Akku-Mythen-Check: Fakt oder Märchen?

Überladen, Zubehörmythen und mehr

Akku nicht überladen

Urteil: Inzwischen kaum mehr eine Gefahr.
Begründung: Es stimmt zwar, dass ein Laden auf 100 Prozent die heutigen Li-Ionen-Akkus ein wenig stresst. Aber ein Überhitzen aufgrund eines «Überfüllens» kommt bei diesen nicht mehr vor.

Bei Nichtgebrauch entfernen

Urteil: Stimmt.
Begründung: Falls Sie zum Beispiel ein Notebook oder eine Kamera länger direkt am Stromnetz betreiben, schont es den Akku, wenn Sie diesen während dieser Zeit aus dem Gerät nehmen. Das ist allerdings nicht bei jedem Gerät möglich.

Nur mit Originalladegerät

Urteil: Stimmt nur bedingt.
Begründung: Bei jedem Gerät, das mit Akku läuft, ist das herstellereigene Ladegerät jeweils das beste. Hier geht es aber weniger darum, dass ein Gerät mit dem falschen Ladegerät kaputtgehen könnte, sondern eher um die Effizienz. Dies liegt daran, dass manche Hersteller ihre eigenen Schnellladefunktionen einbauen. So wird etwa Ihr Android-Smartphone mit dem mitgelieferten Adapter üblicherweise schneller geladen als mit jenem eines anderen Herstellers.
Sofern es sich aber um den gleichen Anschlussstandard handelt (zum Beispiel Micro-USB), dann bekommen Sie die Batterie dennoch voll; es dauert einfach je nach Gerät etwas länger. Das Smartphone oder Notebook wird kaum kaputtgehen.

Akku nie ganz leeren

Urteil: Stimmt – sozusagen.
Begründung: Schon im Abschnitt «Akku nur leer lagern» haben wir das völlige Leeren des Akkus und anschliessende Lagern zum teils gefährlichen Ammenmärchen erklärt. Ein komplett leerer Akku leidet fast zwangsläufig und stellt eine Gefahr dar, sobald es auf die Tiefentladung zugeht.
Dennoch gibts überhaupt keinen Grund zur Panik, wenn Ihre Kamera, Ihr Notebook oder Ihr Smartphone auf die letzten paar Akkustandsprozente zugeht. Wenn das Gerät aufgrund des «leeren» Akkus abschaltet, ist der Akku nämlich nicht wirklich leer. Die Akkuelektronik sorgt dafür, dass Sie den Akku gar nicht wirklich leeren können. Sie sollten ihn in diesem Zustand einfach nicht lange ohne neue Strombetankung lassen.

Akku vor dem Laden leeren

Urteil: Stimmt nicht.
Begründung: Das galt noch für die alten Nickel-Cadmium-Akkus. Bei Li-Ionen-Stromspeichern ist das nicht mehr nötig. Dennoch hilft es den Akkus bzw. der Ladeelektronik, wenn man sie ein- bis zweimal pro Jahr «leert» und danach wieder lädt.

Kalibrieren bei Akkuproblem

Urteil: Stimmt.
Begründung: Lädt Ihr Akku überhaupt nur noch auf 70 oder 80 Prozent? Dann ist nicht unbedingt eine schleichende Abnahme der Ladekapazität schuld, auch eine verpeilte Ladeelektronik kann der Grund sein. Oft hilft es, diese frisch zu kalibrieren. Leeren Sie dazu den Akku, sodass das damit betriebene Gerät abschaltet. Lassen Sie das Gerät anschliessend etwa zwei Stunden in diesem Zustand liegen. Laden Sie den Akku danach in einem einzigen Ladevorgang wieder voll auf.



Kommentare
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reto1975
16.02.2018
Undifferenzierter Artikel Wenn hier Telefon Akkus gemeint sind, dann mag der Artikel halbwegs stimmen - überall dort wo Li-Ion Technologie verbaut ist. Bei Li-Po Akkus sieht das Ganze etwas anders aus. Li-Po's haben heute in Mobiltelefonen in der Regel eine gute Ladeelektronik miteingebaut. Sobald man sich aber in Gebiete begibt, wo Industrieakkus verwendet werden, oder einzelne aufladbare Batterien, gibt es noch vieles mehr zu beachten, als das Beschriebene. Im Modellbau werden heute meistens Li-Po Akkus verwendet. Dabei gibt es ebenfalls Komplettmodule mit fest verbauter Ladeelektronik und einem normalen Netzteil als Stromversorgung (DJI, Mi-Drone). Bei Drohnen von Hubsan, wir ein zweizelliger Li-Po Akku mitgeliefert, zusammen mit einem sehr schlechten Ladegerät, dass die Akkus nicht sauber balanciert lädt, zwei Akkus haben sich bei mir aufgebläht. Ein neues balanciertes Ladegerät hat Abhilfe geleistet. Da Li-Po Akkus auch bei guter Pflege aufblähen, platzen und kurzschliessen können, sollte man die Akkus in einer speziellen Ladetasche laden, welche Feuer- und Hitze hemmend ist. Bei langer Lagerung, entladen gute Ladegeräte die Li-Po Akkus in eine Lagerungsladung, so dass diese weniger Gefahr laufen, sich während der Lagerung aufzublähen. Als Aufbewahrungsbehälter, gibt es Munitionskisten ähnliche Metallkisten. Bei E-Zigis werden heute viele "Selbstwickler" Verdampfer verkauft. Es gibt geregelte Akkuträger, für welche dann der "Akku-Mythen-Check" wohl seine Gültigkeit hat. Sobald sich der Benutzer aber auf ungeregelte Akkuträger einlässt (was durchaus seinen Reiz haben kann), muss der Benutzer sich auch ein wenig mit Elektrik und Elektronik auseinandersetzen. Es kommen Industrieakkus ohne Ladeelektronik zur Anwendung. Der Akkuträger hat weder Lade- noch Entladeelektronik. Wird der Wendel mit zu geringem Widerstand gewickelt, kann ein Kurzschluss dabei entstehen und der Akku kann einem schlimmstenfalls um die Ohren fliegen. Es muss also einerseits ein gutes Ladegerät mit der im Akku fehlenden Elektronik angeschafft werden und die Angaben auf dem Akku müssen beachtet werden, damit man weiss mit welchem Ladestrom für wie lange geladen werden muss. Für die Entladung des Akkus (in diesem Fall das Dampfen von eine E-Zigi), muss festgestellt werden wie schnell sich der Akku entladen darf ohne Schaden zu nehmen. Auf dieser Basis muss dann der Wendel gewickelt werden. Der PC-Tipp Artikel ist in meinen Augen etwas sehr einfach gestrickt. Erfahrungen der letzten Jahre (speziell auch im Mobilfunkbereich) zeigen sehr deutlich, dass Akkus bis heute ein Schwachpunkt im elektrischen mobilen Alltag darstellen und dass man sich mit ein paar Massnahmen und etwas Wissen, vor bösen Überraschungen mindestens teilweise schützen könnte. Explodierende Akkus sind leider kein Mythos.

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Jürgen N.
16.02.2018
Daher bei längerem Gebrauch vielleicht Akku raus, Ich nehme auch immer den Akku aus dem Handy wenn ich länger telefoniere! Ist doch selbstverständlich... Sorry, aber was soll der Unsinn? "Explodierende Akkus sind leider kein Mythos." LiIo Akkus "explodieren" nicht, sie "entzünden" sich wenn ein Fabrikationsfehler vorliegt. Das Ergebnis ist zwar das gleiche, die Wohnung muss total saniert werden. Aber man hat wenigstens ein paar Sekunden Zeit, das Ding zum Fenster raus oder ins Klo zu werfen. Es ist egal, ob dabei der Akku im Gerät oder ausserhalb ist. Auf die wirkliche Ursache hat das keinen Einfluss. Und die Wahrscheinlichkeit, dass das heutzutage passiert ist die gleiche wie ein Sechser im Lotto. Andere Ursache kann das Ladegerät sei. Bei den kleinen Strömen hier aber eher unwahrscheinlich. Im Modellbau kommt so etwas viel eher vor. Dort wird aber auch mit ganz anderen Strömen und Spannungen hantiert. Gruss Jürgen

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PC-Tipp_Leser
22.02.2018
AKKU raus? Sag mir mal einer, wie ich bei meinem Iphone den Akku rausnehme????? Danke

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Gaby Salvisberg
23.02.2018
Sag mir mal einer, wie ich bei meinem Iphone den Akku rausnehme????? Lesen hilft manchmal sehr! Zitat Artikel: "Falls Sie zum Beispiel ein Notebook oder eine Kamera " Wo steht da irgendwas von iPhone? Gruss Gaby

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Masche
23.02.2018
Daher bei längerem Gebrauch vielleicht Akku raus, aber zum arbeiten immer eingebaut lassen. Was ist unter "längerem Gebrauch" ausser "Arbeiten" zu verstehen? Oder ist eher "bei längerem Nichtgebrauch" gemeint? Und was macht man mit einem Desktop, der keinen Akku hat?

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Geoffrey
24.02.2018
Und was macht man mit einem Desktop, der keinen Akku hat? Man sagt, es gibt keine dummen Fragen, oder gibt es etwa doch welche? geoffrey

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Masche
25.02.2018
Man sagt, es gibt keine dummen Fragen, oder gibt es etwa doch welche? Tja, wenn man die Feinheiten einer rhetorischen Frage nicht kennt....

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Charlito
25.02.2018
So leben heute in einer Form der Sklaverei! Wollen wir von jeder Geräte ein Wartungsaufgaben-Liste erstellen? Eventuell einmal pro Monat kalibrieren, mehr nicht! Gruss, Charlito

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Geoffrey
25.02.2018
Tja, wenn man die Feinheiten einer rhetorischen Frage nicht kennt.... Auf eine rhetorische Frage kommt natuerlich eine ebensolche Antwort, ist doch klar. Wir sind nun Quitt, haha geoffrey