News 08.08.2014, 08:08 Uhr

Smartphone-Sperre gegen Ablenkung im Auto

Über 13'000 Verkehrsunfälle ereigneten sich letztes Jahr auf Schweizer Strassen. Handy-Hersteller tüfteln daher bereits am «Automodus».
Was an Bord eines Flugzeugs gilt, könnte demnächst auch für Autofahrer gelten. Denn Telefonate und SMS während der Fahrt lenken ab und führen zu Unfällen. Davon berichtet der TCS in seiner Mitgliederzeitschrift «Touring». Allein 2013 kam es auf Schweizer Strassen zu rund 13'000 Verkehrsunfällen, bedingt durch unaufmerksame und abgelenkte Autofahrerinnen und Autofahrer. Neue Sicherheitskonzepte von Smartphone-Herstellern kämen daher nicht von ungefähr, argumentiert der TCS. Apple ist nicht der erste Smartphone-Hersteller, der sich laut Insider-Berichten von Macrumors eine entsprechende Technologie patentieren lässt. Bei Windows Phone ist schon länger ein sogenannter «Driving Mode» integriert, der dem Fahrzeuglenker während einer Fahrt sämtliche Telefonfunktionen sperrt.

Sperre bei Kontakt mit der Auto-Anlage

Auf Windows Phone ist der «Fahrzeugmodus» über die Einstellungen optional aktivierbar, sobald sich der Handy-Nutzer das erste Mal via Bluetooth mit der Freisprechanlage des Autos verbindet. Einmal aktiviert, schaltet das Handy automatisch in den Sperrmodus, sobald das Handy wieder eine Verbindung zur Auto-Anlage aufbaut. Der Nutzer kann darauf keine SMS mehr schreiben. Ruft jemand an, erhält der Anrufende eine Meldung, dass der gewünschte Mobilteilnehmer sich gerade vor dem Steuer befindet und dieser keine Nachricht empfangen könne.
Apple will die Idee angeblich noch weiter ausbauen: Anhand der registrierten GPS-Daten des iPhones soll das Apple-Smartphone automatisch erkennen, ob der Anwender sich vor dem Steuer befindet.

App für Android und iOS verfügbar

Anlässlich der Sensibilisierungskampage «Augen auf die Strasse», kann sich, wer kein Windows Phone besitzt, die für iOS und Android verfügbare «Drive Mode»-App herunterladen. Die App greift auf Identität und Standort zu, macht aber eigentlich (wie der Flugzeugmodus) nichts anderes, als sämtliche Datenverbindungen zu trennen.
Die Idee dahinter ist offensichtlich ein Motivationswettbewerb, weil die App die gefahrenen Kilometer jeder Fahrt aufzeichnet. Mit dem erlangten Punktestand können sich Anwender mit anderen sicherheitsbewussten Fahrern messen.

Autor(in) Simon Gröflin


Kommentare

Es sind keine Kommentare vorhanden.