News 24.09.2014, 07:56 Uhr

USB Typ-C hat Potenzial, alle Stecker abzulösen

Ende des Kabelwirrwarrs? Der nächste USB-Stecker könnte nicht nur alle Geräte einen, sogar sämtliche Monitorkabel könnten hinfällig werden.
Der nächste USB-Stecker könnte nicht nur alle USB-Mini- und Mikro-Stecker ersetzen – er hätte sogar Potenzial, sämtliche Monitorenkabel abzulösen. Der USB-3.1-Stecker, der voraussichtlich im Verlaufe des nächsten Jahres auf den Markt kommen wird und beidseitig einsteckbar ist, soll mit der Zeit alle bisherigen USB-Stecker ablösen. Das USB-Konsortium hat Anfang Monat seine Spezifikationen zur Weiterentwicklung freigegeben. Somit können andere Organisationen weitere Verwendungsmodi beantragen. Einen solchen alternativen Verwendungmodus hat nun das VESA-Normierungsgremium nachgreicht: Der erste offizielle Alternativmodus für den neuen USB-Stecker wird DisplayPort sein (Video und Audio). Interessant ist in diesem Zusammenhang das plötzliche Umdenken bei der VESA.
Ein Grössenvergleich von Heise.de, die einen Prototyp am IDF14 ausprobiert haben: links der neue C-Stecker, in der Mitte der A-Stecker und rechts der Micro-AB-Stecker von USB 3.0
Quelle: Heise.de

USB Typ-C: mehr Leistung als DisplayPort

Der neue Typ-C-Stecker wäre mit einem «Alternate Mode» in der Lage, 4K-Bildinformationen zu übertragen. Ein Grund für den Entscheid der VESA könnte die Bauweise des neuen USB-C-Steckers sein. Dieser ist deutlich dünner und kleiner als der MiniDisplayPort. Was man in diesem Zusammenhang wissen muss: USB Typ-C wird für Geräte eine Leistungsaufnahme von bis zu 100 Watt ermöglichen. USB 3.1 Typ-C wäre damit etwa 20 Watt leistungsstärker als der bisherige DisplayPort-Standard. Der alternative Modus könne auch mit Adaptern für DisplayPort, HDMI, DVI und VGA genutzt werden, heisst es im VESA-Eintrag.

4K und USB 2.0 über ein Kabel

Erste Implementierungen vom USB-Typ-C «Alternative Mode» werden der VESA zufolge noch auf DisplayPort 1.2a basieren und bis zu 5,4 Gbit/s Bandbreite pro Kanal ermöglichen (USB 3.1 unterstützt maximal 10 Gbit/s). Mit allen vier Kanälen wäre die Ansteuerung eines einzelnen 4K-Bildschirms (4096 x 2160 Pixel) bei 60 Hz möglich. Dank der Flexibilität vom USB-C-Typ könnte später mit dem nächsten DisplayPort-Standard (1.3a) bis zu 8,1 Gbit/s pro Ader für Video durchgeschleust werden. Bei Verwendung aller Kanäle wäre sogar ein 5K-Bildschirm (mit 5120 x 2880 Pixel) nutzbar. Daten könnten über separate Pins weiterhin mit bis zu 480 Mbit/s (USB 2.0) übertragen werden. Bei Verwendung eines einzelnen 4K-Bildschirms stünde die schnellere USB-Datenübertragung mit bis zu 10 Gbit/s (USB 3.1) zur Verfügung.

Wird Thunderbolt hinfällig?

Spannend wird die Frage, ob Apple mit der Zeit Thunderbolt fallen lassen könnte. Denn für das hauseigene Thunderbolt ist nach wie vor ein wesentlich breiterer Stecker erforderlich. Craig Wiley, der Senior Director of Marketing der VESA schreibt dazu: «Der DisplayPort-Standard wurde zu einem wichtigen Bestandteil anderer drahtgebundenen Schnittstellen – wie DisplayPort.» Die Möglichkeit, die USB-Typ-C-Spezifikation als alternativen DisplayPort-Modus zu nutzen, treibe die «Vision» zu neuen High-Performance-Videoschnittstellen» voran, hält die VESA fest.
Die VESA hat mit dem von AMD erfundenen DockPort bereits eine Mitnutzung von USB-Datenübertragung auf unbelegten Kanälen vorgesehen und erst kürzlich den neuen DisplayPort-Standard 1.3 entsprechend näher spezifiziert.

Autor(in) Simon Gröflin



Kommentare

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PC-John
26.09.2014
USB Typ-C: mehr Leistung als DisplayPort Der neue Typ-C-Stecker wäre mit einem «Alternate Mode» in der Lage, 4K-Bildinformationen zu übertragen. Ein Grund für den Entscheid der VESA könnte die Bauweise des neuen USB-C-Steckers sein. Dieser ist deutlich dünner und kleiner als der MiniDisplayPort. Was man in diesem Zusammenhang wissen muss: USB Typ-C wird für Geräte eine Leistungsaufnahme von bis zu 100 Watt ermöglichen. USB 3.1 Typ-C wäre damit etwa 20 Watt leistungsstärker als der bisherige DisplayPort-Standard ... Aua, das tut aber weh! Bei Display-Port entnehme ich die Angaben von: http://de.wikipedia.org/wiki/DisplayPort Währenddem ich beim Display eine Speisespannung von 12 VDC vermute, ist sie bei USB nur 5 Volt. Um auf die 100 Watt zu kommen, wären da 20 Amp. notwendig! Und das braucht einen mindestens 10-mal grösseren Stecker, inkl. ein entsprechend dickes Kabel. So ist die Interpretation von USB 3.1-C schon ziemlich fragwürdig. PC-John

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Pagnol
26.09.2014
Um auf die 100 Watt zu kommen, wären da 20 Amp. notwendig! Die 100 Watt beziehen sich auf 20 Volt. Das wären dann moderate 5 Ampère. Damit sollen dann auch Notebook-Akkus geladen werden können. (Hab ich so gelesen. Die Quelle hab ich leider gerade nicht mehr präsent.)

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PC-John
26.09.2014
Die 100 Watt beziehen sich auf 20 Volt. Das wären dann moderate 5 Ampère. Damit sollen dann auch Notebook-Akkus geladen werden können. (Hab ich so gelesen. Die Quelle hab ich leider gerade nicht mehr präsent.) Und das alles auf einem USB 3.1-C Stecker? Wenn da etwas Falsches eingesteckt würde? Selbst 5 Amp. auf einem solch kleinen Stecker sind riesig viel. Doch warten wir es aber ab, wir sind ja bloss Konsumenten, und tragen zumindest keine Konstruktionsverantwortung. PC-John