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Sicheres Gmail: So funktionierts genau

Lesen Google-Entwickler alle Ihre E-Mails? Ist das ein Datenskandal – ähnlich wie jener bei Facebook und Cambridge Analytica? Zum Glück nicht ganz. Denn Sie können Ihre Maildaten effizient schützen.

von Gaby Salvisberg 21.08.2018

Ein Artikel des Wall Street Journals (WSJ) Anfang Juli liess aufhorchen. Die Rede war davon, dass Google-Mitarbeitende sowie Personal von App-Entwicklern Zugriff auf «Hunderte Millionen» von E-Mails in Googles Gmail-Dienst hätten und diese lesen könnten. Die Mails würden dabei nicht nur automatisiert gescannt und verarbeitet, sondern manchmal auch von Menschen gelesen. Das erinnert zunächst an den jüngsten Datenskandal bei Facebook. Das soziale Netzwerk hatte im Jahr 2014 einem Forschungsinstitut zu wissenschaftlichen Zwecken grosse Mengen an Daten aus Facebook-Apps zugänglich gemacht. Die Daten waren danach aber nicht gelöscht, sondern widerrechtlich zu Propagandazwecken benutzt worden, unter anderem im US-Wahlkampf 2016.

Der Fall bei Google liegt jedoch anders. Ein im WSJ-Bericht genanntes Beispiel dreht sich um ein Unternehmen namens Return Path. Jenes habe automatisiert E-Mails von mehr als 2 Millionen Konten nach Daten durchsucht, die für Vermarkter von Interesse seien. Dabei wurden 8000 nicht bearbeitete E-Mails von Mitarbeitern gelesen. Auch andere Marketingfirmen sowie App-Entwickler haben Zugriff auf Mails in Google-Konten erhalten. Das sei jedoch branchenüblich, heisst es allerorten – auch Microsoft und Oath (das Unternehmen aus dem Yahoo- und Verizon-Zusammenschluss) scannen die Mails der Anwender.

Bild 1: Auf dieser Website stecken alle wichtigen Datenschutzeinstellungen zum Google-Konto Bild 1: Auf dieser Website stecken alle wichtigen Datenschutzeinstellungen zum Google-Konto Zoom© PCtipp

Google hat inzwischen mitgeteilt, dass seine Mitarbeiter nur dann E-Mails von Nutzern lesen, wenn jene bei Problemen darum bäten oder wenn es nötig sei, um einem Bug oder Missbrauch auf die Schliche zu kommen. Die Zustimmung des Nutzers werde aber immer eingeholt. App-Entwickler ausserhalb von Google würden zudem eingehend und manuell überprüft. Sie müssten strenge Auflagen erfüllen, bevor man ihnen den Zugriff erteile. Es sei ihnen untersagt, Daten ohne Einwilligung des Nutzers weiterzugeben. Ausserdem verpflichten sich die Entwickler, die Daten nicht dauerhaft zu speichern. Es fehlen auch Anzeichen, dass diese Daten missbraucht worden wären.

Datenschutz im Google-Konto

Wollten Sie die via Google übermittelten Mails für App-Entwickler bei Google oder Drittfirmen unlesbar machen, müssten Sie diese verschlüsseln. Warum das in diesem Fall nicht praktikabel ist, lesen Sie im letzten Absatz. Dennoch können Sie selbst einiges für mehr Privatsphäre in Ihrem Google-Konto tun. Der Schutz besteht aus drei wesentlichen Punkten:

  • Beschränken Sie, welche Daten Ihr Google-Konto überhaupt sammelt.
  • Erteilen Sie den Zugriff nur jenen Apps, Geräten und Diensten, die Sie tatsächlich in Gebrauch haben und nur, sofern diese den Zugriff brauchen.
  • Nutzen Sie eine Zwei-Faktor-Authentifizierung, um sich bei Google-Konten anzumelden. Besuchen Sie als Erstes die Webseite unter myaccount.google.com und loggen Sie sich mit Ihrem Google-Konto ein.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Daten beschränken

Tags: E-Mail
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