Kommentar 15.10.2010, 06:00 Uhr

Autokorrekturkorrektur

Alles wird besser, nur die Autokorrektur von Microsoft weiss alles besser. Man korrigiert sie schon fast automatisch.
In der heutigen sich schnell verändernden Zeit (so wurden Texte schon vor 50 Jahren eingeleitet) ist der verunsicherte Zeitgenosse (ganz zu schweigen von der Zeitgenossin) froh, wenn es Dinge gibt, die immer gleich bleiben. Es ist deshalb äusserst erfreulich, dass seit gefühlten 20 Jahren nach jeder Neuinstallation von Microsoft Office das gleiche, schöne Ritual folgt: die Deaktivierung der Autokorrektur.
Quizfrage: Was ist dümmer als die Autokorrektur in Word? Antwort: die Autokorrektur in Excel. Die funktioniert zwar genau gleich, doch in einem Tabellenkalkulationsprogramm nervt sie einfach noch ein bisschen mehr. Dort werden ja ständig Abkürzungen verwendet, nach denen dann Excel mit Grossschreibung weiterfährt. Auch Masseinheiten wie MHz werden dann immer schön sauber in «Mhz» korrigiert.
Der verunsicherte Benutzer ist natürlich froh, dass der Computer seine korrekten Eingaben sofort mit etwas Falschem überschreibt. Schliesslich ist er ja verunsichert und schätzt es deshalb, wenn er wenigstens etwas besser weiss als der Computer. Da der Benutzer, ganz zu schweigen von der Benutzerin, das Zehnfingersystem gelernt hat und beim Tippen permanent auf den Bildschirm schaut, bemerkt er nicht nur seine eigenen Fehler sofort, sondern auch die der Autokorrektur. Das fühlt sich gut an. Allerdings lässt sich die Autokorrektur nur effizient korrigieren, wenn man sie deaktiviert.
Microsoft könnte ja die Autokorrektur einfach schon von Beginn an deaktivieren. Aber die Software-Entwickler sind offenbar der Meinung, dass sie besser wissen, was der Benutzer schreiben will als er selbst.

Autor(in) David Lee


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