News 24.09.2012, 08:46 Uhr

Facebook stellt Gesichtserkennung ein

Facebook hat überraschend bekannt gegeben, die Gesichtserkennung auf Fotos für europäische Nutzer zu deaktivieren. Gleichzeitig zeigt sich die irische Datenschutzbehörde in einem Bericht zufrieden mit dem sozialen Netzwerk.
Im vergangenen Jahr geriet das soziale Netzwerk Facebook mit seiner Gesichtserkennung ins Visier der europäischen Datenschützer. Über die Funktion werden neu hochgeladene Fotos in Social Network gescannt und die darauf befindlichen Personen Profilen zugeordnet, auch ohne das Einverständnis der betroffenen Nutzer. Die Beschwerden führten zu einer Überprüfung durch den irischen Datenschutzbeauftragten, in deren Verlauf Facebook die Gesichtserkennung zumindest für neue Mitglieder vorübergehend deaktiviert hatte.
Facebook gab nun bekannt, dass die Gesichtserkennung ab 15. Oktober für alle europäischen Mitglieder abgeschaltet wird. Diesen Schritt geht das Unternehmen freiwillig, um aus den Negativschlagzeilen herauszukommen. Der irische Datenschutzbeauftragte Billy Hawkes begrüsste die Entscheidung und betonte, dass Facebook damit ein klares Zeichen setze, den Datenschutz in Zukunft ernster zu nehmen.
Allerdings ist die Entscheidung nicht endgültig. Facebook plant, die Gesichtserkennung zu einem späteren Zeitpunkt in Europa wieder einzuführen, jedoch so, dass sie datenschutzrechtlich weniger bedenklich ist. Dies geht aus den Äusserungen eines Facebook-Managers gegenüber BBC hervor.
Datenschutzbehörde ist zufrieden mit Facebook
Die irische Datenschutzbehörde hatte am vergangenen Freitag ihren Prüfbericht zu den von Facebook verlangten Verbesserungen des Datenschutzes veröffentlicht. Laut Bericht wurde die Mehrheit der beanstandeten Punkte von Facebook zur Zufriedenheit der Behörde ausgebessert. So sei etwa die Transparenz und die Kontrolle der Nutzer über ihre Daten verbessert worden.
Weniger zufrieden zeigte sich die Gruppe Europe vs. Facebook rund um den Wiener Studenten Max Schrems. Der Bericht zeige, dass die geltenden Gesetze bei einem Tech-Giganten wie Facebook nicht zur Anwendung kommen. Die Gruppe hatte in der Vergangenheit zahlreiche Anzeigen gegen das soziale Netzwerk erstattet und will diese auch weiterführen.
Die Entscheidungen der irischen Datenschutzbehörde sind für Europa massgebend, weil sich der internationale Hauptsitz von Facebook in Dublin befindet. Im letzten Dezember veröffentlichte die Behörde einen 150-seitigen Bericht, in dem das soziale Netzwerk zu einer Reihe von Verbesserungen des Datenschutzes seiner Mitglieder aufgefordert wurde. Diese sieht die Behörde jetzt also grösstenteils als erfüllt an.


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