Robert Half 15.12.2020, 17:31 Uhr

Drei Trends für die Schweizer Arbeitswelt 2021

Welche Veränderungen bringt das kommende Jahr für Unternehmen und Mitarbeiter? Der Personaldienstleister Robert Half hat drei wesentliche Entwicklungen ausgemacht und analysiert.
Zerrin Azeri, Associate Director bei Robert Half, kommentiert die Schweizer Arbeitsmarkttrends für 2021.
(Quelle: Robert Half )
Die Arbeitswelt ist im Wandel. Wohin geht die Reise für Schweizer Mitarbeitende? Der Parsonaldienstleister Robert Half hat drei Trends identifiziert, welche die Arbeitswelt in der Schweiz 2021 bestimmen werden. Für diesen steht jetzt schon fest: Die Digitalisierung wird einen weiteren grossen Schritt nach vorn machen und die Marschroute für eine vor allem durch Technologie geprägte Arbeitswelt vorgeben. Auch der Kampf um Fach- und Führungskräfte wird in vielen Branchen neu aufflammen.

Trend 1: Anforderung an die IT-Kompetenz steigt

Die Corona-Pandemie hat einen Digitalisierungs-Boom ausgelöst, der sich auch 2021 fortsetzen wird. Als Folge steigen die Ansprüche an Mitarbeiter im Umgang mit neuer Technologie. Hier bietet es sich an, auf die Erfahrungen aus den vergangenen Monaten zurückzugreifen. Daraus lässt sich ableiten, wo der Einsatz neuer Technologien sinnvoll ist und wo es noch Verbesserungsbedarf gibt. Auch sollten Unternehmen prüfen, welche Kommunikationstools und Cloud-Lösungen für künftige Bedürfnisse geeignet sind.
«Der digitale Wandel hat durch Corona sein Tempo erhöht», analysiert daher Zerrin Azeri, Associate Director bei Robert Half. «Die Unternehmen müssen Schritt halten, etwa durch moderne Kommunikationslösungen, um den Mitarbeitern nahtloses Arbeiten von überall zu ermöglichen. Arbeitgeber sollten zudem analysieren, ob die IT-Kenntnisse des Personals ausreichen oder ob Schulungen notwendig sind. Auch die Frage, ob IT-technisch besser ausgebildete Mitarbeiter benötigt werden, muss beantwortet werden», fügt Azeri an.

Trend 2: Hybride Arbeitsmodelle etablieren sich

Hybrides Arbeiten, also der regelmässige Wechsel zwischen Home Office und dem Büro, hat sich laut Robert Half in Krisenzeiten bewährt: Arbeitgeber haben erkannt, dass durch die Verlagerung des Arbeitsplatzes an den heimischen Schreibtisch das Infektionsrisiko der Mitarbeiter verringert werden kann, ohne dass die Arbeit darunter leidet. Dazu kommen auch wirtschaftliche Aspekte, zum Beispiel die Senkung der Betriebskosten, bei nicht vollausgelasteten Büros.
Auf der anderen Seite haben gemäss dem Personaldienstleister viele Arbeitnehmer die Vorteile von Remote Work schätzen gelernt und verspüren den Wunsch, auch weiterhin bei Bedarf von zu Hause aus zu arbeiten. Für diesen Fall sollten sich Führungskräfte bereits jetzt Gedanken machen, wie langfristig die Anwesenheit im Büro mit der Möglichkeit zum Home-Office vereinbart werden kann.
«Hybrides Arbeiten erfordert nicht nur die entsprechende technologische Ausstattung der Mitarbeiter, sondern auch eine andere Führungskultur», meint hierzu Azeri. Betriebe müssten sich darauf einstellen, dass vieles, das mit Corona eingeführt wurde, in Zukunft bleibe, so die Expertin weiter. «Dadurch wird auch vieles auf den Prüfstand gestellt: Von der Organisationsstruktur über die Entscheidungsprozesse bis hin zu den Kommunikationsgepflogenheiten muss alles kritisch hinterfragt und den neuen Gegebenheiten angepasst werden», betont Azeri.

Trend 3: Kampf um Fachkräfte wird grösser werden

Viele Mitarbeiter haben nach Auffassung von Robert Half während der Krise unter schwierigen Umständen ihren Wert unter Beweis gestellt – und dieser ist ihnen auch bewusst. Entsprechend gehe der Kampf um Talente und Fachkräfte in die nächste Runde, folgert der Personaldienstleister folglich. Hinzu kommt, dass die Expertengruppe des Bundes davon ausgeht, dass sich die Schweizer Wirtschaft 2021 erholen wird. Das betrifft auch den Arbeitsmarkt, auf dem Fach- und Führungskräfte wieder stärker gefragt sein werden.
Eine aktuelle Arbeitsmarktstudie von Robert Half zeigt, dass 86 Prozent der befragten Manager sich um den Verlust von Mitarbeitern mit Schlüsselqualifikationen sorgen.
«Auch wenn die Personalplanung in Zeiten der Unsicherheit schwierig erscheint, sollten Unternehmen versuchen, sich auf die zu erwartende Auftragslage und auf das mögliche Ende der Pandemie vorzubereiten», meint Azeri. Im Zweifel sei eine flexible Personalplanung sinnvoll. «Um agiler auf Auftragslagen reagieren zu können, können Unternehmen auf Interim Manager und Temporärarbeitnehmer zurückgreifen», empfiehlt Azeri abschliessend.



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