News 18.07.2016, 10:21 Uhr

Terror-Warn-App informierte zu spät

Nutzer der Warn-App SAIP wurden in Frankreich erst zweieinhalb Stunden nach dem Anschlag informiert.
Nach dem neuerlichen Terroranschlag von Nizza, bei dem in der Nacht auf heute, Freitag, nach aktuellem Stand mindestens 84 Personen getötet wurden, darunter 10 Kinder, wird Kritik an der Terror-Warn-App «SAIP» laut. Die zur Fussball-EM Anfang Juni dieses Jahres von der französischen Regierung vorgestellte Anwendung hat die User erst zweieinhalb Stunden nach dem Vorfall gewarnt.

Warnung kam erst gegen 1:35 Uhr

Auch wenn die Idee, Bürger und Touristen im Falle eines Anschlags möglichst schnell und präzise mit Informationen zu versorgen, gut ist, funktioniert das «Système d'alerte et d'information des populations» (SAIP) offensichtlich schlecht. Laut Dutzender Twitter-Nutzer wurden diese erst Stunden später über den Anschlag, gegen 1:35 Uhr, in Nizza in Kenntnis gesetzt. Zu diesem Zeitpunkt war der Attentäter, ein 31-jähriger Franzose tunesischer Herkunft, der mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge raste, bereits von der Polizei erschossen worden.
Dass die App unzuverlässig arbeitet, ist allerdings nichts Neues. Bereits kurz nach ihrer Einführung am 8. Juni häuften sich Meldungen über Fehler. Insbesondere bei der Android-Ausgabe der App soll es immer wieder zu plötzlichen Abstürzen gekommen sein. Dass das System Passanten in unmittelbarer Nähe des Anschlagorts gewarnt und über sichere Fluchtwege informiert hätte, blieb aufgrund der massiven Zeitverzögerung ein Wunschtraum.


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