Kommentar 22.07.2005, 10:45 Uhr

Das Freitagsbit: Es ist einfach so

Die WWKolumne
Auch wenn ich mich damit als alten Sack hinstelle: Ich gehörte einst zu den ersten 20000 Natel-Kunden der Schweiz und fühlte mich, das Handy am Ohr, zum ersten Mal wirklich frei. Heute hat sich dies ins Gegenteil verkehrt. Ohne Handy wird man schnell einsam. Soziale Kontakte werden im Minutentakt abgerechnet. Oder zum Stundentarif.
Kein Wunder werden Beziehungen per SMS getrennt. Oder aufgebaut. Mitgefühl, Liebe, Hass und andere Emotionen mutieren zum Input für Datenverarbeitungssysteme, seien dies Mobiltelefone, SMS-Gateways, Internet-Server oder Grossrechner. Die Systeme setzen emotionslos einmal programmierte Abläufe um.
Die Gesellschaft mutiert zum sozialen Grossrechner mit verschiedenen Applikationen. Sie wird etwa immer dichter reguliert. Beamte, die sich ohne nachzudenken an definierte Abläufe halten sind nicht besser als SMS-Beziehungskiller. Und Menschen, die alles mit "es ist einfach so" kommentieren, tun nichts Falsches. Aber auch nichts Richtiges.
Dabei könnten wir alles ändern. Aber wir sind bald nicht mehr das Volk.
Sondern das Programm.
Es ist einfach so.


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