News 19.03.2010, 09:37 Uhr

Diskussion: Schweizer Killerspielverbot

In der Schweiz ist die Diskussion rund um das Verkaufsverbot von Killerspielen an Kinder und Jugendliche neu entbrannt. Die Rahmenbedingungen dazu sind jedoch mehr als unklar.
Killerspiele sollen verboten werden. Der Ständerat hat sich gestern – wie bereits der Nationalrat im Juni 2009 – für die Motion von Evi Allemann und somit gegen die umstrittenen Games entschieden. Wie genau das Gesetz dazu aussehen soll, ist dennoch fraglich. Damit soll sich nun der Bundesrat befassen. In der Motion schreibt Allemann von einem Gesetzt, das erlaubt, «die Herstellung, das Anpreisen, die Einfuhr, den Verkauf und die Weitergabe von Spielprogrammen zu verbieten, in denen grausame Gewalttätigkeiten gegen Menschen und menschenähnliche Wesen zum Spielerfolg beitragen». Die Motion sieht keine Altersbeschränkung vor, sondern ein generelles Verbot der Games.
Der Bundesrat hatte 2009 ein generelles Verbot jedoch abgelehnt und die Ablehnung der Motion verlangt – aber: «Der Bundesrat ist jedoch klar der Auffassung, dass der Jugendschutz bei Gewaltdarstellungen verstärkt werden muss.»
Unklar ist nicht nur, wie und ob überhaupt ein generelles Verkaufsverbot umgesetzt werden kann, sondern auch, was genau umgesetzt werden soll. Käme es tatsächlich zu einem Verbot, so übernimmt die Schweiz damit EU-weit die Vorreiterrolle oder die eines Sonderlings. Vielleicht einigt man sich auch «nur» auf einen besseren Jugendschutz, denn auch die Motion von Norbert Hochreutener wurde gestern angenommen – mit 27 zu 1 Stimme. Sie spricht sich klar für ein Verkaufsverbot an Kinder und Jugendliche aus.
Nun liegt es am Bundesrat, beide Aufträge zu einem Lösungsvorschlag zusammenzuführen.
Information
Was halten Sie von der Diskussion rund um die Killer-Games? Sind Sie selbst Spieler? Wie könnte ein Gesetz aussehen? Ist ein Verbot zielführend? Diskutieren Sie das doch in unserem Forum.


Kommentare

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Adriano
19.03.2010
Rauchverbot, Bierverbot, Spielverbot, Ausgansverbot... Bringt alles nicht, und wenn es verboten wird, umso interessanter wird es für die Jungend es zu tun... - "Hey, kommst du diesen Abend zu mir? Hab ein Illegales Spiel zu Hause!" - "Wow, Geil, was für ein Spiel" - "Manhunter 2!" Wenn die Junge kein Sozialleben mehr führen und nur noch Schule-Haus-Schule-Hause machen, dann kann es sowieso nicht gut auskommen... Die wollen was tun, können aber nichts tun! Wo sollen sie hin? 5Fr für ein Bier ist für ein Student zu viel. 18Fr für das Kino ist auch zu viel! Damit sie was intelligent machen können, braucht es Gratis-Aktivitäten... Bleibt nur noch ein PC oder in einer Gruppe mit ein Messer herumzuspazieren und die andere blöd anficken (siehe Zürich und Basel). Von denen die ich kenne, sind die "PC-Spieler" die besten Junge die es gibt! Lieber Worms, CS, WoW spielen als an der Tankstelle Bier trinken oder am Bahnhof Drogen konsumieren. Solche Junge, die gute Eltern haben bleiben oft zu Hause und spielen PC (Killerspiele wenn sie alleine sind, Wii-Spiele wenn sie viele sind). Solche Junge, die schlechte Eltern haben, sind auch nie zu Hause und schlagen in München die Leute zusammen. Früher machten die Horror-Filme aggressive Junge, Heute scheinbar die Killer-Spieler. Jemand muss ja schuld daran sein... Schade, dass immer am falschen Ort geschaut wird!

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X5-599
19.03.2010
Ich finde ein solches Gesetz überflüssig und dass darüber auch noch diskutiert wird, finde ich reine Geldverschwendung. Wann fangen wir an Geseetze zu erlassen ob im TV am Tag durch in den Nachrichten ein Unfall gezeigt werden darf oder ein Mord damit wir unsere Kinder schützen??? Nein ernsthaft, man nimmt den Eltern schon überall Verantwortung ab und nimmt sie in Schutz, aber irgendwo sollten Eltern doch noch ihrer Verantwortung nachkommen und schauen was die Kinder machen. Und neue Gesetze braucht kaum jemand. Man sieht es doch mit dem neuen Gesetz bezüglich Kindersitz im Auto. Nur weil die Menschheit zu dumm ist ihre Kinder, welche ihnen angeblich doch so am Herzen liegen, richtig zu schützen, muss man ein Gesetz erlassen - und keiner mag es. Wenn alle Eltern täglich nur 5 Minuten für ihre Kinder Zeit nehmen würden um zu schauen was es am Computer macht, wäre alles viel besser. Ausserdem, wer sagt dass Shooter Spiele und entsprechende Filme den Kindern schaden? Ich habe schon mit 13 Aliens gesehen und habe mit 16 die schlimmsten Horror Filme geschaut die es in der Schweiz, respektive in meiner Videothek gab. In der Mittagspause spielte ich dann gerne eine Runde Mortal Kombat. Wurde ich deswegen gewalttätig oder sogar zum Mörder? NEIN Nicht jeder Mensch nimmt solche Sachen gleich auf. Mein Kumpel meinte bis er 30 ist noch immer diese Filme, in denen Männer und Frauen nackt sind, seien real. Bis er rausfand das alles gestellt ist. Ich bin der Meinung wenn die Eltern endlich ihrer Aufsichtspflicht nachkommen würden, bräuchte man dieses Gesetz nicht und schädlich in dem Sinne dass daraus ein Mörder oder ein Verbrecher wird, bezweifle ich ernsthaft. Vielleicht hat der eine oder andere entsprechend einer Szene wirklich ein Mord dargestellt, dann war es aber nicht das Spiel weswegen er das machte sondern weil er Fantasielos war und das ausprobieren wollte. Hand aufs Herz, wer hat noch nie eine Idee geklaut und es nachgemacht? Ich hatte letztens nachdem ich im TV einen Bericht über Autos auf Schnee gesehen habe, auch die Lust verspürt es drehen zu lassen. Zwei Tage später lag genug Schnee auf der Strasse, also habe ich es gemacht. Hilfe, der Bericht über ein Schneefahrtraining hat mich zum Raser gemacht - hhhiiiiilllllllfffeeeeeee Und ausserdem, hatten wir dieses Thema nicht schon mindestens einmal?

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Adriano
19.03.2010
Ich habe schon mit 13 Aliens gesehen und habe mit 16 die schlimmsten Horror Filme geschaut die es in der Schweiz, respektive in meiner Videothek gab. In der Mittagspause spielte ich dann gerne eine Runde Mortal Kombat. Wurde ich deswegen gewalttätig oder sogar zum Mörder? NEIN Freddy Kruger? War mein ersten Horror Film mit 14, hatte dann Wochenlang immer Albträume!

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X5-599
19.03.2010
Freddy fand ich schon immer langweilig. Ich habe meist mit nem Kumpel zusammen nen Video Nachmittag gemacht und uns dann die schlimmsten Horrorfilme geschaut. Ich kann mich erinnern dass mich meine Mutter einst fragte was für einen lustigen Film wir schauten, weil wir die ganze Zeit lachen mussten. Dabei war es ein Horrorfilm. Noch heute muss ich bei vielen Filmen lachen weil sie nicht gruslig sondern einfach lustig sind.

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Nitro
19.03.2010
Ein effektiver Jugendschutz ist klar nötig, solange Erwachsene nicht davon tangiert werden und weiter frei Software und Spiele kaufen können finde ich das ok, ich steige aber auf die Barrikaden wenn das nicht der Fall ist. Priester missbrauchen Kinder und das nicht etwa in einem Spiel ... - wird nun auch die Kirche verboten ? Dürfte wohl ein zu heisses Eisen sein um sich als Politiker zu profilieren, aber mit ein paar Gamer die alles mit sich machen lassen geht das wunderbar.

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screwdriver
19.03.2010
Ich war an einer Podiumsdiskussion mit Herrn Näf. Leider hat dieser Mann wie die meisten SP Leute einen extremen Scheuklappenblick. Wir versuchten ihm klar zu machen, dass solche Spiele nach einem Verbot illegal aus dem Internet besorgt werden und somit die Eltern überhaupt keine Kontrolle mehr haben was auf den PC's der Kinder installiert ist. Antwort von Herrn Näf: ich vertraue auf den gesunden Menschenverstand und bin überzeugt, dass dies nicht so sein wird. Unglaublich. So sieht man, dass dieser Herr Näf obschon er Programmierer war, überhaupt keine Ahnung hat was im Internet ab geht. Ich bin ein Gamer und ich bin gegen ein Verbot! Der Jugenschutz muss verschärft werden dieser Meinung bin ich auch aber man kann sicher nicht erwachsenen Leuten vorschreiben was sie kaufen dürfen und was nicht. Meiner Meinung nach müssten hier die Gameverbände bzw. Die Industrie eingreifen

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iondriver
19.03.2010
Ich finde, dass ein Verbot eher das Gegenteil auslöst, als wofür es gestellt wird, wie ein anderer User schon bemerkt hat, dass ein gesetzliches Verbot die Konsumenten nur mehr reizen würde. Ich selbst habe mich über all die Jahre hin aus dem TV mit Action-, Kriegs-, Horrorfilmen berieseln lassen dass die Tanne wackelt. Ich habe mich aber auch hingesetzt und mich mit all diesen Filmen befasst, mich informiert über das "Wieso und Warum" und feststellen müssen, dass die Filme der reinen Unterhaltung dienen sollen. Verbot ist der komplett falsche Ansatz, Aufklärung und Information über diese "Killerspiele" seitens der Eltern wären angebracht. Leider sehe ich in meinem Umfeld immer mehr Eltern, denen es "quadratkubikmässig" auf den Wecker geht, dem Nachwuchs Aufklärung zu geben, in sehr vielen Themengebieten. Nicht die Spiele töten Menschen in der Realität - sondern Menschen töten Menschen. Waffen sind Werkzeuge, wie Schaufel und Laubharke. Wenn man Spiele verbieten soll, dann bitte auch Schaufeln verbieten. Denn auch mit Schaufeln kann man einen Menschen ins Grab bringen :-) . Weniger Verbote - mehr Aufklärung. "Wissen ist Macht. Nichts wissen macht auch nichts."

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Polii
19.03.2010
Da sieht man mal wieder das die Politiker keine Ahnung von den Gamern haben. Von 5000 Gamern macht vlt grad mal einer nen Amoklauf wenn sie die Games verbieten hol ich sie mir aus dem Internet. Das ist dann noch schlechter ich hole mir auf Ilegalem weg ein Ilegales Spiel und bezahle nichts. In 10 Jahren wird es keine Games mehr geben weil die Entwickler kein Geld mehr haben. Und ich denke das 100 mal mehr Personen Fernsehen also genau so schlimm. macht mich echt wütend da hab ich immer Gedacht blöde Deutschen die verbieten alles und nun kommt das auch noch in die Schweiz.

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coceira
19.03.2010
und wer zum teufel schuetzt uns vor den jugendschuetzern, pfaffen, profilneurotischen politikern (und innen), denjenigen die den gesunden menschenverstand predigen, psychopathen die uns das denken abnehmen wollen, den ....... gibt es eigentlich keine denkenden, verantwortung fuer ihr tun tragende menschen mehr, lasst kinder an die macht, die sind vernueftiger oder verbietet doch einfach alles, die liste des im leben erlaubten wird viel kleiner sein als jede verbotsliste.

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Polii
19.03.2010
dann müsste man auch Rap verbieten