News 03.07.2013, 08:12 Uhr

Intel inside: Schweizer verletzen angeblich Marke

Intel wirft dem IT-Beratungsunternehmen Experts Inside vor, die eingetragene Marke «Intel inside» zu verletzen. Die St. Galler sind nicht die ersten «Insider» mit diesem Problem.
David gegen Goliath: Das Schweizer IT-Beratungsunternehmen Experts Inside steht vor einem Markenrechtsstreit mit Intel. Der Halbleiter-Gigant sieht durch den Namensbestandteil «Inside» die Rechte an seiner Marke «Intel inside» verletzt. In einem der Redaktion vorliegenden Schreiben an Experts Inside attestiert die Stuttgarter Anwaltskanzlei Lichtenstein, Körner & Partner eine «Kollision mit der berühmten Marke» ihres Klienten Intel.

Intel proklamiert «Inside» für sich

Die Anwälte verlangen von den Schweizern den unverzüglichen Nutzungsverzicht und das Löschen der in Deutschland eingetragenen Marke «Experts Inside». «Unsere Mandantin würde es vorziehen, die Angelegenheit auf diese Weise einvernehmlich und ohne weitere Folgekosten […] zu regeln», heisst es in dem Schreiben. In der vorausgefüllten Unterlassungserklärung nennen die Anwälte eine Vertragsstrafe von 7500 Euro pro allfälliger Nutzung des Namens Experts Inside – auch als Second-Level-Domain.
Wie Samuel Zürcher, Geschäftsführer von Experts Inside, dem PCtipp sagte, prüft das Unternehmen zusammen mit seinen Anwälten zurzeit die Forderungen. Gemeinsam mit dem deutschen Niederlassungsleiter Christian Glessner habe es Zürcher geschafft, die Firma unter dem aktuellen Namen bekannt zu machen und zu etablieren. «Wir haben zu hart gearbeitet und zu viel eingesetzt, um uns das durch eine solche Forderung einfach kaputt machen zu lassen», sagte Zürcher. Experts Inside sei auf die Kanzlei zugegangen und habe Gesprächsbereitschaft signalisiert. Jedoch halte die Gegenseite an der Forderung fest und verweigere auch einen direkten Kontakt zu Intel.
Auf Anfrage von PCtipp erklärte Nicola Procaccio, Intels Communication und Media Relations Manager Southern Europe & Switzerland: «Wir kommentieren keine laufenden Verfahren.»

Bisher 146 Namenskollisionen

Experts Inside sind nicht das erste Unternehmen, das wegen dem Namenszusatz in Konflikt mit dem Halbleiter-Riesen gerät. In dem Schreiben führen die Stuttgarter Anwälte weitere Fälle an, in denen Intel die Marke in der Vergangenheit «äusserst erfolgreich gegen die Übernahme von 'inside'» verteidigt hat. Dem Dokument hängt eine Liste mit 146 Namenskollisionen an, die der Konzern zu seinen Gunsten entschieden haben will. Aufgeführt sind Namenskreationen mit dem Bestandteil «Inside» von Firmen wie AEG, DaimlerChrysler, Deutsche Telekom, Opel, Siemens und Sony.
Aus den Ausführungen der Stuttgarter geht allerdings nicht hervor, ob die Markenlöschungen vor Gericht erstritten oder auf einem anderen Weg zustande gekommen sind. Allenfalls haben die Unternehmen ihre Marken angesichts des drohenden Kostenrisikos auch «freiwillig» gelöscht.

Anwälte sind zuversichtlich

Die von Experts Inside beauftragte Rechtsanwaltskanzlei Dury ist auf Anfrage von PCtipp zuversichtlich, den Fall zu einem positiven Ende für ihre Mandaten bringen zu können. Sie zitieren einen Entscheid des europäischen Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (HABM) aus dem Jahr 2010. Das HABM hatte zwischenzeitlich entschieden, dass «inside» im Sinne von «innerhalb» international verständlich sei und es sich deshalb nicht um einen kennzeichnungskräftigen Bestandteil handle (Az.: R0955/06-2). Ein Hinweis auf diese Rechtsprechung fehlt in dem Schreiben der Intel-Anwälte.


Kommentare

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iondriver
03.07.2013
Falls Intel nicht gewinnt, werden wieder ein paar Arbeiter entlassen. Ich versuch mir mal den Rummel vorzustellen, wenn die jedes "inside" einklagen wollen. Hja, wenn man vom angebissenen Apfel lernt, wie man klagt......

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babywhale
03.07.2013
Ich würde Experts Inside eher unter 'Truth in Advertising' einklagen.

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sharepointszu
04.07.2013
Ich würde Experts Inside eher unter 'Truth in Advertising' einklagen. Wie kommst Du denn darauf?

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sharepointszu
04.07.2013
Hallo zusammen, ich selber finde das die Höhe. Das wäre so, als wenn Microsoft alle verklagen wollte, die "Studio" im Namen haben, da Visual Studio ein Millionenfach verbreitetes Entwicklungstool ist. Oder Apple, für jeden der Phone verwendet? Helft mit, dagegen zu protestieren. Twitter Tag #StopMegalomania Facebook Seite https[://]www[dot]facebook[dot]com/StopMegalomania Wir müssen uns doch wehren. By the way, die wollen nicht Geld, sondern die wollen den Namen weg haben. Gruss SharePointSzu

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Gaby Salvisberg
04.07.2013
Willkommen im PCtipp-Forum, sharepointszu Werbung für Deine FB-Seite entlinkt, sorry. Gruss Gaby