News 10.08.2001, 12:15 Uhr

Warum die Hotmail Mailbox überquillt

Werbemails sind und bleiben lästig. Während man im realen Leben einfach einen Kleber mit der Aufschrift «Keine Werbung» am Briefkasten anbringen kann, gestaltet sich die Abwehr von unerwünschten E-Mails viel schwieriger.
Eine Studie aus Amerika prognostiziert, dass sich die Menge der unerwünschten Werbemails bis ins Jahr 2006 versechsfachen wird. Der Trend macht sich schon jetzt bemerkbar: Viele Besitzer eines E-Mail-Accounts erhalten mehrere unerwünschte Werbesendungen pro Tag.
Besonders stark betroffen sind die Nutzenden einer Hotmail-Adresse bei Microsofts Gratisdienst. So wird zum Beispiel ein Test-Account, der vor einigen Wochen über MSN eingerichtet wurde, seit der Erstellung täglich mit mehreren Mails bombardiert - obwohl die Adresse nie irgendwo verwendet oder publiziert wurde.
Auf Nachfrage gab Microsoft an, dass diese Flut von Servern verursacht wird, die wahllos Namenskombinationen von Adressen bei Hotmail ausprobieren. Dies geschehe unter anderem deshalb hauptsächlich bei Hotmail, weil dies weltweit mit Abstand der grösste Dienst sei.
Eine Lösung für das Problem ist nicht in Sicht. Zwar gibt es Filter, mit denen die Werbeflut verkleinert werden kann, doch das ist reine Symptombekämpfung und zudem läuft man mit der Anwendung von Filtern Gefahr, auch E-Mails zu übersehen, die man hätte lesen wollen. Weil Hotmail nicht nur von einigen, sondern von tausenden von Systemen überflutet wird, ist es auch schwierig, gegen die Versender von Massenmails vorzugehen.
Zwar gibt Microsoft an, wenn möglich rechtlich gegen Leute vorzugehen, die Hotmail überfluten. Doch der Kampf ist nahezu aussichtslos, weil zu viele "Gegner" angreifen.
Eine echte Lösung für die Nutzer gibt es nicht. Der Flut kann nur entgehen, wer sich einen anderen Mailaccount zulegt.


Autor(in) Beat Rüdt


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