Schweizer nutzen kaum Mobile Payment

Bargeldloses und kontaktloses Bezahlen ja, Mobile Payment noch nicht. So lautet das Fazit einer Umfrage.

von Jens Stark 05.03.2018

Das bargeldlose Bezahlen ist auch in der Schweiz auf dem Vormarsch. Nach Angaben der Schweizerischen Nationalbank sind 17 Millionen Kredit- und Debitkarten in der Schweiz im Umlauf – ein Höchststand. Auch die Zahl der Transaktionen, die mit entsprechenden Karten vorgenommen wird, hat im letzten Jahr mit über einer Milliarde einen Rekord erreicht.

Und der bargeldlose Trend dürfte weiter anhalten: Schon 30 Prozent der Schweizer Bevölkerung können sich laut einer repräsentativen Umfrage des Online-Vergleichsdiensts Comparis.ch eine bargeldlose Schweiz vorstellen.

Jeder Zweite zahlt kontaktlos

Ein weiteres Ergebnis von Comparis.ch: Jeder Zweite zahlt bereits kontaktlos, also ohne die Eingabe eines PIN-Codes. Primär werden dabei Kredit- oder Debitkarten genutzt.

Trotz der grossen Verbreitung sind die Schweizer allerdings vorsichtig bei Zahlungen mit dem neuen Feature. So äussern 72 Prozent der Befragten Sicherheitsbedenken im Falle eines Kartenverlusts. Diese Sorge ist laut Comparis-Telekom-Experte Jean-Claude Frick durchaus begründet: «Wer eine Kredit- oder Debitkarte mit aktiviertem NFC-Chip verliert, muss diese rasch sperren lassen, da die verlorene Karte für Kleinbeiträge ohne PIN-Code benutzt werden könnte.» Das von vielen befürchtete Auslesen der Datenverbindung sei demgegenüber aber komplex, da der Hacker sehr nahe an sein Opfer herankommen müsse, um Daten mitlesen zu können.

Smartphone ist noch Randerscheinung

Einen schwereren Stand hat dagegen das Bezahlen mit dem Smartphone. Zwar glauben 38 Prozent der Befragten, dass das Bezahlen mit dem Smartphone die Debit- und Kreditkarten dereinst ablösen wird. Trotzdem fristet das Handy im heutigen Alltag noch ein Nischendasein. Lediglich 3 Prozent der Befragten zücken üblicherweise das Handy für kontaktlose Zahlungen. Und nur gerade 1 Prozent der Befragten nennt Mobile Payment wie Apple Pay, Samsung Pay und Twint als bevorzugtes Zahlungsmittel. Knapp zwei Drittel der Umfrageteilnehmer nutzt Mobile Payment überhaupt nie. Und bloss jeder Zehnte bezahlt mindestens einmal pro Woche mit dem Smartphone.

«Die Bezahlung mit dem Smartphone erscheint vielen Nutzern kompliziert, wozu die drei untereinander inkompatiblen Systeme Apple Pay, Twint und Samsung Pay in der Schweiz massgeblich beitragen», erklärt Frick.

Bargeld bei Frauen beliebter als bei Männern

Bargeld hingegen verliert an Popularität in der Schweiz. So geben nur noch 40 Prozent Noten und Münzen als beliebtestes Zahlungsmittel an (gegenüber Debitkarten mit 34 Prozent und Kreditkarten mit 25 Prozent). Dabei sind es vor allem die Frauen, die dem Bargeld die Stange halten. 43 Prozent der Frauen bevorzugen Bargeld gegenüber den anderen Zahlungsalternativen. Bei den Männern sind es nur 36 Prozent.

Tags: Twint

    Kommentare

    • karnickel 05.03.2018, 17.09 Uhr

      Ich hatte ja schon früher zu denken gegeben: http://www.pctipp.ch/forum/showthread.php?39887-Ist-Twint-bereits-gefloppt&p=230774#post230774 Seither habe ich meinen Hosensack-Kompjuter auf jeden Fall noch nicht ausgewechselt. :)

    • maschwi 06.03.2018, 09.57 Uhr

      es ist sowieso unnötig noch mehr Bezahl-Apps zu erfinden. Jedermann hat ein Bank-oder Postkonto, eine Kreditkarte, oder schlichtweg Bares im Sack. Das ist nur Geldmacherei für den Erfinder der App; ohne Nutzen, aber mit Kosten für die Geschäfte. M. Schatzmann

    • siXtreme 06.03.2018, 11.18 Uhr

      Smarphone ist schon unnötig, da man ja genau gleich etwas aus dem Hosensack holen und dann den pin eingeben muss (am Handy) Was ich persönlich aber noch mag, ist mit der Smartwatch zu bezahlen. An der Selfscanning station im Coop oder Migros ist man damit wirklich extrem schnell :) Da kann ich auch noch 30 Sekunden bevor der Zug abfährt ein Coke holen Allerdings ist mir nicht bekannt ob das mit irgendeiner Smartwatch ausser der Apple Watch überhaupt möglich ist? Und für die Apple Watc[...]

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