News 27.06.2017, 07:55 Uhr

PostFinance verärgert Kunden mit E-Banking-Werbung

Die Stiftung für Konsumentenschutz rügt die Post erneut. Auch Kunden, die nicht an dem neuen «Benefit»-Programm teilnehmen, wird beim Login nervige Werbung eingeblendet.
Die erst vor wenigen Tagen getroffene Entscheidung der PostFinance, ihren E-Finance-Kunden im Rahmen des neuen «Benefit»-Programms nur noch auf Zustimmung personalisierte Schnäppchenwerbung einzublenden, liess die Konsumentenschützer endlich aufatmen (PCtipp berichtete). Nun kommt es doch wieder anders: Auf einmal bekommen auch reguläre E-Banking-Nutzer Werbung von Kleiderhändlern oder Essenslieferdiensten im Login-Bereich zu sehen.

Werbung als Ankündigung

Die Werbung sei allerdings nicht Teil des jüngst lancierten Aktionsprogramms, beteuert die Medienstelle der PostFinance gegenüber der Pendlerzeitung «20 Minuten». Wie Sprecher Johannes Möri der Zeitung darlegt, handele es sich dabei vielmehr um «Startangebote zur Einführungskommunikation des PostFinance-Benefits-Programms». Nicht immer würden dabei nur Werbeangebote eingeblendet, sondern auch Hinweise und Informationen, so Möri.

«Unseriöses Vorgehen» 

Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) rügt die Werbeschaltungen der PostFinance erneut. Wie Sara Stalder, die Geschäftsleiterin der SKS, gegenüber der Tageszeitung sagt, wirke das Vorgehen nicht sehr seriös. «Wer seine Bankgeschäfte erledigt, sollte dabei keine Werbung zu sehen bekommen, wenn er dem nicht explizit zugestimmt hat», so Stalder. Der PostFinance stünden schliesslich genug Möglichkeiten zur Verfügung, ihre Kunden über andere Kanäle auf das neue Schnäppchenprogramm aufmerksam zu machen.

Autor(in) Simon Gröflin


Kommentare

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karnickel
28.06.2017
Postfinance finanziert Ihre Kundenkonten per Niedrigzinsen, Gebühren bei niedrigen Kontenständen und, wie überall, mit Ausführungsverzögerungen. Offenbar gibt es bei dieser Firma nun aber Probleme mit der Wirtschaftlichkeit. Andernfalls müsste sie kaum Zusatzverdienste bei ihrer Kundschaft ausschöpfen. Ähnliches findet man innerhalb des gleichen Konzerns in sich kurz vor Schliessung befindlicher Poststellen. Dort müssen USB-Sticks, Schlechtschein-Karten und Geschenkkarten zusätzliche Umsätze generieren. Alles in allem ein sich in staatlichen Händen befindlicher Apparat, der komisch funktioniert.

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gucky62
28.06.2017
Dir ist das aktuelle Zinsumfeld aber bekannt, oder? Die Zinsen sind nun einmal unten und auf Guthaben kann kein Finanz-Institut derzeit brauchbare Zinsen geben. Und erst recht nicht bei Konten, die verfügbar sein sollen. Bisher konnten die Anbieter - wie auch Postfinance - die Dienstleitungen darüber finanzieren, nur die Luft ist sehr sehr dünn geworden. Und die netten Negativzinsen tun ihr übriges. Kein Anbieter macht das Ganze aus Spass, die wollen und müssen auhc was verdienen und im Konto-Geschäft ist da nicht mehr viel möglich. Wobei die Gebühren der Postfinance noch recht moderat sind. Wenn DU mehr Zins haben willst, musst Du auch deutlich höhere Risiken eingehen. Die Schaltung von Werbung an Kunden, die eben dem nicht zugestimmt haben ist hingegen eine schlechte Idee. Genau deswegen haben diese ja unter anderem nicht zugestimmt. Damit verärgert man solche Kunden nur. In einem Online Zahlungssystem hat Werbung auch absolut und grundsätzlich nichts zu suchen. Dies kann ja sogar eine Sicherheitslücke darstellen. (--> Werbe Netzwerke, falls diese verwendet werden.) Aber wie gesagt die Postfinance hat auch den Auftrag Gewinn zu erwirtschaften. Das versuchen SIe natürlich auch. Und Post ist nicht Postfinance. Gruss Daniel