Navigations-App 11.08.2020, 07:48 Uhr

Apple Maps findet Yellowstone-Natonalpark nicht

Etliche Besucher wurden von der Navi-App fehlgeleitet. Der Fehler wurde erst nach langem Drängen von Anwohnern behoben.
Apple Maps fand Yellowstone-Natonalpark nicht
(Quelle: W. Broemme, pixelio.de)
Bis vor wenigen Tagen strandeten zahlreiche Touristen, die den berühmten Yellowstone National Park in den US-Bundesstaaten Wyoming, Montana und Idaho besuchen wollten, im beschaulichen Dörfchen Driggs in Idaho. Schuld daran war ein Fehler im Kartendienst Apple Maps, berichtet die Tageszeitung «New Haven Register». Erst nach langem Drängen der Dorfbewohner wurde der Fehler berichtigt.

Keine Bisons und Geysire

Eugenio Bautista war mit seiner Familie auf einer ausgedehnten Tour. Nach dem Besuch des Yosemite-Nationalparks übernachteten die Touristen aus Chicago in Idaho Falls. Am nächsten Morgen tippte er sein neues Ziel ein und wählte die erste angebotene Route aus. Am vermeintlichen Ziel mussten sie jedoch vergeblich nach Bisons und Geysiren Ausschau halten. Auch die teils atemberaubenden Ansichten bei der Fahrt über den Teton-Pass hätten sie nicht entschädigt. «Ich bin frustriert. Wir sind extra ganz früh aufgestanden, um viel Zeit für den Park zu haben und jetzt haben wir zwei Stunden verschwendet», so Bautista.

Matt Britsch und Jack Thornby traf es noch härter. Auch sie wurden von der Apple-Technologie in die Irre geführt. Sie hatten im Ferienpark von Dubois übernachtet. Dach führte sie der Apple-Dienst 160 Meilen weit vom Ziel weg, berichten sie. «So behandeln sie also Kunden, die auf Apple Maps angewiesen sind, um zu einem der grössten und meistbesuchten Nationalparks zu gelangen», empört sich Britsch. Täglich seien etwa 20 Autos, deren Insassen zum Park wollten, bei ihnen gestrandet, so die Anwohner. Viele nahmen es mit Humor. Carol Gregory etwa malte ein paar Pflastersteine gelb an und stellte ein Schild mit «Google Maps ist korrekt» auf.

Ankunft im «falschen» Frankfurt

Viele Menschen vertrauen blind auf Navis und Kartendienste, statt sich zusätzlich wenigstens grob auf einer Landkarte zu orientieren. Manche fahren dabei in Flüsse, andere landen 600 Kilometer von ihrem Ziel entfernt wie zwei Fussballfans. Sie reisten zu einem Spiel ihres Vereins Benfica Lissabon eigens nach Frankfurt. Sie kamen auch an, aber an der Oder statt am Main, wo das Match ausgetragen wurde. Auch blindes Vertrauen in Google Maps wurde 2016 der US-Abrissfirma Billy L. Nabors Demolition Rowlett in Texas zum Verhängnis. Sie riss damals aus Versehen das falsche Haus ab.

Autor(in) Wolfgang Kempkens, pte


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