News 11.03.2019, 09:44 Uhr

Aus Protest: Wikipedia wird am 21. März offline gehen

Autoren der deutschsprachigen Wikipedia haben in einer Abstimmung beschlossen, mit der Abschaltung gegen Uploadfilter zu protestieren.
Am 21. März müssen Sie Ihren Wissensdurst woanders als auf den deutschsprachigen Wikipedia-Seiten stillen. Denn diese werden für 24 Stunden abgeschaltet. Statt Inhalten wird vermutlich nur eine schwarze Seite mit einem Text zu sehen sein.
Das haben Autoren der Online-Enzyklopädie in den vergangenen Tagen nach längerer Diskussion in einer Abstimmung beschlossen, wie «Golem» schreibt. Damit wollen die Wikipedia-Autoren gegen die geplante EU-Urheberrechts-Reform protestieren. Bereits im September 2018 hatten die ehrenamtlichen von Wikipedia deswegen gestreikt (PCtipp berichtete).
Thomas Planinger, Wikipedia-Autor und Vorstandsmitglied von Wikimedia Österreich, informierte über Twitter:
Eine Vorwarnung an alle Nutzerinnen und Nutzer der #Wikipedia: Am 21. März 2019 wird die deutschsprachige Wikipedia für 24 Stunden aus Protest gegen die geplante EU-Urheberrechtsreform nicht erreichbar sein. Dieser Protest wurde von den Autoren der Wikipedia beschlossen.
— Thomas Planinger (@plani13) 8. März 2019

Protest gegen Upload-Filter

Wikipedia fürchtet, dass die geplante Reform dazu führen könnte, «dass das freie Internet erheblich eingeschränkt wird. Selbst kleinste Unternehmen müssten fehleranfällige und technisch unausgereifte Upload-Filter für sämtliche ihrer Inhalte einsetzen (Artikel 13) und für minimale Textausschnitte aus Presseerzeugnissen Lizenzen erwerben, um das sogenannte Leistungsschutzrecht für Presseverleger einzuhalten (Artikel 11)», wie es auf der Abstimmungsseite heisst.
Die Autoren sind der Meinung, dass dies die Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit einschränken könnte. Ausserdem bitten sie darum, am 23. März an den Demonstrationen teilzunehmen, die in ganz Europa stattfinden sowie die Abgeordneten des Europäischen Parlaments zu kontaktieren.
Auch in der Schweiz ist am 23. März eine Demonstration am Helvetiaplatz in Zürich geplant: 


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