Bildformate: Welche gibts, welche brauchts wofür?

Egal, ob Sie mit dem Smartphone oder mit einer Spiegelreflex fotografieren: Die folgenden Bildformate und ihre Bedeutung sollten Sie kennen. Auf diese Weise verhindern Sie unliebsame Überraschungen.

von Klaus Zellweger 24.04.2018

Einige Bildformate sind durch die Kamera vorgegeben. Andere Formate erfüllen einen klar definierten Zweck bei der Nachbearbeitung und einer weiteren Gruppe sollten Sie aus dem Weg gehen. Für die Wahl des richtigen Formats spielt die Art oder die Grösse der Kamera jedoch keine Rolle – nur der Verwendungszweck zählt.

Frisch aus der Kamera

Jede Digitalkamera produziert Dateien im JPEG-Format. Alle «grösseren» Kameras und viele gehobene Kompaktkameras erzeugen ausserdem auch RAW-Dateien (Rohdateien) – entweder anstelle von JPEGs oder zusätzlich. Dabei verfolgen beide Formate unterschiedliche Absichten.

JPEG

JPEG (sprich: «Tschei-päg») ist seit 1992 das Mass aller Dinge, wenn es darum geht, Fotos möglichst platzsparend und doch schonend zu speichern. Alle Kameras erzeugen JPEG-Dateien. Doch bevor die Kamera das Bild auf die Speicherkarte überträgt, wird es von der internen Software verarbeitet: Die Belichtung wird korrigiert, die Farben verstärkt, das Motiv geschärft und mehr. Viele Kameras bieten ausserdem Motivprogramme, die zum Beispiel die Sättigung erhöhen, damit die Fotos am Strand zum Anbeissen aussehen.

Diese Aufarbeitung in der Kamera oder im Smartphone sorgt dafür, dass sich eine JPEG-Datei direkt weiterverwenden lässt. Sie können die JPEG-Bilder natürlich in einer Foto-Software weiter verbessern, doch grundsätzlich ist die gröbste Arbeit getan. JPEG-Dateien sind auch pflegeleicht: Jede Software, jeder Computer und jedes Smartphone kann damit umgehen. Die kompakten Dateien lassen sich via E-Mail verteilen oder direkt auf einem Internetdienst wie Twitter oder Instagram veröffentlichen.

Bild 1: Das Speichern einer JPEG-Datei verlangt immer nach einem
Kompromiss zwischen Dateigrösse und Qualität Bild 1: Das Speichern einer JPEG-Datei verlangt immer nach einem Kompromiss zwischen Dateigrösse und Qualität Zoom© PCtipp

JPEG-Bilder können sehr hochwertig sein, wenn sie richtig gespeichert werden. Je stärker die Kompression, desto kleiner werden die Dateien – und desto mehr leidet die Bildqualität. Deshalb finden Sie im Sichern-Dialog für JPEGs fast immer auch eine Möglichkeit, um die Stärke der Kompression dem Verwendungszweck anzupassen, Bild 1.

RAW (Rohformat)

Die besseren Kameras speichern Fotos auf Wunsch auch als RAW-Dateien. Das heisst, die Software der Kamera nimmt am Bild keine Optimierungen vor. Das führt aber dazu, dass eine RAW-Datei nicht direkt verwendet werden kann; stattdessen muss jedes einzelne Foto zuerst am PC entwickelt und optimiert werden, zum Beispiel mit einer Software wie Adobe Lightroom, Bild 2. In den meisten Fällen wird das fertige Foto anschliessend als JPEG abgelegt; der Kreis schliesst sich.

Bild 2: Adobe Lightroom ist der bekannteste RAW-Converter – und einer der besten dazu Bild 2: Adobe Lightroom ist der bekannteste RAW-Converter – und einer der besten dazu Zoom© PCtipp

Diese manuelle Verarbeitung klingt umständlich und aufwendig, aber RAW-Dateien haben einmalige Vorzüge. So ist zum Beispiel der Dynamikumfang viel grösser als bei JPEG: Bei sehr kontrastreichen Bildern sind in den Lichtern und Schatten noch Details zu erkennen, die bei JPEG längst in komplettes Schwarz oder Weiss gekippt sind. Deshalb lassen sich auch Fotos retten, die als JPEG nur noch als Futter für den Papierkorb taugen würden. Kurz, die RAW-Entwicklung beschert zwar zusätzliche Arbeit, doch wenn Sie sich gerne um die feinen Details in Ihren Bildern kümmern, gibt es hierzu keine Alternative.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Sonderfall DNG und HEIF

Tags: Foto
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