News 26.12.2013, 09:00 Uhr

Jahresrückblick 2013: Juni

Die Privatsphäre wird rückwirkend abgeschafft? Mist! Und iOS 7 sieht jetzt so aus? Hilfe! Der Juni steckt voller Hiobs-Botschaften.

Snowden

Im Juni 2013 wurden der Welt die Augen geöffnet: Die NSA kann alles, macht alles und darf alles – und was sie nicht darf, macht sie erst recht, wahrscheinlich aus Trotz. Diese schockierende Nachricht stammte zuerst aus einer unbekannten Quelle, die sich jedoch bereits am 9. Juni offenbarte: «Mein Name ist Edward Snowden. Ich bin 29 Jahre alt.» Der Rest ist Geschichte, raus aus der Wohlfühlzone!
Und langsam dämmert es der Welt …
Natürlich wurde diese globale Schnüffel-Affäre auch bei uns thematisiert, aber der Sturm der Entrüstung blieb aus. Vielleicht deshalb, weil es alle geahnt haben. Vielleicht aber auch, weil uns das Ausmass dieser Unverfrorenheit mit dem Mokka-Löffel serviert wurde. Aus dem riesigen Skandal wurden viele kleine Skandälchen, die bald nur noch nervten. Dennoch: Unsere Anleitung Internet ganz anonym erklomm im Juni ohne grosse Anstrengung die Spitze der Charts.

iOS 7

Interessanterweise gab das neu vorgestellte iOS 7 mehr zu reden. Das radikal überarbeitet Design produzierte Emotionen wie Erstaunen, Vorfreude und Angstzustände – und zwar gleichzeitig. Doch mit iOS 7 verhielt es sich wie mit dem Abhörskandal: Man kann nicht endlos Panik schieben und fügt sich irgendwann in sein Schicksal. Schliesslich hat das neue System so manche Vorzüge.

Bildergalerie
Die bestehenden Apps von Drittanbietern tanzen jetzt ein wenig aus der Reihe

Das Leben ist kein Bauernhof

Der einstige Facebook-Liebling Zynga fällt tief. Die Macher von Farmville verspielen die Gunst des Publikums – und das im besten Wortsinn. Über 500 Leute werden entlassen, das entspricht rund 20 Prozent der Belegschaft. Der Markt für virtuelle Schrebergärten scheint definitiv gesättigt.
Das angekündigte Ende einer Spielära

Gruselig

Ein Blogger druckt sein Gehirn aus. Als Vorlage diente ein MRT-Scans, der mit viel Geschick und Know-how in 3D-Daten umgewandelt wurde. Nachahmer orientieren sich am besten an der Anleitung, die ebenfalls publiziert wurde. Wir sind fasziniert – und auch ein wenig dankbar, dass sich die Körper-Attrappen auf das Gehirn beschränkten.
Gehirn-Dummy

Grössenwahn

Die Swisscom veröffentlicht «iO» – eine App, die WhatsApp das Fürchten lehren soll. iO kann chatten, Dateien verschicken und telefonieren. Unter registrierten iO-Nutzern sind diese Dienste kostenlos, egal, ob man Swisscom-Kunde ist oder nicht. Wir erklären das an dieser Stelle, weil iO-Anwender so selten sind, wie weisse Tiger. Unser Praxistest stiess auf dasselbe Interesse wie jemand, der gerade eine Schüssel Maden verspeist: alle sehen fasziniert zu, aber keiner will mitmachen.


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