Streaming 17.03.2022, 08:35 Uhr

Netflix testet neue Taktik gegen Account-Sharing

Netflix hat seit Jahren mit dem Teilen von Accounts zu Kämpfen. Nun hat sich der Streamingdienst etwas Neues ausgedacht. 
Netflix-Logo
(Quelle: shutterstock.com/360b)
Eben erst hat Netflix hierzulande eine Preiserhöhung bekannt gegeben. Der Single-Account bleibt bei 11.90 Franken, der Duo- und der Family-Pass kosten neu 18.90, respektive 24.90 Franken. Nun will der Dienst noch mehr Gebühren einführen – und zwar, um das (unerlaubte) Teilen von Accounts zu unterbinden. Denn den Account zu teilen ist nur erlaubt, wenn man im gleichen Haushalt lebt. 
Chengyi Long, Abteilungsleiterin bei Netflix, erklärte in einem Blogbeitrag, dass das Sharing zu Verwirrungen darüber geführt hat, wann Accounts geteilt werden dürfen und wann nicht. Dies schädige Netflix und führe dazu, dass das Unternehmen weniger Geld in neue Serien und Filme investieren könne. 
Der neue Ansatz, das Account-Sharing zu unterbinden, besteht darin, diese Option gegen eine zusätzliche Gebühr auch mit einzelnen Personen ausserhalb des Haushaltes zu erlauben. Während einer Testphase wird Netflix diesen Ansatz in drei Ländern ausprobieren: Chile, Costa Rica und Peru. Dort werden Abonnenten nicht nur die Möglichkeit haben, Fernsehprofile auf neue Konten zu übertragen (entweder ihr eigenes Hauptkonto oder das einer anderen Person), sondern sie werden auch aufgefordert, den zusätzlichen Zuschauer ordnungsgemäss anzumelden – zu einem ermässigten Preis. Von rund 3 Dollar spricht man beispielsweise im Falle von Costa Rica.
Ob und wie diese Strategie später weiterverfolgt wird, ist aber noch nicht klar. 



Kommentare

Avatar
PCUser71
17.03.2022
Um das besser beurteilen zu können, müsste man jetzt noch wissen, was das Netflix-Abo in Chile, Costa Rica und Peru kostet. Die 3 Dollar Aufpreis pro Person scheinen auf den ersten Blick nicht viel - aber nur im Verhältnis zu unseren Schweizerpreisen. Wenn diese Preise* hier stimmen https://www.comparitech.com/blog/vpn-privacy/countries-netflix-cost/ bezahlt man für das Premium-Abo z.B. in Peru rund 45 PEN, umgerechnet rund CHF 11. 35 - also nicht mal die Hälfte von unseren CHF 24.90. Somit müsste das das Angebot im gleichen Verhältnis bei uns dann rund CHF 6 pro Person/Monat ausserhalb des eigenen Haushalts kosten. Wenn man die bisherige Netflix-Preispolitik für die Schweiz berücksichtigt, wird das aber wohl eher gehen CHF 9 oder mehr Franken sein. o_O * The Swiss, in particular, have always had a raw deal. They pay more for their subscriptions but have often been found to have a library size that’s below the global average. Then, in December 2021, Netflix hit Swiss subscribers with a 12 percent increase on its standard subscription price (rising from 16.90 to 18.90) and a 14 percent increase on its premium subscription price (rising from 21.90 to 24.90).

Avatar
waendi
17.03.2022
...das nennt man eben "Kaufkraftabschöpfung" - vergl. Arztneimittel, Autos, Kosmetik, etc. etc.