Test 18.08.2020, 09:39 Uhr

Review zum Samsung Galaxy Note20 Ultra

Samsung hat vor gut einer Woche die neue Version seines Phablets «Note» lanciert. Wie sich die Neuauflage der Serie schlägt, erfahren Sie im PCtipp-Test.
(Quelle: Samsung)
Sommerzeit heisst «Note-Zeit» – daran ändert auch die grassierende Pandemie nichts. Das auffällige Phablet ist wohl eins der letzten seiner Art, und wirkt – wegen dem mitgelieferten Stylus – fast etwas anachronistisch. Das täuscht aber. Tatsächlich investieren die Südkoreaner nach wie vor viel in die Entwicklung des Gerätes. Aber eins nach dem andern.

Die Note20-Serie kommt mit zwei Versionen auf den Markt: Das Note20 und das Note20 Ultra. Die Specs sind schnell umrissen: Beide Versionen werden mit dem einschiebbaren S-Pen auch per Stift bedient und nutzen den Exynos 990 Achtkern-Prozessor, mit dem sie 5G- und WiFi-6-fähig sind. Die Akkus lassen sich mit 25W per Kabel und 15W drahtlos schnell laden. Damit kommt man auf 50 Prozent Ladung in 30 Minuten.

Das Note20 hat ein Super-Amoled-Display mit 2400×1080 Pixel und 6,7 Zoll Diagonale. Die rückwärtige Kamera hat eine 12-Megapixel-Hauptlinse, ein 12-Megapixel-Ultraweitwinkel- und ein 64-Megapixel-Teleobjektiv. Der Arbeitsspeicher umfasst 8 GB, für Daten stehen 256 GB zur Verfügung. Der Akku hat eine Kapazität von 4300 mAh. Das Gerät kostet 1029 Franken und ist ab dem 21. August in Mystic Bronze, Mystic Gray und Mystic Green (des Redaktors Liebling) erhältlich.
Im Note20 Ultra 5G hat der Dynamic-Amoled-Bildschirm sogar 6,9 Zoll Diagonale und löst mit 3088×1440 Pixel auf. Hier kommt eine Kamera mit einer 108-Megapixel-Hauptlinse sowie einem 12-Megapixel-Ultraweitwinkel und einem 12-Megapixel-Teleobjektiv zum Einsatz. Der Akku ist mit 4500 mAh etwas grösser. Das Gerät kommt mit 12 GB RAM und 256 GB Datenspeicher für 1279 Franken.

Die Haptik

Quelle: Samsung
Das wichtigste vorneweg: Wir testen die Ultra-Version. Also jene, die nicht nur in Sachen Hardware die Nase vorn hat, sondern auch in Sachen Grösse. 6,9 Zoll – vor noch nicht allzu langer Zeit gabs mal ein Gerät Namens iPad Mini. Mittlerweile sind wir mit dem Note Ultra an einem Punkt, an dem wir kaum noch Grössenunterschiede ausmachen können. Aber ungeachtet dessen, ob uns der Bildschirm-Gigantismus zusagt oder nicht – die Bedienung ist eine andere. Einhändiges Bedienen geht kaum mehr. Man hält entweder das Gerät in der einen Hand und bedient mit der anderen, oder es wird eine Gameboy’sche Handheld-Erfahrung – mit beiden Händen halten und mit den Daumen bedienen. Das Gute daran: Dank seiner Grösse betatschen wir nicht andauernd die Kameralinsen auf der Rückseite, dazu sind meine Hände zu klein. Apropos Kamera – das Note ist trotz seiner Grösse sagenhaft dünn, was es sehr angenehm macht, es anzufassen. Nur der Kamera-Array steht mittlerweile ungefähr 3 Millimeter raus. Anders ist ein fünffach optischer Zoom halt nicht unterzubringen. Samsung hat uns aber fürs Testverfahren gleich eine Kunstlederhülle mitgegeben, die genau so dick ist, dass die Kamera nicht mehr unangenehm raussteht.

Und auch etwas anderes gefällt uns – nicht trotz, sondern wegen seiner Grösse. Das Display. 120 grossartige Hertz, eingebettet in ein Infinity-O-Amoled-Plus-Display mit 496 Pixel pro Zoll, welches HDR10+ zertifiziert ist. Für Netflix-Sessions auf längeren Zugfahrten können Tablet oder gar Laptop ab jetzt zu Hause bleiben.

Der S Pen

Quelle: Samsung
Der Stylus, der eigentlich auf den Namen S Pen hört, gehört einfach zum Note. Und im Gegensatz zu früheren Zeiten sind seine Fähigkeiten nicht nur in der Qualität, sondern auch in der Quantität verbessert, respektive erhöht worden. Wegen seiner Vielzahl an Skills hebe ich einfach mal drei hervor:
Quelle: PCtipp.ch
Handschriftenerkennung: Habe ich so noch nie erlebt. Ich schreibe mit dem S Pen – dessen Input-Lag übrigens auf 9 Millisekunden reduziert wurde (vgl. beim Galaxy Note 10 warens noch 58 Millisekunden) – mehr als schludrig, eine Mixtur aus Schnüerlischrift und Graffitti – und das Note erkennt es. Beim ersten Mal. Meine Handschrift problemlos lesen zu können, ist bisher nur meinem Deutschlehrer aus der Oberstufe gelungen. Ob Herr Von Bergen allerdings in den Entwicklungsprozess involviert war, ist nicht überliefert. Laut Samsung lernt das Note 20 mittels künstlicher Intelligenz bei häufigerem Gebrauch gar noch dazu.
Video-Notizen: Spassig. Man nimmt ein Video auf, währenddessen man etwas auf das Bild zeichnet oder schreibt. Startet man dann das Video, entsteht besagte Zeichnung Stück für Stück vor dem Auge.
AR-Zeichnung: Fotografiere z.B. die Wand, zeichne die Skizze eines Bildes an die Stelle, an der das Bild später hängen soll. Das Note merkt sich die Stelle. Wann immer du dann mit der Kamera wieder dorthin zeigst, wird die Skizze eingeblendet (funktioniert auch mit Gesichtern).

Übersetzung

Das konnte das Note 10 auch schon, dennoch ist die Funktion es wert, erwähnt zu werden. Surft man mit dem Note auf einer fremdsprachigen Website, kann man mit dem S Pen auf ein Wort zeigen und die Übersetzung ins Deutsche (oder in die gewählte Sprache) wird automatisch angezeigt.

Die Kamera – eigentlich vor allem Video

Quelle: PCtipp.ch
Wie soll man wohl ein Kapitel über die Videofunktion eines Smartphones beginnen? Wohl am besten damit: 4K, 60 fps. Dazu ein (digitaler, aber trotzdem) starker Bildstabilisator und zahlreiche Modi. Besagte Modi gehen von wirklich coolen Features wie dem Live Focus (von Video Bokeh bis farbigen Hintergründen bei monochromen Protagonisten) bis zu Kappes à la: Mittels AR dem Protagonisten eine virtuelle Sonnenbrille aufsetzen. Ebenfalls verbessert wurden die Ton-Optionen beim Filmen. Zum einen lassen sich die Mikrofone nun einzeln ansteuern, um die Richtung des Tons besser zu kontrollieren, zum anderen können nun auch die Mics von Bluetooth-Kopfhörern als Ton-Quelle ausgewählt werden (darum heissen die Galaxy Buds Live, aha!).

Gaming!

Irgendwie kommen wir jetzt wieder zum Display zurück. Denn dieses sorgt durchaus auch für Spielespass. Damit aber nicht nur die Optik, sondern auch die Inhalte Spass machen, hat Samsung eine Partnerschaft mit Microsoft angeleiert und so das «Project xCloud» aus der Taufe gehoben. Mittels Xbox Game Pass kommen 90 Xbox-Spiele (Xbox One X, versteht sich) aufs Smartphone – so lässt sich dann auch der Xbox Cloud Controller über Bluetooth verbinden und dann auf dem Phone zocken – sogar mit Halterung. Das geht dann allerdings zulasten des Akkus, der aber mit seinen 4500 mAh einen ordentlichen Job macht. Im Test hielt er im Normalbetrieb rund anderthalb Tage durch, trotz 120 Hertz und SwissCovid-App (installieren Sie sie bitte trotzdem).

Fazit

Der Gaming-Geschichte stehen wir noch ein wenig skeptisch gegenüber. Handy-Gaming ist grundsätzlich eine andere Geschichte als richtiges Gaming. Für einen Pokersimulator oder ein Quiz-Duell konnten wir uns auf dem Phone erwärmen. Bei richtigem Gaming machen wir derzeit noch ein Fragezeichen. Ansonsten ist das Galaxy Note20 Ultra ein absolutes Spitzenphone mit dem tollsten Display des Jahres und unglaublich vielen nützlichen und spassigen Einsatzgebieten für den S Pen. Top.


Testergebnis

Display, S Pen, Kamera
Ladegeschwindigkeit könnte schneller sein

Details:  Dynamic-Amoled-HDR10+-Bildschirm, 120 Hertz. Triple-Cam mit 108-Megapixel-Hauptlinse, 12-Megapixel-Ultraweitwinkel und 12-Megapixel-Teleobjektiv 4500 mAh Akku,12 GB RAM und 256 GB Datenspeicher

Preis:  Fr. 1279.-

Infos: 
Anmerkung zur Note: 1: unbrauchbar • 1,5: sehr schlecht • 2: schlecht • 2,5: ungenügend • 3: genügend • 3,5: ordentlich • 4: gut • 4,5: sehr gut • 5: ausgezeichnet



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