Aber auch die Startgesundheit der Helden, das Regenerationstempo der eigenen Lebensenergie, Teambeschuss und mehr als 50 weitere Parameter können vom Spieler manipuliert werden. Wirklich genial! Und obendrein ein toller Langzeit-Motivator.
Call of Duty: Black Ops 4
Im Standard-Spiel wiederum spendiert Treyarch gleich vier verschiedene Schwierigkeitsgrade, darunter eine Anfängervariante für Spieler bis Erfahrungsstufe 20. Die Zombies schlurfen und beissen hier deutlich langsamer, während die Überlebenden im Gegenzug über mehr Lebensenergie verfügen.
Weitere Neuerungen gefällig? Kein Problem, denn erstmals dürfen Solisten Bots zuschalten, die ihnen erstaunlich kompetent zur Seite stehen. Puzzles lösen sie zwar nicht, das Hochstufen von Waffen, das Heilen von Kameraden sowie das effektive Niedermähen der anrückenden Zombies-Brut beherrschen sie jedoch erstaunlich gut.
Lesen Sie auf der nächsten Seite: Wie im Rausch, Online Performance und Fazit

Wie im Rausch, Online Performance und Fazit

Wie im Rausch

Ergänzend dazu wirft Treyarch ausserdem den brandneuen Zombie-Rausch-Modus ins Rennen. Entschlackt von jedweden Story- und Crafting-Elementen hetzen Sie hier einem ständig wachsenden Highscore hinterher, der durch das Aufrechterhalten von Punkte-Multiplikatoren immer neue Bestmarken erreicht.
Call of Duty: Black Ops 4
Doch Obacht: Sobald eine Ihrer Figuren Schaden nimmt, sackt der Multiplikator ab. Ein Heidenspass! Nicht zuletzt, weil Waffenkäufe keine Punkte kosten und wir zwischendurch immer wieder bestimmte Zonen auf der Karte verteidigen müssen.
Natürlich wollen wir auch die übrigen beiden Zombies-Karten der Standard-Edition «Black Ops 4» nicht unter den Tisch kehren. Zunächst zu «Voyage of Dispair»: Die zweite Karte der Chaos-Story spielt auf dem legendären Kreuzfahrtschiff Titanic, kann mit den neuen Protagonisten angegangen werden und konfrontiert Sie im Bauch des Schiffes mit deutlich engeren Kampfarealen, klaustrophobischen Unterwasser-Passagen sowie anderen pfiffigen Gameplay- und Story-Ideen.
Call of Duty: Black Ops 4
«Blood of the Dead» wiederum ist der sogenannten Äther-Story zugeordnet und sozusagen ein Reboot der «Black Ops 2» Klassiker-Karte «Mob of the Dead». Der Clou hier: Obwohl man sowohl die Zombie-Modus-Veteranen-Crew (also Dempsey, Nikolai, Takeo und Richtofen) als auch das Insel-Setting Alcatraz beibehält, fallen Kennern schon bald zahlreiche verrückte Änderungen bei Leveldesign, Puzzlen und Storyelementen auf.
Wer sich im Besitz des Season Passes befindet, darf darüber hinaus noch auf «Classified» sein Glück versuchen und Zombies im Pentagon in den Allerwertesten treten. Jede Menge coole Sprüche inklusive!

Online-Performance und Season Pass

Insgesamt betrachtet lief «Black Ops 4» technisch sehr rund. Nichtsdestotrotz stiessen wir zwischendurch auf vereinzelte Probleme. Bei einigen Partien «Blackout» – zu besonders frequentierten Stosszeiten etwa – hatten wir mit Rubberbanding zu kämpfen. Bei diesem auch in anderen Online-Shootern vorkommenden Phänomen hat es den Anschein, die Spielfigur sei beim Laufen an einer Art Gummiband befestigt und würde immer wieder ein kleines Stück zurück an ihre vorherige Position gezogen.
Call of Duty: Black Ops 4
Ebenfalls auffällig: Wer einige Tage nach Release mit einem Charakter niedrigen Ranges durchstartete, wurde im klassischen Multiplayer-Modus vergleichsweise häufig mit Spielern zusammengewürfelt, die bereits deutlich fortgeschrittener waren. Für Genre-Kenner kann so etwas sehr motivierend sein und sie anstacheln, möglichst schnell ähnlich hohe Erfahrungsstufen zu erreichen. Einsteiger jedoch kann diese Art von Matchmaking auch sehr frustrieren.
Darüber hinaus möchten wir auf etwas hinweisen, dass einige von Ihnen womöglich noch nicht wussten. Denn anders als bei bisherigen «Call of Duty»-Teilen können Sie zukünftige kostenpflichtige DLC-Inhalte hier nur noch im Rahmen des Season Passes erwerben, nicht aber in Form einzelner DLC-Pakete. Wer also einfach mal nur in eines der zukünftigen Zombies-Erlebnisse reinschnuppern möchte oder aber eine der kommenden zwölf Multiplayer-Karten probieren möchte, muss zwingend die Gebühr für den Black Ops Pass entrichten.

Fazit

Keine Frage, das Fehlen einer klassischen Kampagne ist eine spürbare Enttäuschung für Liebhaber bisheriger «Black Ops»-Teile, die alle stets mit interessanten Geschichten auftrumpfen konnten. Aus der Sicht enthusiastischer Multiplayer-Fans macht «Black Ops 4» jedoch fast alles richtig. Der klassische Multiplayer spielt sich nicht zuletzt dank manueller Lebensenergie-Regeneration, optimierter Ballistik und neuen Spielmodi wie Heist und Control erfreulich taktisch. Der Zombies-Modus ist – wie eben ausführlich skizziert – ein Fest und der «Blackout»-Modus wirkt ohnehin wie ein nicht enden wollender Adrenalin-Rausch. Die Season-Pass-Gestaltung aber sollte Activision noch einmal überdenken.

Testergebnis

Blackout-Matches sind Adrenalin pur!,
Geniale, vielseitig konfigurierbare Zombies-Komponente
Erstmals Bots-Kollegen im Zombies-Modus
Viele Modi im Spiltscreen spielbar (leider mit dicken Balken)
14 schicke MP-Karten, 2 neue MP-Modi
Sinnvolle MP-Neuerung, verbesserte Ballistik
Gute deutsche Synchro
Specialist HQ ist tolles MP-Training für Einsteiger
Kommende, kostenpflichtige DLC-Inhalte nur via Black Ops Pass zu haben
Grafisch gut, aber nicht auf Augenhöhe mit Battlefield 5
Disk-Fassung braucht 50 GB grosses Update
Keine unterschiedlichen Wetterbedingungen bei Blackout
Keine dynamische Zerstörung der MP-Umgebungen
Teils lange Ladezeiten

Details:  Shooter für PC, XboxOne und PS4

Preis:  ab Fr. 59.90

Infos: 
activision.com

Leserwertung

Jetzt abstimmen!
Was halten Sie vom Produkt?



Kommentare
Es sind keine Kommentare vorhanden.