Testbericht 21.09.2020, 08:04 Uhr

Samsung Galaxy Watch3

Wir haben die neuste Version von Samsungs Smartwatch-Familie getestet – unser Verdikt in diesem Artikel.
(Quelle: Samsung )
Für iPhones ist die Apple Watch immer noch die Nummer eins unter den Smartwatches – Kunststück, wenn beide Geräte vom selben Hersteller kommen. Da die Android-Welt von Haus aus offener ist, gibt es auch mehr auf Googles Betriebssystem ausgelegte Smartwatches verschiedener Anbieter. Zu ebendiesen gehört auch Samsung. Die Südkoreaner haben sich mit ihren beliebten Smartphones schon lange einen Platz an der Mobile-Hersteller-Spitze gesichert und möchten jetzt mit der Galaxy Watch3 dasselbe im Watch-Markt erreichen.
Das runde Gehäuse fasst einen Bildschirm von 34 mm Durchmesser, ist 12,7 mm dick und erscheint damit zunächst etwas klobig. Am Handgelenk allerdings macht die Watch eine gute Figur – zumindest in der 41-mm-Variante. Die etwas grössere 45-mm-Ausgabe eignet sich wohl nur für grössere Handgelenke.
Schnell fällt die gegenüber der Apple-Konkurrenz fehlende drehbare Krone auf; dafür verfügt die Watch3 über eine komplett und schrittweise rotierbare Lünette, die eine sehr angenehme taktile Rückmeldung bietet. Das mit 360 × 360 Pixeln aufgelöste Bild ist angenehm hell, sehr farbintensiv und scharf. Mit je nach Ausführung zwischen 43 und 54 Gramm Gewicht – man erhält das Gehäuse in Schwarz oder Bronze und aus rostfreiem Stahl oder Titanium – stört die Watch im Alltag überhaupt nicht. Dazu schützt das Gorilla Glass vor Kratzern, während die Uhr bis zu 50 m unter Wasser dichthält.

Im Test waren wir mit dem Wearable fast rundum zufrieden: Die Einrichtung ist sowohl mit Android- als auch mit iOS-Geräten schnell und einfach vollzogen; Kontakt-, Kalender-, Notification- und ähnliche Daten werden automatisch synchronisiert. Die Steuerung mittels Lünette und der Menüaufbau sind intuitiv und simpel, alle oft genutzten Funktionen können rasch gefunden werden. Wer die Steuerung über die genannte Lünette nicht mag, erreicht mit Wischbewegungen auf dem Touchscreen locker alle Ecken des Menüs. Für knapp 50 Franken mehr gibts die LTE-Version, die ihre Internetkonnektivität nicht nur via Bluetooth-Verbindung zum Smartphone aufrechterhält, sondern gleich selbst mit dem Handynetz kommunizieren kann – ein entsprechendes Mobile-Abo vorausgesetzt.
Leider verspricht Samsung nur noch zwei Tage Batterielaufzeit, während es beim Vorgängermodell noch vier waren. Im Test mit Always-On-Einstellung für den Bildschirm und ein paar Sport-/GPS-Messungen erreichten wir knapp über einen Tag Laufzeit. Das ist ein stolzer Wert, denn andere Smartwatches machen bei ähnlicher Verwendung schon in weniger als einem Tag schlapp. Allerdings ist der Vibrationsmotor auch in der schwächsten Einstellung stark und damit im Alltag etwas nervig. Zusätzlich waren die Herzfrequenzmessungen zumindest bei uns etwas ungenau. Schliesslich muss auch der Preis noch kritisch beäugt werden: Die Active 2, ebenfalls von Samsung, bietet praktisch denselben Funktionsumfang, kostet aber um die 140 Franken weniger. Allerdings bekommt man dort keine drehbare Lünette und kein Stahlgehäuse – jeder muss für sich selbst entscheiden, ob der Aufpreis dies rechtfertigt.

Fazit

Die Samsung Galaxy Watch3 ist eine leistungsfähige, schöne und angenehm zu bedienende Premium-Smartwatch mit grösstenteils beeindruckenden Spezifikationen. Nur beim Vibramotor und bei den Herzfrequenzmessungen ist Samsung etwas übers Ziel hinausgeschossen – dennoch gehört sie zu den wohl besten Varianten für Android-User.

Testergebnis

grossartiges Bild, gute Batterie, schnelle Einrichtung, Lünettenkontrolle fühlt sich toll an, wasserdicht bis 50 m, stabiles Gehäuse
etwas gross, Herzfrequenzmessung eher ungenau, Vibration eher stark, Preis stolz

Details:  Smartwatch mit 41-mm- oder 45-mm-Gehäuse, 43 bis 54 g, Stahl- oder Titanium-Gehäuse, Schwarz oder Bronze, 8 GB Speicher, 1 GB RAM, 340-mAh-Batterie, Dual-Core-1,15-GHz-CPU, Tizen OS 5.5, GPS, NFC, drehbare Lünette, zwei Buttons, Herzfrequenzmessung, Lederarmband

Infos: 
Einordnung der Note: 1 = unbrauchbar • 1,5 = sehr schlecht • 2 = schlecht • 2,5 = ungenügend • 3 = genügend • 3,5 = ordentlich • 4 = gut • 4,5 = sehr gut • 5 = ausgezeichnet

Autor(in) Thomas Riediker


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