Messaging 05.01.2022, 11:11 Uhr

Schweizer Armeeangehörige sollen Threema nutzen

WhatsApp, Signal, Telegram und Co. kommen bei der Schweizer Armee auf die Blacklist. Aus Sicherheitsgründen soll Threema verwendet werden.
Threema Logo
(Quelle: Threema)
Wie der Tages-Anzeiger meldet, sollen Kommandanten und Stabschefs der Schweizer Armee zukünftig ausschliesslich Threema verwenden. Dies sei aus einem Schreiben des Armeestabs hervorgegangen, das dem «Tagi» vorliege. 
Diese Anordnung gelte auch für die dienstliche Kommunikation mit dem privaten Smartphone. Der Grund dafür sei der Datenschutz, wie ein Sprecher der Armee verlauten lässt. Der Schweizer Messenger unterliege im Gegensatz zu den US-Messengern (wie z.B. Signal) nicht dem Cloud Act. Dabei handelt es sich um ein Gesetz, das besagt, dass US-Behörden auf Anfrage Datenzugriff erhalten – auch dann, wenn die Daten ausserhalb der USA gespeichert wurden. Zudem bietet Threema die Möglichkeit, Nachrichten auszutauschen, ohne eine Telefonnummer hinterlegen zu müssen. So würden weniger Personendaten generiert. 
Beim Bund gelange man zunehmend zur Einsicht, dass viele Software-Lösungen nicht den notwendigen Sicherheitsstandards entsprechen. Das soll nun geändert werden. In der Bundesverwaltung wird bereits die Business-Lösung von Threema – Threema Work – verwendet. Die Armee gibt nun die Weisung, die private Threema-Version zu verwenden und erstatte auch die Kosten, die dadurch entstehen (der Download des Schweizer Messengers für Android und iOS kostet einmalig 3 Franken). 
Allerdings werde die Umsetzung nicht einfach, da es bereits eine «Schatten-IT» bei der Armee gäbe – so würden beispielsweise private USB-Sticks und Ähnliches eingesetzt. Derzeit ist für die weitere Verwendung anderer Messenger noch keine Sanktion geplant.
Nach den angekündigten AGB-Änderungen bei WhatsApp erlebte Threema einen Boom. Daraufhin haben die Schweizer Entwickler viele zusätzliche Features in den Messenger eingebaut.



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