News 12.01.2005, 14:00 Uhr

Gefährliche Auslands-Dialer

Das BSI warnt vor Dialern, die Internetverbindungen zu Telefonnummern im Ausland aufbauen. Wie Satellitennummern werden diese nicht von den gängigen Schutzprogrammen unterbunden.
Wie das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) [1] mitteilt, haben unseriöse Anbieter einen neuen Abzock-Trick entdeckt. Sie jubeln Anwendern Dialer-Programme unter, die eine Verbindung zu exotischen Staaten und Inseln aufbauen. Typische Beispiele sind Sao Tome und Principe (00239), Guinea Bissau (00245), Diego Garcia (00246) und Nauru (00674). Durch den Trick werden die Einwahlprogramme nicht automatisch von herkömmlichen Anti-Dialer-Programmen geblockt. Diese sperren standardmässig nur Anrufe auf 0900- und 0190-Nummern. Die Telefonkosten für die neuen Ausland-Dialer liegen laut BSI bei 1,49 Euro pro Minute. Nach maximal 32 Minuten werde die Verbindung jeweils automatisch gekappt. Laut Dialerschutz.de [2] hat die Deutsche Telekom auf die neue Masche reagiert. Ihre Festnetztochter T-Com sperrt ab sofort Ausland- und Satellitennummern, die für Einwahlprogramme missbraucht werden.
In der Schweiz tritt ab dem 1. April eine neue Anti-Dialer-Regelung in Kraft [3]. Diese gilt aber nur für 0900-Nummern. Wie Swisscom-Pressesprecher Christian Neuhaus auf Anfrage erklärt, sind auch in der Schweiz bereits einzelne "Opfer" von Satelliten- und Ausland-Dialern bekannt. Verschärft sich die Situation, werde sich auch die Swisscom überlegen, solche Nummern zu sperren. Als aktuelle Schutzmassnahme empfiehlt Christian Neuhaus Besitzern eines Analog- oder ISDN-Modems, ein Anti-Dialer-Programm [4] zu verwenden. Sie blockieren zwar Auslandnummern nicht standardmässig. Der Anwender kann aber neue Nummernbereiche zur Sperrung eintragen. Hilfe leistet dabei eine Liste des BSI [5]. Sie informiert über verdächtige Auslandnummern.


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