Firmenlink

ESET

 

Test: Capture One Pro 12

von Luca Diggelmann 24.01.2019

Wo fehlt es noch?

Capture One Pro 12 ist eine ausgezeichnete Software, aber nicht perfekt. Lightroom ist Capture One bei der Verwaltung nach wie vor überlegen. Die Integration von Lightroom in andere Software und Webdienste ist noch unerreicht. Möglicherweise können Plug-ins hier helfen, das muss sich aber erst zeigen. Das Interface von Capture One Pro könnte ebenfalls noch ein wenig Arbeit vertragen. Die Reiter zum Wechseln der Werkzeuge sind enorm wichtig, aber auch sehr klein und gehen leicht unter. Ebenfalls schön wäre die Möglichkeit, die Werkzeugleiste zu scrollen. Dann wäre auch die Anpassbarkeit der Werkzeugleiste noch besser. Aktuell zwingt einen die Software praktisch dazu, wenige Tools in einen Reiter zu packen, da man sonst nur ein Tool oder zwei davon überhaupt offen haben kann.

Das Interface von Capture One Pro 12 ist eher kompliziert Das Interface von Capture One Pro 12 ist eher kompliziert Zoom

Ein Punkt, an dem Capture One Pro selbst nicht direkt etwas ändern kann, ist die Beliebtheit. Natürlich ist Beliebtheit per se kein guter Gradmesser für die Qualität einer Software. Allerdings bringt sie einige Vorteile mit sich: Wer nach einer guten Lightroom-Anleitung sucht, findet tonnenweise Inhalte. Entsprechendes Material zu Capture One Pro ist deutlich rarer. Ebenso bieten viele bekannte Fotografen Voreinstellungen an, die aber nur in Lightroom funktionieren. Ähnlich wie beim Kauf einer Handy-Hülle: Für Apple und Samsung gibt es zuhauf, für alle anderen hat es wenig Auswahl.

Die wohl grösste Lücke an Funktionen ist der Mangel an Bracketing-Werkzeugen. Fans von HDR, Focus-Stacking oder automatischen Panoramen müssen sich dafür externe Software suchen. Das wäre vor ein paar Jahren noch weniger ein Problem gewesen, da damals keine grössere Foto-Software eine wirklich gute Stacking-Funktion anbot. Allerdings ist die automatische HDR-Funktion von Lightroom mittlerweile sehr ausgereift und Macphuns Luminar bietet mit Aurora HDR eine massgeschneiderte Zusatzapplikation an. Vielleicht kommt das ja in Capture One Pro 13.

Fazit

Capture One Pro 12 ist eine Wucht von einer Software. Für anspruchsvolle Fotografen gibt es keine einzelne Applikation, die so viele Möglichkeiten in einer so hohen Qualität bietet. Nur Adobe mit der Lightroom/Photoshop-Kombination kann mehr. Die grösste Hürde für Capture One Pro 12 ist die Nutzeroberfläche. Die Massen sind sich die unvergleichliche Einfachheit von Lightroom gewöhnt und trotz viel Engagement von Phase One bleibt der Umstieg harzig. Falls Sie noch nicht zu tief im Adobe-Ökosystem verwurzelt sind, ist Capture One eine exzellente Wahl für anspruchsvolle Fotografen, die das Beste aus ihren Bildern holen möchten. Es sei denn, Sie mögen HDR.

  • Capture One Pro 12

    Positiv:
    Bearbeitungswerkzeuge, Bildqualität, Preismodelle
    Negativ:
    Oberfläche, kein HDR-Stacking
    Details:
    RAW-Converter und Fotobearbeitung für Windows und macOS, mit Masken und Ebenen
    Strassenpreis:
    ab Fr. 329.–
    Info:
    phaseone.com
    PCtipp-Bewertung:
    4.5 Sterne

    Leserwertung

    60%
    20%
    20%

    Jetzt abstimmen!

    Was halten Sie vom Produkt?

Seite 3 von 3

    Kommentare

    • tamaleus 25.01.2019, 07.55 Uhr

      Guten Tag Herr Diggelmann Wäre schön, wenn auch der Qualität der Sprache ein klein wenig mehr Aufmerksamkeit geschenkt würde und viele Artikel nicht vor Fehler nur so strotzen würden. Anstatt "Allem voran die neuen Maskenfunktionen" müsste es heissen: "Allen voran ...". Bezug genommen wird ja auf *die Funktionen*. Und *denen voran* werden ja "die Maskenfunktionen" gestellt. Und anstatt "Mehr Kontrolle über die Masken ermöglicht diverse Editieroptionen" muss es natürlich heissen "ermöglichen" d[...]

    • wcamenzind 28.01.2019, 16.45 Uhr

      Guten Tag Herr Nörgeler Der Artikel ist sehr gut, die kleinen Schreibfehler sind vernachlässigbar. Sie sollten diese Bemerkungen besser im Deutschkurs anbringen, dies ist ein Forum für Fotointeressierte!

    • tamaleus 29.01.2019, 13.39 Uhr

      Hallo Nur, weil mir das Kulturgut der deutschen Sprache nicht piep-egal ist, sind meine (anscheinend ja korrekten) Anmerkungen, gerichtet an einen Berufs-Journalisten (so jedenfalls die Erwartung), noch kein Anlass für Sie, beleidigend zu werden.

    weitere Kommentare

    Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare zu verfassen.