Tests 16.08.2013, 12:00 Uhr

Test: Toshiba Qosmio X70-A-112

Toshiba versucht sich mit dem Qosmio X70 an einem Gamer-Laptop in der oberen Preisklasse. Die Leistung stimmt weitgehend, die Verpackung weniger.
Das Toshiba Qosmio X70 bietet viel Leistung, ist aber etwas dürftig verarbeitet
Gleich auf den ersten Blick springt einem die rot glänzende Seitenleiste des Qosmio X70 ins Auge. Das Gamer-Laptop versucht auch optisch bei den oft ästhetisch kritischeren High-End-Usern anzukommen. Damit hat es in der unteren Hälfte auch Erfolg: Das Tastaturbett macht in seiner «brushed metal»-Optik und mit roter Hindergrundbeleuchtung eine gute Figur und auch das Touchpad ist elegant in die ansehnliche Handablage eingebettet. Die Materialien wirken nicht hochklassig aber sehr solid. Zu Beginn ist die glatte Tastatur etwas gewöhnungsbedürftig, nach kurzer Zeit schreibt sich aber sehr akkurat damit.
Ganz anders die obere Hälfte: Gleich beim ersten öffnen scharrt das Scharnier. Der dünne Deckel wirkt kaum reisetauglich und erinnert eher an ein Billigmodell als an ein über 2000 Franken teures Gaming-Gerät. Die Scharniere verursachen zudem ein weiteres Problem: der Bildschirm wackelt unaufhörlich, schon bei kleinsten Vibrationen. Sich auf das Gameplay zu fokussieren ist nicht leicht, wenn der Monitor bei jedem Tastenanschlag zittert als stünde er auf einer Waschmaschine. Für viele Gamer ist auch das Glare-Type-Display wegen seiner starken Reflexionen ein Problem.

Es zählen die inneren Werte

Punkten kann das Qosmio X70 dafür im inneren. Der Intel i7-4700QM haut ordentlich rein und kann sich über 32 GB RAM freuen. Für die als Zielgruppe angestrebten Gamer gibt es zudem eine dedizierte Grafikkarte von Nvidia. Die GeForce GTX 770M bringt mit 3 GB VRAM eine anständige Reserve mit. Entsprechend fallen auch die Testwerte aus: Im Cinebench Test erreich das X70 starke 6.66 Punkte. Die OpenGL-Messung kommt auf 59.19 FPS. Auch beim Gamen macht Toshibas Powerhaus eine anständige Figur. Das rechnerisch anspruchsvolle MMORPG Guild Wars 2 läuft fast durchgehend ruckelfrei mit 30 bis 70 FPS. Lediglich bei grösseren Gefechten sinkt die Bildrate gelegentlich unter 30. Für ein Laptop sehr respektabel. Leider meldet sich schon bei geringer Belastung schnell der Lüfter zu Wort. Richtig laut wird er aber erst bei anspruchsvollen Berechnungen.
Die Ausstattung ist in etwa auf Par mit der Konkurrenz. Vier USB-Anschlüsse mit dem aktuellen 3.0-Standard, HDMI, VGA, SD-Leser und ein Blu-Ray-Laufwerk. Zwei der USB-Ports verfügen über die Sleep-and-Charge-Funktion. Damit können USB-Geräte auch im Schlafmodus aufgeladen werden. Zubehör wird leider nur wenig mitgeliefert. Ausser einem Netzteil gibt es nichts gratis ausser einem Haufen Software, die nicht wirklich benötigt wird. Das vorinstallierte Windows 8 startet dank 256-GB-SSD in wenigen Sekunden. Die zusätzlich verbaute 1-TB-HDD ist mit 5400 U/min leider etwas langsam. Lobenswert ist dafür die Möglichkeit, RAM und Festplattenspeicher zu erweitern. Auch der Akku kann problemlos ausgetauscht werden.

Fazit

Das Qosmio X70-A-112 liefert eine ansprechende Leistung in einer weniger berauschenden Verpackung. Mit einem besseren Bildschirm wäre das X70 ein starkes, wenn auch teures, Gaming-Laptop. Bei einem Preis von rund 2300 Franken sollten aber keine scharrenden Scharniere und Plastikdeckel mehr vorkommen. Für den Heimgebrauch kann das relativ einfach mit einem externen Monitor gelöst werden, wie es bei Desktopersatzgeräten öfters vorkommt. Unterwegs quält man sich dann aber mit einem spiegelnden, wackelnden Display der unteren Qualitätsklasse. Die Gameleistung ist für ein Laptop sehr stark und kann mit Mittelklasse-Desktops gut mithalten.

Testergebnis

Leistung, Ausstattung
Display spiegelt, Preis, Verarbeitung

Details:  17,3"-Display (1920 x 1080 Pixel), Vierkernprozessor Intel i7-4700MQ (2,4GHz), 1 TB HDD, 256 GB SSD, 32 GB RAM, nVidia GeForce GTX 770M, 3,4 kg, Windows 8

Preis:  2299.-

Infos: 
www.toshiba.ch

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