News 28.07.2014, 06:01 Uhr

Migros ermöglicht mobile Handy-zu-Handy-Transaktionen

Verschiedene Schweizer Banken bieten Möglichkeiten, Handy zu Handy-Überweisungen zu machen. Aber die Lösung der Migros Bank ist die fortschrittlichste.
Die Migros Bank baut ihr Online-Angebot aus. Mit der Dienstleistung «Direktübertrag P2P» ermöglicht sie die Überweisung von Geldbeträgen von einem Handy zum anderen. Unabhängig davon, wo einer der beiden Natelnutzer sein Konto hat.
Der Kunde der Migros Bank gibt auf seiner mobilen Banking-App unter der Funktion «Direktübertrag P2P» die Handynummer des Zahlungspartners ein. Dieser erhält daraufhin auf seinem Smartphone per SMS eine Internetadresse zugeschickt. Dort muss sich der Zahlungspartner innert 24 Stunden einloggen und die Transaktion abschliessen. Auf diese Weise können Kunden der Migros Bank Geld auf Bank- oder Postkonti von Personen senden, deren Kontoinformation sie nicht kennen müssen.

PayPal-Überweisung per Handy

Dazu bietet die Migros-Bank-Lösung als erste auch die Möglichkeit, auf PayPal-Konti zu überweisen. Und umgekehrt können Kunden der Migros Bank veranlassen, dass ihnen andere Personen Geld per Kreditkarten-oder PayPal-Zahlung übermitteln. Bei Überweisungen via PayPal und Kreditkarte wird eine Fremdgebühr von maximal 2 Prozent erhoben. Transaktionen via Bank- und Postkonto sind kostenlos. In der Standardeinstellung beläuft sich die Limite pro Transaktion auf 500 Franken, und pro Monat darf die Summe der Überweisungen maximal 1000 Franken betragen. Der Kunde kann diese Limiten im E-Banking auf 1000 beziehungsweise 2000 Franken anheben.
Mit dieser Lösung steht man in der Branche zurzeit sehr fortschrittlich da. Zwar bietet die Postfinance bereits seit 2007 SMS-Transaktionen an, bei denen ebenfalls an Kunden von Fremdbanken überwiesen werden kann. Allerdings funktioniert dies nur in eine Richtung. Und die Postfinance-App erlaubt nur Handy-Überweisungen innerhalb der Bank.

Six Group plant eigenes Handy-zu-Handy-Zahlungssystem

Der Zahlungsverarbeiter Six entwickelt derzeit ein eigenes System zur Geldüberweisung von Handy zu Handy. Dabei arbeitet man mit drei Finanzinstituten zusammen, von denen erst die Zürcher Kantonalbank (ZKB) ihre Partizipation öffentlich gemacht hat. Es hätten aber mittlerweile einige Banken mehr Interesse daran gezeigt, wie uns ein Six-Sprecher auf Nachfrage sagte. Das Produkt von Six wird allerdings nicht vor Ende Jahr kommen. Geplant ist, dass dann ein Subkonto bei der eigenen Bank eröffnet wird, sollte sich jemand für den Dienst registrieren. Auf dieses Konto kann Geld mittels Banküberweisung oder Kreditkarte geladen werden. Soll eine Überweisung gemacht werden, wird in der dafür entwickelten App die Telefonnummer des Empfängers und der Betrag eingegeben. Auch die Migros Bank wollte ursprünglich am Six-Projekt teilnehmen. Doch da man keine genauen Angaben zum Zeitplan erhielt, entschloss man sich für eine Eigenentwicklung, sagte die Bank auf unsere Nachfrage.
Weil das Six-System dauert, setzt die ZKB zusätzlich noch auf ein anderes System und bietet seit diesem März Überweisungen via QR-Code an. Seit rund einem Monat bieten auch Credit Suisse und die Neue Aargauer Bank (NAB) diese Lösung an. Allerdings können die QR-Überweisungen nur zwischen diesen drei Banken getätigt werden.

Fabian Vogt
Autor(in) Fabian Vogt


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