News 04.09.2018, 08:04 Uhr

20 Jahre Google: Rege genutzt, heftig umstritten

Das Verb googeln ist zu einem Synonym für die Internet-Suche geworden. Der vor 20 Jahren gegründete Konzern ist längst über die Suchmaschine hinausgewachsen. Wir blicken zurück – und voraus
Google hat die Welt verändert. Das sekundenschnelle Auffinden von Informationen im Internet ist in den vergangenen 20 Jahren dank der berühmten Formel des Konzerns zur Selbstverständlichkeit geworden (So suchen Sie richtig!). Damit einher geht aber auch eine beispiellose Ansammlung von Informationen in der Hand eines Konzerns – und eine Marktmacht, die vor allem in Europa verstärkt Aufseher auf den Plan ruft. Und mit Künstlicher Intelligenz, selbstfahrenden Autos und Gesundheitsforschung wollen Google und die Dachgesellschaft Alphabet bei vielen Zukunftstechnologien den Ton angeben – nicht alle Pläne waren jedoch von Erfolg geprägt. Diese Experimente sind den Weg alles Irdischen gegangen
Internet-Suchmaschinen gab es auch schon vor Google. Aber es war der neue Ansatz der beiden Gründer Larry Page und Sergey Brin, der Google schnell nach vorn brachte. Ihre Idee: Die Relevanz einzelner Webseiten zeigt sich darin, wie oft auf sie verlinkt wird. Inzwischen spielen im von vielen Mitarbeitern weiterentwickelten Google-Algorithmus hunderte weitere Faktoren mit. Die erste Version ihrer Suchmaschine, die zunächst BackRub hiess, programmierten Page und Brin ab 1996 noch zuhause. Relativ schnell wurde sie in Google umbenannt – eine Anspielung auf das Wort Googol, die mathematische Bezeichnung für eine 1 mit 100 Nullen.

Googles Geburt: 4. September 1998

Mit einem Scheck über 100'000 US-Dollar von Sun-Microsystems-Mitgründer Andreas von Bechtolsheim wurde Google schliesslich am 4. September 1998 als Unternehmen registriert. Die Mission: Alle Informationen auf der Welt zu ordnen und für alle zugänglich zu machen. Das Kredo (das inzwischen kaum noch Erwähnung findet): «Don't be evil - tu nichts Böses». Als erstes Büro suchten sich Page und Brin standesgemäss eine Garage im Herzen des Silicon Valley. Ihre damalige Vermieterin, Susan Wojcicki, führt heute die Videotochter YouTube.
Impressionen aus der Google-Gründerzeit – in unserer Bildergalerie:

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Die ursprüngliche Google-Seite mit separaten Eingabefeldern für Suchen auf den Webseiten der Stanford-Universität oder im Web

Page war der erste Firmenchef, doch den Investoren war nicht wohl dabei, das schnell wachsende Geschäft den beiden noch nicht einmal 30-jährigen Gründern zu überlassen. So wurde 2001 der erfahrende Manager Eric Schmidt als eine Art Erwachsenenaufsicht zu Google geholt. Für zehn Jahre, bis ein gereifter Page wieder das Steuer übernahm, wurden die Geschicke von einer Art Troika gelenkt. Schmidt war zwar der Konzernchef , aber die Gründer hatten zum Beispiel die Freiheit, das Start-up hinter dem heute dominierenden Smartphone-System Android zu kaufen, wie er sich später erinnerte.
Genauso clever wie der Suchmaschinen-Algorithmus war auch die Google-Idee, wie man damit Geld verdienen kann: Mit kleinen Anzeigen im Umfeld der Treffer, die dazu passen, wonach der Nutzer sucht. Bezahlt werden muss nur, wenn die Werbung auch angeklickt wurde, der Preis wird im Auktionsverfahren festgelegt. Mit solchen Mini-Deals kann man mit der Grösse von Google Milliarden scheffeln. Und die Such-Anzeigen gelten bei allen neu dazu gekommenen Aktivitäten nach wie vor als die Basis des Geschäfts von Google – und auch von Alphabet insgesamt. Im vergangenen Quartal erzielte Alphabet einen Umsatz von 32,6 Milliarden US-Dollar, davon waren gut 28 Milliarden Werbeerlöse von Google. Weitere, lustige Facts & Figures über Google.
Schon in den ersten Jahren wurde klar, dass sich die Ambitionen von Google nicht nur auf die Internet-Suche beschränken. Getreu dem Ziel, alle Informationen der Welt zu organisieren, fing der Konzern damit an, in grossem Stil Bücher einzuscannen. Bei dem Buch-Projekt holten sich die Google-Gründer mit ihren Weltverbesserer-Ambitionen zum ersten Mal eine blutige Nase. Autoren und Verleger sahen Urheberrechte verletzt und ihr Geschäft bedroht und zogen vor Gericht. Google Books kam als folge nur zäh voran.
Andere Dienste waren erfolgreicher – hier in der Übersicht.

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Gut, den Google Translator kennen Sie vielleicht noch. Aber wussten Sie auch, dass es eine App gibt? Und wussten Sie, dass Sie dort Buchstaben oder Worte «reinzeichnen» oder reinsprechen können und danach werden diese übersetzt? Die kostenlose App beherrscht aktuell bereits über 100 Sprachen und das ziemlich akkurat (einige Holperer ausgenommen) 

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