News 21.04.2008, 09:53 Uhr

Skype hat ausgedient

Während eBay mit dem Verkauf von Skype spekuliert, erwacht die Konkurrenz. «C2Call» läuft ohne Software-Download im Browser.
Früher hiess es «Skypen ohne Ende», doch schon bald könnte Skype ein Ende haben. eBay überlegt derzeit, wie sie den vor drei Jahren erworbenen Internettelefondienst (VoIP) wieder loswird. Angeblich konnte die Lösung nicht entsprechend integriert werden. Die Geschäftsführung von eBay hatte gehofft, dass Skype den Austausch von Käufern und Verkäufern anregen würde.
Während Skype offensichtlich verkauft wird, startet die Konkurrenz voll durch. Seit wenigen Tagen steht C2Call als Beta-Version bereit. Dabei ist Internettelefonie ohne Software-Installation mit Hilfe des Browsers möglich. Dennoch müssen sich C2Call-User registrieren, telefonieren dann aber völlig gratis zu Freunden aller VoIP-Anbieter.
C2Call setzt Java Runtime Environment 5.0 oder höher voraus.


Kommentare

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Flo
21.04.2008
Das wird sich im nächsten Jahr zeigen. Ausserdem ist C2Call erst eine Betaversion.

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pagefault
21.04.2008
naja, Freeware ist halt so ein wahnsinnig lukratives Geschäftsmodell ...

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pagefault
21.04.2008
Sieht man ja gut bei Google und deren Aktienkurs. Klar, die Online Werbung von Google ist kostenlos (und Microsoft will 40 Mia für Yahoo hinblättern, weil sie einen Anfall von Menschenfreundlichkeit haben und unbedingt noch mehr "gratis" Suchdienste anbieten wollen ... ) mehr Info zum Einkommen von Google: http://investor.google.com/fin_data.html

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pagefault
21.04.2008
Die Bilanz besagt doch, dass Google profitabel ist. Zudem gute Wachstumszahlen. Ein lukratives Geschäftsmodell. Keine Chalberei, sozusagen. <seufz> darauf wollte ich auch hinaus - Google hat es verstanden, in seiner Gratis-Suchmaschine Werbung teuer zu verkaufen unter anderem durch "Ranking" bzw Kontext-bezogene Platzierung. (Bemerkung am Rande: Wir Gratis-Google-Benutzer liefern freiwillig die notwendigen Konsumenten-Profile, indem wir fleissig bei Google unsere Wünsche eintippen...) Ganz anders bei Skype: Skype hat zwar ein tolles Gratis-Angebot, hat es aber darüber hinaus nicht verstanden, die Anwender zum Gebrauch der kostenpflichtigen Dienste wie Skype-out zu animieren. Jetzt rechnet selbst: Ein Riesen-Aufwand für den Aufbau der Skype Infrastruktur, aber keine Einnahmen, weil alle Welt nur die Gratis-Dienste nutzt. Wenn nirgends oder nur wenig Geld reinkommt, ist irgendwann einfach Schluss mit gratis. Deshalb meine (ironische) Aussage, dass Freeware so ein tolles Geschäftsmodell sei. Wer nur Gratis-Angebote "verkaufen" kann, bringt es finanziell nicht weit. Jetzt klarer?

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BlackIceDefender
21.04.2008
Skype beruht ja auf Peer to Peer. Das war auch ein Kritikpunkt, da die gleichen Entwickler das notorische Kazaa bauten. So wurde etwa der Wunsch geaeussert, dass Skype den Quellcode der Verschluesselung offenlege. Die Infrastruktur, da Peer to Peer, ist recht minimal. So gibt es nur vier 'Hyperknoten', wo die Benutzerdaten liegen und beim Starten des Programms entsprechende Info und die Koordinaten der benachbarten Peers geholt werden. Eine nicht ganz neue Analyse, wie Skype funktioniert, ist hier: http://www1.cs.columbia.edu/~library/TR-repository/reports/reports-2004/cucs-039-04.pdf Eine weitere Studie hier: http://www.iptps.org/papers-2006/Guha-skype06.pdf und eine Zusammenfassung davon: http://iptps06.cs.ucsb.edu/talks/guha-skype-talk.pdf Aus Sicht von Skype hat sich der Deal schon gelohnt, wenn man beachtet, wieviel Ebay da bezahlt hat. Ich fragte mich immer, wie das mit dem Angebot von Ebay kombiniert werden kann. Da das ganze erstens P2P und zweitens Verschluesselt ist, koennen die Bushianer nicht abhoeren. Meine Erfahrung ist, dass die Gespraeche oft holprig sind. Ein Effekt (lauter, dann leiser, digitales rauschen), der an Raumfluege erinnert... Da das Programm einfach zu holen und zu installieren ist, sendet man einem Geschaeftspartner/Gespraechspartner schnell den Link, statt kostenpflichtige Zusatzdienste (Skype-Out) zu kaufen. Ein simples Handy ist allerdings bedeutend weniger umstaendlich und immer dabei.

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pagefault
21.04.2008
Die Infrastruktur, da Peer to Peer, ist recht minimal. So gibt es nur vier 'Hyperknoten', wo die Benutzerdaten liegen und beim Starten des Programms entsprechende Info und die Koordinaten der benachbarten Peers geholt werden. Schon mal Skype beim Start beobachtet? - Das muntere Teil versucht bei mir aber weit mehr als 4 Webserver zu kontaktieren... Dazu kommt, dass Skype ohne deaktivierte "data execution prevention" nicht laufen mag, eine eindeutige ID des Rechners an die Skype Server übermittelt, jegliche reverse engineering Versuche mit einem Programm-Absturz quittiert und last not least "from the people who brought you kazaa" abstammt. Merke: Wer Skype aktiv am Laufen hat, braucht keinen "Bundestrojaner" mehr. mehr Info: http://www.heise.de/security/Skype-unter-die-Lupe-genommen--/news/meldung/71094

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BlackIceDefender
22.04.2008
Mein Kommentar betreffend Infrastruktur kam daher, dass Du von einem grossen Infrastrukturaufwand gesprochen hast. Skype ist peer to peer. Ich erwaehnte die in einer der Studien erwaehnten Hypernodes als Skype Infrastruktur. die anderen kontaktierten Knoten sind Peers, also andere Benutzer des Programms. Die Entwickler von Skype haben die Technologie fuer 2,6 Milliarden USD an Ebay verkauft. Ein sehr lukrativer Deal fur ein Team von 10 Entwicklern. Die selbe Gruppe hat Kazaa entwickelt. Die beiden Pakete teilen sich Bestandteile...Aus Sicherheitsgruenden schon eine Rote Flagge. Hatte ich ja schon gesagt. Die EADS Studie ist nicht neu und besagt das gleiche wie die aelteren Studien. Allerdings ist, das, was die betreffend Network Obfuscation schreiben, non-sense. Da Skype deren Verschluesselungstechnik nie offenlegte, ist einiges in der EADS Studie gesagte betreffend debugger zweifelhaft. Ach ja, Heise.de ist nur ein Newsaufwaermer. Sicher keine Authoritaet.