News 12.05.2011, 09:12 Uhr

Schweiz: jede vierte Software illegal

Laut der Business Software Alliance (BSA) sind 26 Prozent aller Programme in der Schweiz illegal.
2010 wurden demnach in der Schweiz Programme im Wert von rund 398 Millionen Franken raubkopiert – so viel wie nie zuvor. Dies sind Ergebnisse der aktuellen BSA-Studie in Zusammenarbeit mit den Marktforschungsfirmen IDC und Ipsos.
Dabei sind Schweizer Anwender mehrheitlich auf der Seite der Software-Entwickler und für den Schutz der Rechte am geistigen Eigentum: Der aktuellen Ipsos-Studie zufolge stimmen 65 Prozent der Befragten zu, dass Entwickler für ihre Arbeit bezahlt werden sollten. Eine starke Mehrheit ist zudem von den Vorteilen geistiger Eigentumsrechte und ihrer wirtschaftlichen Folgen überzeugt: 54 Prozent geben an, dass sie die heimische Wirtschaft fördern, 51 Prozent sind der Meinung, dass sie Arbeitsplätze schaffen.
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Oft führt Unwissenheit zu illegalem Handeln: PC-User ...

Oft führt Unwissenheit zu illegalem Handeln: PC-User in der Schweiz haben ein gemischtes Verständnis davon, welche Bezugsquellen von Software legal und welche illegal sind. Die zweifelhafte Rechtmässigkeit von Programmen, die über Peer-to-Peer-Netzwerke heruntergeladen werden, verstehen zum Beispiel nicht alle der Befragten: 14 Prozent halten sie für legal.
Wenig klar sind sich die Anwender auch bezüglich der Rechtmässigkeit privater Mehrfachinstallationen eines gekauften Programms. 69 Prozent halten dies generell für legal. Tatsächlich hängt dies aber von der Zustimmung des Herstellers und den Lizenzbedingungen ab.
Im Vergleich zu anderen Ländern sind Schweizer PC-User durchaus ehrlich. In der EU stagniert der Anteil unlizenzierter Software bei 35 Prozent, der Wert stieg von umgerechnet 8,3 auf umgerechnet 10,1 Milliarden Euro. Der grösste Schaden für die Software-Industrie innerhalb der EU entsteht in Frankreich: Hier liegt die Piraterierate bei 39 Prozent, was einem Wert von 1,9 Milliarden Euro entspricht. Weltweit liegen die USA (20 Prozent, 9,5 Milliarden US-Dollar), China (78 Prozent, 7,8 Milliarden US-Dollar) und Russland (65 Prozent, 2,8 Milliarden US-Dollar) an der Spitze, was das Volumen der Raubkopien angeht.



Kommentare
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Juerg Schwarz
12.05.2011
Wundert mich kein bisschen. Die Situation wird sich auch kaum bessern. Warum? In der Schule (Grundschule?) wird heute immer noch aussschliesslich proprietäre Software eingesetzt. Die mag ja bezahlt sein. Dann kommen die Kids nach Hause und MÜSSEN! gezwungenermassen dieselbe Software benutzen. Solange sich da nichts ändert wird das auch so bleiben.

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Maxtech
12.05.2011
In der Ukraine soll die Piraterierate über 80% sein. Die ist wahrscheinlich noch höher und der Staat macht nichts. Ein Rätsel bleibt wie das mit den Registrierungsschlüssel funktioniert um eine Software frei zu schalten.

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losalamos
12.05.2011
was ist es denn? also vor allem handelt es sich bei den raubkopien um spiele und nicht etwa um home office software. natürlich wird auch adobe photoshop gerne mal kopiert. oder ein MS office, obwohl das jetzt schon so billig ist, dass bald der DVD rohling schon teurer käme :D ich bin immer der meinung, dass man windows kaufen soll (was ja beim pc schon dabei ist) und jedes jahr ca. fr. 35.- in eine internet security suite stecken muss (und nein, die kostenlosen lösungen sind keine lösungen...also für mich schon, weil sie umsatz bringen :D ). alles andere gibt es kostenlos und zwar heutzutage in einer qualität die gegenüber den kommerziellen produkten in nichts nachsteht. auch die optik der allermeisten freeware/opensource produkte ist absolut zeitgemäss. ich persönlich bin ein überzeugter vertreter der opensource und freeware gemeinde. auf meinen pc's sind keine raubkopien und abgesehen von dem erwähnten betriebssystem und der security suite ist alles kostenlos. von libreoffice über gimp, scribus, inkscape, firefox, thunderbird, ccleaner, defraggler, irfanfview, xpcdburner bis zu lightworks womit in hollywood filme geschnitten werden, ist alles kostenlos als alternative zu den kommerz produkten erhältlich. sogar die doofen angry birds gibts kostenlos für pc :D ich bin seit jahren an keine grenze gestossen an der ich hätte sagen müssen ich brauche jetzt ein kommerzielles produkt. alles was ich von microsoft hatte, habe ich verschenkt vor vier jahren. zum schluss möchte ich sagen, dass diese raubkopien für die unternehmen kein allzu grosses übel sind, wie das immer wieder gerne propagiert wird. das ganze hat nämlich einen werbeffekt. besonders bei jungen die gerne kopieren. wenn ein 15 jähriger heute eine raubkopie von office hat, wird er in ein paar jahren eine legale kopie kaufen. das gilt auch für spiele, den je mehr davon im umlauf sind desto höher ist der werbeeffekt. und desto mehr kaufen sich auch wieder legale lizenzen. würde eine firma massiv gegen die verbreitung vorgehen und jeden einzelnen verklagen, würde sie sich ins eigene fleisch schneiden. und wer sich jetzt kein spiel für 100.- leisten kann, der kann es sich auch nicht leisten wenn es einem hersteller tatsächlich gelingen würde alle raubkopien zu verhindern. somit würde das "verlorene" geld trotzdem nicht in die kassen gespült.... es ist irgendwie ein notwendiges übel...

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Katana
12.05.2011
Leider fehlt das Rechtsverständnis bei vielen User gänzlich. Eine Software die ein paar hundert oder tausend Franken kostet illegal zu nutzen ist schlicht und einach Diebstahl. Die vermeintlich gesetzestreuen User gehen ja auch nicht im Obi eine Bohrmaschine klauen, nur weil sie die Ausgabe reut. Noch bedenklicher ist es, dass es viele Freelancer gibt die mit geklauter Software Geld verdienen. Ich investiere jedes Jahr ein nettes Sümmchen für Software und Updates und finde es stossen, wenn andere mit Raubkopien unterwegs sind.

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sipa
12.05.2011
Software ? Ich kann das den Usern nicht verdenken, dass man mal eine Raubkopie gebraucht. Die meisten Programme sind ja wirklich Schrott und vor allem strozen diese von Fehlern. Führend ist dabei sicher MS. In der guten alten DOS Zeit konnte man noch reklamieren und bekam sogar das Geld zurück bei Fehlern. Heute ist es doch so, dass man für die Fehler noch bezahlen muss.

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Gaby Salvisberg
12.05.2011
Ich kann das den Usern nicht verdenken, dass man mal eine Raubkopie gebraucht. Die meisten Programme sind ja wirklich Schrott und vor allem strozen diese von Fehlern. Und weil sie "Schrott" sind, muss man sie trotzdem haben? Ich würde keine Software freiwillig installieren, die ich für "Schrott" halte; egal, ob $-Ware, Freeware oder Open-Source-Software. Herzliche Grüsse Gaby

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roblu
12.05.2011
In der guten alten DOS Zeit konnte man noch reklamieren und bekam sogar das Geld zurück bei Fehlern. Heute ist es doch so, dass man für die Fehler noch bezahlen muss. Vielleicht bekommst Du von jemandem noch einen alten 386er PC mit DOS und Windows 1.0 dann bist Du wieder in der guten alten Zeit allerdings ohne Internet usw.:D Spass beiseite ein Windows7 Home Premium kostet Fr.113.- dazu noch das MS Office Home and Student mit Word, Excel und PP Fr.129.90:3=Fr.43.30 Somit kostet eine legale Software Fr.156.30 und schon kann man mit dem PC arbeiten:cool: Raubkopie für was?

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ipool
12.05.2011
Vielleicht bekommst Du von jemandem noch einen alten 386er PC mit DOS und Windows 1.0 dann bist Du wieder in der guten alten Zeit allerdings ohne Internet usw.:D Spass beiseite ein Windows7 Home Premium kostet Fr.113.- dazu noch das MS Office Home and Student mit Word, Excel und PP Fr.129.90:3=Fr.43.30 Somit kostet eine legale Software Fr.156.30 und schon kann man mit dem PC arbeiten:cool: Raubkopie für was? Brauche Ubuntu (Classic finde nämlich Unity nicht so toll) und die ganze Office Geschichte ist dabei. Kostet -.10 für CD Rohling. Absolut Viren-frei. Klar wer spezielle Sachen will, kommt um proprietäre Programme nicht rum. Was ich aber zu Beginn sagen wollte ist, dass sehr viele sogar das OS Hacken und sich dann wundern wenn sie sich ein Erkältung (Virus) holen, oder Lauthals schreien wenn MS das Betriebssystem dann Meckert. Kann bei einem Zombie PC sogar bis zu einer Internetsperre führen. Ich denke jeder soll sich erst mal überlegen was er machen will. Für viele würde tatsächlich ein Ubuntu reichen, wer aber unbedingt die proprietären Programme braucht, soll auch bereit sein zu zahlen.

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cedricsuetterlin
12.05.2011
Problematisch ist es, wie schon erwähnt, wenn in der Schule oder an der Uni ein Programm verwendet wird, das für zu Hause gekauft werden müsste. z.B. Matlab. Auf den Uni-Rechnern vorinstalliert, zu Hause aber nicht. Vergünstigt über die Uni kaufbar, dennoch 100.- Klar gibt es OpenSource Varianten wie Octave, grundsätzlich auch kompatibel. Aber es ist nicht dasselbe! Das gleiche bei GIMP/Photoshop.

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jodelboy
12.05.2011
Gerade in jüngeren Kreisen, bei Schülern oder Lehrlingen, sind die gecrackten Programme doch recht verbreitet. Ich (selber Lehrling) sehe das oft und ich gebe es zu, ich benutze auch selber solche Software. Das finde ich absolut kein Tabuthema. Ich als Lehrling kann mir die Software schlicht und einfach nicht leisten (ausser ich würde PC & alles andere verkaufen) bei einem Monatslohn von ca. 550 Fr./Monat inkl. Abzügen. Windows kaufe ich grundsätzlich immer. Auch Programme, die ich besonders nützlich finde. Dazu zählen auch Games. Ein Photoshop der Schüleredition für 250 Fr. ist für mich einfach zu viel des Guten:mad:. Ich denke nicht, dass ich der einzige bin in diesem Forum, der "illegale" Software benutzt. Meiner Meinung nach bekommen die Softwareschmieden genug Geld von den Firmen, die ihre Software einsetzen. Ausserdem weiss niemand richtig, was jetzt richtig legal und was illegal ist. Man kann jeden Fragen und jeder sagt etwas anderes:confused: Darf man in der Schweiz Software herunterladen? Installieren? Weitergeben?