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E-ID, SwissID und Mobile ID

von Klaus Zellweger 08.10.2019

Fazit: gute Ansätze

Es wird Zeit für eine Zusammenfassung. Die E-ID kann im geschäftlichen Umfeld und auf den Ämtern einiges verändern, weil sie zum staatlich anerkannten Ausweisdokument wird. Die Mobile ID versucht, ein wenig Ruhe in die Zwei-Faktor-Authentifzierung zu bringen, indem sie eine gemeinsame Plattform für verschiedene Dienste bietet. Die Swiss-ID gibt sich gerne seriös und staatlich, aber sie sitzt zwischen den Stühlen, denn sie ist (noch) kein offizielles Ausweisdokument.

Jede dieser drei Technologien bringt für sich gesehen gute Ansätze mit. Doch leider schaffen sie es nicht, die Prozesse rund um die Identifizierung und Anmeldung zu verschlanken; stattdessen muss man sich bei drei weiteren Stellen anmelden, um alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Vor allem aber lösen die SwissID und die Mobile ID kein einziges Problem. Das lässt sich mit einer persönlichen Statistik veranschaulichen: Mein Kennwortmanager zählt aktuell 182 Logins von A wie «Adobe» bis Z wie «Zyxel». Wo immer möglich, nutze ich die 2FA. Die Bilanz fällt ernüchternd aus:

  • Mobile ID: Anzahl meiner Logins, die Mobile ID unterstützen: 2 von 182 – wobei das Login der SwissID dazugehört. Das zweite Login ist jenes der PostFinance, die ironischerweise die 2FA auch über die eigene App abwickeln kann. Das gelbe Kästchen ist weiterhin erlaubt, aber nicht mehr nötig (mehr dazu unter dem Link go.pctipp.ch/2050).
  • SwissID: Anzahl Logins, welche die SwissID unterstützen: 1 von 182. Dabei handelt es sich um die Post, die diese Form der Anmeldung unterdessen verlangt.

Ohne den Druck und die Marktposition der Post und der PostFinance würde sich vermutlich kaum jemand für diese Technologien interessieren. Ein echter Mehrwert ist zurzeit nicht gegeben. Stattdessen bleibt ein guter Kennwortmanager die beste Lösung, um die unzähligen Zugänge im Zaum zu halten.

Die Situation erinnert auch an das Schweizer Bezahlsystem Twint. Dieses wird von den teilnehmenden Banken zwar vehement beworben, aber Twint hat «den Durchbruch noch vor sich», um es sehr vorsichtig auszudrücken. Es fehlt ganz einfach die kritische Masse, dass Twint auf breiter Basis akzeptiert wird. Bei der Mobile ID und SwissID ist es genau dasselbe: Es fehlt an Akzeptanz, weil die Verbreitung nicht gegeben ist – und an der Verbreitung ändert sich so schnell nichts, weil die Akzeptanz fehlt.

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    Kommentare

    • Attila 08.10.2019, 16.57 Uhr

      Der Austausch ist bei M-Budget nicht gratis. Eine neue SIM-Karte kostet dort CHF 20.--. Habe das Ganze nämlich soeben durchexerziert.

    • perryrho 08.10.2019, 18.41 Uhr

      Zitat: ... "So setzt etwa die Post (aber nicht PostFinance) die SwissID für die Anmeldung voraus." ... Das stimmt so nicht, denn die Post akzeptiert weiterhin auch eine Neu-Registrierung mit bekanntem Kundenlogin (siehe beiliegendes Anmeldefenster der Post). Sollte das bisherige Kundenlogin zukünftig mal eingestellt werden bevor die 'politischen Weichen' konsumentenfreundlicher gestellt werden, müsste ich mir ernsthaft eine Kündigung überlegen (ich nehme mal an, dass ich damit nicht[...]

    • Jürgen N. 09.10.2019, 09.09 Uhr

      Glaube ich nicht... Nur schon um ein Paket verfolgen zu können musste ich jetzt nach Jahren zwingend eine SwissID zulegen. Gruss Jürgen

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