News 18.03.2014, 10:55 Uhr

ISDN- und Analogtelefonie vor dem Aus

Die Swisscom transferiert nach und nach alle Festnetzkunden auf IP-Telefonie. Das bringt nicht nur Vorteile.
Bis 2017 rüstet das Telekomunternehmen Swisscom seine Sprachtelefonie auf. Diese läuft dann ausschliesslich über IP – wie bereits das Internet und Swisscom TV. Für den Kunden bedeutet dies: Telefone werden nicht mehr an einer Telefonbuchse eingesteckt. Stattdessen ist eine Verbindung über einen Router nötig, der die Daten bündelt. Analog-Telefonierer müssen also ihre herkömmliche Telefone entweder direkt am Gerät einstecken oder zu neuen DECT-Telefonen der Swisscom greifen, welche drahtlos mit dem Router kommunizieren.
Die Digitalisierung der Sprachtelefonie bringt verschiedene Vorteile. Sie erlaubt der Swisscom nicht nur, die Kosten für Prozesse und Betrieb zu senken. Auch der Kunde profitiert von einer höheren Sprachqualität sowie der Möglichkeit der Verlinkung verschiedener Dienste. Neue Telefone lesen beispielsweise automatisch die Namen unbekannter Anrufer aus dem Online-Telefonbuch aus und zeigen diese sofort an. Auch die Bedienung wird einfacher. So lassen sich Telefonnummern über das Online-Kundencenter mit wenigen Mausklicks sperren.
Gerade für ISDN-Kunden verläuft die Umstellung aber nicht ganz schmerzlos. Denn ISDN-Telefone funktionieren nach der Umstellung nicht mehr und müssen ersetzt werden. Auch wer lediglich Festnetztelefonie verwenden möchte – ohne Internet und TV der Swisscom –, muss sich auf Änderungen gefasst machen. Denn ein Router ist selbst für diese Kunden Pflicht und muss zur ständigen Erreichbarkeit Tag und Nacht in Betrieb sein.
Die Umstellung versucht die Swisscom deshalb so schonend wie möglich zu vollziehen. Neben Neukunden werden deshalb vorerst nur Kunden transferiert, welche sich für ein neues Angebot der Swisscom entscheiden. Aktuell laufen bereits 260'000 Kunden über die neue IP-Telefonie, pro Monat kommen weitere 20'000 bis 30'000 Kunden hinzu. Die Umstellung soll so bis Ende 2017 abgeschlossen werden. Wie dann mit den verbleibenden Analog- oder ISDN-Kunden vorgegangen wird, ist noch nicht bekannt.


Kommentare

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hpe05
18.03.2014
Ade Zuverlässigkeit Ich habe bereits Erfahrungen mit VoIP-Telefonie. Die sind halt so, dass das ganze Zeugs noch Kinderschuhe an hat. Das einzige Teil, was in meiner Firma IMMER funktioniert, ist mein 5-Nummern ISDN, bzw. analog dazu das analoge Telefon. Wenn die mir das wegnehmen, dann haben die Swisskomiker garantiert einen Kunden weniger. hpe04

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Supporter
18.03.2014
nanana...alles halb so wild. Du kannst sowohl Telefon als auch Faxgerät weiternutzen - sofern sie Tonwahlverfahren haben. Und das haben seit ca. 1990 praktisch alle Geräte. Die werden dann einfach entweder hinten am Router angesteckt oder man lässt sich eine BBR Installation machen und danach sind alle Dosen im Haus wieder nutzbar. (Mache ich momentan praktisch wöchentlich, da aktuelle VivoCasa Abos bereits heute ohne expliziten Gegenwunsch auf ALLIP geschaltet werden.) ISDN Geräte sind NICHT mehr weiter nutzbar, analoge jedoch schon. Kabelanbieter haben das seit langem so gehandhabt... Und die ganze Sache funktioniert sehr gut, interessant ist auch statt Rufnummernanzeige wird neu direkt der Namen aus dem Telefonbuch geholt.

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Rietramer
18.03.2014
Fax Kaufen?? Fax kaufen? Ich lese wohl nicht richtig! Warum nicht gleich noch einen Telex kaufen? Das ist ja nicht nur absolut unerfreulich sondern dann kann ich Swisscom verlassen und den vielen Werbeangeboten von Fremdanbietern bedenkenlos folgen. Ich kaufe sicher keinen neuen Geräte wie Fax & Telefon. Und wenn ein Service 21 auf mein Handy nicht mehr funktioniert brauche ich ISDN sowieso nicht mehr und spare in Zukunft viel Geld. Die sogenannte "Kundenfreundlichkeit" ist ja nichts anderes wie Gewinnmaximierung. Ein Narr wer an Kundenservice glaubt. Hubi

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tubeman
18.03.2014
Und wenn die Stromversorgung weg ist...? Na ja, was machen wir dann, wenn ein grösserer Stromausfall ist. Bisher konnte man sogar ein Uralt-Telefon 29, 50 oder 70er einfach an die Dose stöpseln und bei einem Stromausfall noch telefonieren. Dasselbe funktionierte sogar an der ISDN-Box bei den analogen Anschlüssen dank Fernspeisung von der Zentrale (dort durch Notstrom 48V via Akkus). Und nun heisst es willkommen in der schönen neuen Welt. Wie realisiert man wohl Feuerwehr, Notdienste etc. Etwa via Mobile...? denkste, denn ein flächendeckender Stromausfall wird auch die nächste Mobile-Zelle in die Knie zwingen... Liebe Swisscom, habt ihr da eine Lösung? Mit Grüssen tubeman

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Johnny B Good
18.03.2014
Rauchzeichen Ich empfehle bei einem Stromausfall den Notruf mittels Rauchzeichen abzusetzen. Das ging schon bei den Indianern. Höhenfeuer haben bei den alten Eidgenossen sehr gut gedient. Aber wir haben ja keine Stromausfälle.... Wie auch immer wenn das mit dem Notruf nicht mehr gewährleistet ist, kann ich ja gleich in alle Welt vollends gratis über Skype telefonieren. JBG

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gucky62
19.03.2014
Da gibt es noch einige andere Notfall Systeme. Zum Beispiel die Notrufsysteme in Liften. Die müssen zwingend via analogen Festnetzanschluss laufen. Eben unter anderem wegen der Notstromversorgung dieser Anschlüsse. Ich erwarte von Swisscom klare, qualitativ und in Sachen Zuverlässigkeit identische oder bessere Lösungen. Dies zu gleichen Kosten oder preiswerter. GSM ist keine davon! Die Zuverlässigkeit der Voip basierenden Systeme ist nun einmal im Vergleich zu den analogen/ISDN Anschlüssen ganz massiv schlechter. Vom völlig unnötigen Stromverbrauch und den Missbrauch-Risiken (Siehe Fritzbox!) abgesehen. Ebenfalls hat eine recht grosse Anzahl an Kunden nur Telefonie und diese Kunden - meist ältere Leute - wollen explizit keinen Internetanschluss. Basta! Die Swisscom hat einen Grundversorgungsauftrag, auch in reiner Telefonie. Vermutlich wird es hier nun einen politischen Grundsatz-Entscheid brauchen um die Swisscom für diesen Blödsinn zur Räson zu bringen. Hintergrund dürfte auch noch der Versuch sein die Kunden zu den Kombi-Angeboten zu drängen/zu zwingen. Man will ja sein IP-TV Angebot durchdrücken. (Was schon einmal reich technisch für reines TV meiner Meinung nach untauglich ist.). Man will natürlich auch verhindern, dass Kunden das Internet-Angebot von Anbieter XY (Z.B. via DSL) und Telefonie von Swisscom, TV vom nächsten Anbieter nutzen kann. Der Kunde soll gefälligst alles von Swisscom nutzen. Dieses Spielchen macht Swisscom ja auch schon sehr extrem im Glasfaser-Umfeld (Unter anderem im Basler Glasfasernetz). Eben ein massives Monopol-Verhalten. Der Hintergrund ist ja explizit die Gewinnmaximierung. Nichts anders. So nebenbei ist es technisch kein Problem auch mit ISDN Telefonen über entsprechende Adapter weiterhin nutzen zu können. Die Swisscom müsste nur wollen. Hinzu will ich auch keinen völlig unbrauchbaren Zwangs-DSL Router von Swisscom, der nicht einmal im entferntesten meinen Ansprüchen genügt. Die Dinger sind für meine Bedürfnisse schlichtweg Elektronik-Schrott! Die bisherigen Meinungen aus dem Umfeld (Jüngere bis ältere Leute) ist durchwegs negativ auf diese Ankündigung. Gruss Daniel

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Neusealand
19.03.2014
Wie werde ich den ISDN Anschluss los? Ich habe einen ISDN-Anschluss mit 3 Nummern. Davon verwende ich seit einiger Zeit nur noch 1 Nummer. Die andern sind für mich nutzlos. Ich betreibe diesen ISDN Anschluss via Swisscom ISDN Box welche ihrerseits mit einer FritzBox 7390 verbunden ist. Nebst Computer, TV (Casa) laufen meine DECT-Telefone (MT - 0, passend zur FritzBox) über die Fritz-Box. Frage:kann ich meinen ISDN-Anschluss einfach kündigen, die ISDN-Box an Swisscom zurücksenden und meine FritzBox entsprechend "umprogrammieren": anstelle von ISDN auf Analog und das wars? Oder brauche ich einen konz. Telefonfachmann für diese Operation um die Tf.Drahtverbindung abzuändern? Danke für aufklärende Antwort und Grüsse A.W.Ammann

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POGO 1104
19.03.2014
Hallo Neusealand - willkommen hier bein uns im Forum! :) Deine Frage hat aber nichts mit der Umstellung auf IP-Telefonie zu tun! (Dies nur zu deiner Info, die Frage selbst ist schon OK). Ja, du kannst ISDN problemlos kündigen, dann wird dir einfach (zur Zeit noch) eine Analoglinie aufgeschaltet - diese führst du auf deine FB und ggf. auf Analogtelefone. Das ISDN NT2ab Gerät gehört Swisscom und musst du retournieren / im Shop abgeben geht auch. Die ISDN-Sbus-Installation kannst du evtl. als Netzwerkkabel benutzen - Wichtig die Abschlusswiderstände in den letzten Dosen entfernen. Gruss, POGO 1104

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John M.
19.03.2014
nanana...alles halb so wild. Du kannst sowohl Telefon als auch Faxgerät weiternutzen - sofern sie Tonwahlverfahren haben. Und das haben seit ca. 1990 praktisch alle Geräte. Die werden dann einfach entweder hinten am Router angesteckt oder man lässt sich eine BBR Installation machen und danach sind alle Dosen im Haus wieder nutzbar. (Mache ich momentan praktisch wöchentlich, da aktuelle VivoCasa Abos bereits heute ohne expliziten Gegenwunsch auf ALLIP geschaltet werden.) ISDN Geräte sind NICHT mehr weiter nutzbar, analoge jedoch schon. Kabelanbieter haben das seit langem so gehandhabt... Und die ganze Sache funktioniert sehr gut, interessant ist auch statt Rufnummernanzeige wird neu direkt der Namen aus dem Telefonbuch geholt. Habe letzte Woche den Philips S9A gekauft. Kann ich es gleich wieder wegschmeissen?? Wenn nicht, wie kann ich es an den Centro Grande anschliessen?

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POGO 1104
19.03.2014
Habe letzte Woche den Philips S9A gekauft. Kann ich es gleich wieder wegschmeissen?? Wenn nicht, wie kann ich es an den Centro Grande anschliessen? Sobald du auf VoIP umgeschaltet bist, sind die Telefonports am Centro Grande aktiv. Dort kannst du alle bisherigen Analogtelefone anschliessen und problemlos nutzen - Auch dein Philips S9A. Sogar 50-jährige Wählscheibentelefone funktionieren, aber nur für ankommende Anrufe POGO 1104