News 23.12.2015, 10:16 Uhr

Marcel Hirscher beinahe von Drohne getroffen

Beim gestrigen Weltcupslalom schrammte Marcel Hirscher nur knapp an einer Katastrophe vorbei. Eine TV-Drohne krachte unmittelbar hinter ihm zu Boden.
Marcel Hirscher ist der beste Skifahrer der Welt. Die letzten vier Jahre gewann Hierscher jeweils den Gesamtweltcup, hat 45 Weltcuptrophäen, sechsmal WM-Edelmetall und eine Olympia-Medaille in seinem Trophäenschrank stehen. Und das mit nicht einmal 27 Jahren. Er ist der Roger Federer des Skisports, so sehr es für einen Schweizer schmerzt, das über einen Österreicher sagen zu müssen. Gestern allerdings hätte Hirschers spektakuläre Karriere beinahe ein schockierendes Ende gefunden.
Als Hirscher in Madonna di Campiglio/ITA zum zweiten Lauf antrat, wartete nach ihm im Starthaus nur noch ein Läufer. Hirscher war wieder einmal auf Podestkurs. Doch nach wenigen Sekunden seiner Fahrt krachte eine TV-Drohne auf die Piste, unmittelbar hinter Hirscher. Wäre der Österreicher ein paar Zehntelsekunden langsamer unterwegs gewesen, er hätte keine Chance gehabt, dem Objekt auszuweichen. 

So aber konnte Hirscher im Ziel sagen, «nur etwas gespürt zu haben. Ich dachte, es sei ein Rutsch hinter mir oder eine Stange.» Deutliche Worte fand er nach Konsultation der TV-Bilder für die Organisatoren: «Das ist für mich eine absolute Frechheit. So etwas kann, sollte aber echt nicht passieren. Da darf man gar nicht nachdenken, was da hätte passieren können. Wer auch immer dafür verantwortlich ist: Bitte besser aufpassen». Auch FIS-Renndirektor Markus Waldner war ausser sich: «Es ist ein Wahnsinn, was da passiert ist. Eine Schweinerei, das wird Konsequenz haben. Wir sind an einer Katastrophe nur ganz knapp vorbeigegangen. Das tut uns sehr leid. Ob es jetzt erlaubt ist oder nicht, in Zukunft wird das ganz sicher nicht mehr eingesetzt werden». Die Organisatoren schoben die Verantwortung derweil von sich. «Verantwortlich für die Drohne war der TV-Rechtehalter Infront», erklärte Lorenzo Conci, Präsident des Organisationskomitees des Slaloms gegenüber dem österreichischen Fernsehen «ORF». «Ich habe mit Marcel Hirscher und ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel gesprochen und mich bei ihnen entschuldigt.»
In der Schweiz und Österreich sind Drohnenflüge an Veranstaltungen verboten, in Italien nicht. Eigentlich hätte aber auch gestern der Vorfall nicht passieren dürfen: «Es war aber ausgemacht, dass der Pilot nicht über die Strecke fliegt, sondern nur über den Korridor. Doch im zweiten Lauf ist der dann immer weiter reingeflogen.», sagte Markus Waldner. «Das wird sicher Konsequenzen haben.»
Marcel Hirscher beendete das Rennen übrigens trotz des Vorfalls auf Rang zwei. Und übernahm die Führung im Gesamtweltcup. Ein Superstar eben.

Fabian Vogt
Autor(in) Fabian Vogt

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