News 19.10.2012, 07:00 Uhr

Nintendo äussert sich zu Kinderarbeit

14 Jahre alte Schüler stellte das taiwanesische Unternehmen Foxconn an seine Fliessbänder in China, damit sie Geräte für Nintendo zusammensetzten. Jetzt untersucht Nintendo den Skandal.
Nintendo untersucht derzeit die Vorgänge in der chinesischen Foxconn-Fabrik, in der 14-Jährige als Arbeitskräfte bei der Produktion von Nintendo-Geräten beschäftigt wurden. Nintendo wolle erfahren, wie genau die Kinder in der Foxconn-Fabrik beschäftigt worden sind. Ausserdem wollen die Japaner wissen, welche konkreten Geräte die minderjährigen Fliessbandarbeiter für Nintendo zusammengesetzt haben.
«Nintendo stehe im Gespräch mit Foxconn und untersuche die Angelegenheit», teilte das Unternehmen in einer Stellungnahme mit. «Wir nehmen unsere Verantwortung als weltweit tätiges Unternehmen sehr ernst und verpflichten uns, ethisch korrekt mit Rohstoffen, Herstellungsmethoden und Arbeitsbedingungen umzugehen.»
In der Foxconn-Fabrik in der chinesischen Küstenstadt Yantai hat das taiwanesische Unternehmen eine bisher unbekannte Anzahl von Schülern beschäftigt, deren Alter unter dem für Arbeitskräfte gesetzlich vorgegebenen Mindestalter von 16 Jahren lag. Einige der Schüler waren sogar erst 14 Jahre alt, als sie ans Fliessband von Foxconn verfrachtet wurden. Sie haben dort drei Wochen lang Geräte für Nintendo zusammengesetzt. Dann reagierte Foxconn auf Vorwürfe von Menschenrechtsorganisationen, forschte nach und entdeckte die illegalen Arbeiter. Foxconn habe sich nach eigenen Angaben bei den Schülern entschuldigt und Massnahmen ergriffen, damit diese zurück an ihre Schulen gebracht würden. Nur in dieser einen Fabrik habe man illegal beschäftigte Schüler entdeckt, in den anderen Foxconn-Fabriken habe man keine Hinweise auf ähnliche Verstösse feststellen können, beteuert das Unternehmen.
Foxconn beschäftigt fortwährend Schüler im Rahmen seines Praktikantenprogramms. Diese würden dem Unternehmen zufolge 2,7 Prozent der Arbeitsleistung der insgesamt 1,2 Millionen Foxconn-Arbeiter in China erzielen. Foxconn stellt für eine Reihe namhafter westlicher Firmen IT-, Mobilfunk- und Entertainmentgeräte her. Besonders bekannt wurde Foxconn als Produzent von Apples iPhones und iPads. Foxconn ist ein taiwanesisches Unternehmen, dessen Fabriken aber überwiegend in der Volksrepublik China stehen. Nur dort findet Foxconn günstige Arbeitskräfte in ausreichender Zahl.


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