Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 4 Min.

So fotografieren Sie die (partielle) Sonnenfinsternis

Zum ersten Mal seit sechs Jahren ist am Donnerstag um 11:15 Uhr wieder eine partielle Sonnenfinsternis über Mitteleuropa zu sehen. Mit diesen Tricks klappt es mit dem Foto und Ihre Augen bleiben heil.
PcTipp
PcTipp
© Quelle: PCtipp.ch

Eine Sonnenfinsternis ist nicht gerade ein alltägliches Ereignis. Das letzte Mal war es am 20. März 2015 so weit, als in weiten Teilen Europas eine Sonnenfinsternis stattfand. Entsprechend stürzen sich Fotografen auf diese Gelegenheit und reisen teilweise viele hundert Kilometer an den perfekten Platz. Im deutschsprachigen Raum wurde 2015 die norddeutsche Insel Sylt von Fotografen überrannt.

Heuer wird der Mond in Norddeutschland rund 20 Prozent der Sonnenscheibe bedecken, in Süddeutschland sind es nur sechs Prozent, in Österreich und der Schweiz noch etwas weniger, schrieb die Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien (GDP) und die Vereinigung der Sternfreunde (VdS) in einer gemeinsamen Mitteilung. Deren Livestream finden Sie übrigens über unseren Webtipp. Los gehts um 11:15 Uhr.

Doch wie fotografiert man eine Sonnenfinsternis? Und wie schützt man dabei Augen und Ausrüstung?

Filter. Filter. Filter.

Das Wichtigste gleich vorneweg: Verwenden Sie einen Graufilter mit einer Dichte von 5 (ND-5). Dazu können Sie sowohl professionelle Kamerafilter verwenden als auch selbst einen Filter basteln.

Ohne Filter kann die direkte Sonne schwere Schäden an Ihren Augen und an Ihrer Ausrüstung anrichten. Ein häufiger Irrglaube ist es, dass aufgrund der kurzen Belichtungszeit kaum Schäden am Sensor passieren können. Das ist aus zwei Gründen falsch.

Erstens sollten Sie beim Fotografieren in die Sonne niemals durch den (optischen) Sucher blicken, sondern im Live-View-Modus oder mit einem digitalen Sucher arbeiten. Somit wird aber der Sensor dauerhaft belichtet und kann somit durch die Sonnenstrahlung beschädigt werden. Zweitens: Der Sensor ist nicht der einzige Teil der Kamera, der beschädigt werden kann. Gerade bei längeren Brennweiten erhitzt sich das Objektiv in der direkten Sonne schnell. Das kann zu Rissen in den einzelnen Linsen und im schlimmsten Fall zu zersplitterten Glasschichten führen. In der Hitze kann sich zudem die Verklebung des Spiegels einer DSLR lösen.

Achtung: Im Internet kursieren diverse Alternativen zu ND-Filtern und -Folien, die jedoch nicht sicher sind. Es ist nicht ratsam, die Sonnenfinsternis durch eine DVD oder Filmnegative anzusehen. Diese «Hausmittel» schützen nicht ausreichend vor Infrarot- und Ultraviolettstrahlung.

Objektiv und Motivwahl

Je grösser Sie die Sonne im Bild haben möchten, desto länger muss Ihre Brennweite sein. Ganz einfach. Für grössere Aufnahmen der Sonne sind Brennweiten ab 300 mm passend. Mit dem Smartphone sind Sie hier chancenlos.

Grundsätzlich gibt es zwei Grundkompositionen, die bei einer Sonnenfinsternis besonders Sinn machen: Die verdunkelte Sonne an sich, oder die Sonne im Kontext der Landschaft. Beim zweiten Sujet liegt die Schwierigkeit besonders darin, die grossen Helligkeitsunterschiede zwischen der Sonne und der Landschaft zu korrigieren. Eine einfache Methode ist es, die Balance komplett aus dem Fenster zu werfen und eher dunkel zu belichten. Die Silhouetten einer Landschaft vor einer Sonnenfinsternis geben meistens spektakuläre Bilder ab.

Ein weiteres Hindernis ist es, die Sonne in den Kontext einer Landschaft einbinden zu können. Gut dafür eignen sich steile Hänge, Berge und Bäume. Glücklicherweise gibt es davon hierzulande genug. In der Stadt können auch Gebäude und andere grosse Konstruktionen einen Referenzpunkt geben.

Sollten Sie nicht über die nötige Ausrüstung verfügen, machen Sie aus der Not eine Tugend und drehen Sie sich um. Fotografierende Menschenscharen auf einem Hügel geben auch ein gutes Sujet ab.

Einstellungen

Trotz des Lichtverlusts durch den ND-Filter können Sie bei Grossaufnahmen der Sonne mit relativ kurzen Belichtungszeiten arbeiten. Ein Stativ ist dennoch empfehlenswert, nur schon wegen des Gewichts eines Teleobjektivs. Stellen Sie die Kamera komplett auf manuelle Einstellungen (M). Die automatischen Modi können mit den speziellen Lichtverhältnissen einer Sonnenfinsternis nichts anfangen. Fokussieren Sie manuell auf unendliche Distanz. Eine Blendenöffnung zwischen ƒ/8 und ƒ/13 ist sinnvoll.

Je nach Belichtungszeit lassen sich weitere Lichtphänomene sichtbar machen. Kürzere Belichtungszeiten wie 1/125 können Protuberanzen (Materieströme auf der Sonne) sichtbar machen. Dafür benötigen Sie jedoch sehr lange Brennweiten. Längere Belichtungszeiten verstärken die Korona, den grauen Schleier um die Sonne.

(Dieser Artikel erschien erstmals im März 2015 und wurde am 10. Juni 2021 aktualisiert.)

Kommentare

Fotografie Kameras Software & Tools
Anzeige
Anzeige

Neueste Beiträge

Computerworld Ausgabe 3/2026
Die Top-500 der Computerworld mit den stärksten ICT-Firmen und Branchen der Schweiz
Mit dem Ranking der 500 stärksten Schweizer ICT-Unternehmen, umfassenden Markt- und Spartenanalysen, fundierten Expertenmeinungen und aktuellen Interviews macht die neue Computerworld Ausgabe «TOP 500» die Branche transparent. 
2 Minuten
Huawei zeigt die nächste Generation seines Doppel-Falters
Huawei hat mit dem Mate XT2 in China die zweite Generation seines Falt-Smartphones mit dem zu beiden Seiten ausfaltbaren Riesen-Display präsentiert. Gegenüber dem Vorgänger hat sich das Konzept geändert.
3 Minuten
10. Sep 2026
Honor bringt drei neue Tablets
Mit drei Modellen geht Honor bei Tablets in die Offensive: Das Pad X9 Max setzt in der Mittelklasse auf Multimedia, während das Pad 20 und die leistungsstärkere Pro-Variante auch professionelle Anwender ansprechen sollen.
3 Minuten
10. Sep 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Sicherheits-Tipps
Die QR-Code-Falle
Selbst harmlose QR-Codes in Restaurants oder auf Parkuhren können gefährlich sein. Denn Gauner nutzen diese für sogennantes Quishing aus. Wir erklären Ihnen, was hinter dieser Betrugsmasche steckt und wie Sie sich dagegen schützen.
1 Minute
31. Aug 2026
Software-Tipps
Gratis Microsoft-Tools
Microsoft hat nicht nur teure Kauf-Software in seinem Portfolio. Das Unternehmen bietet auch zahlreiche, teils hervorragende Gratisprogramme an, die Sie sofort nutzen dürfen. Der PCtipp stellt Ihnen die besten vor.
8 Minuten
19. Aug 2026
Archive.org
Internet Archive: die besten Tools und Games
Die Non-Profit-Organisation Internet Archive ist eine gemeinnützige Bibliothek mit Millionen kostenloser Bücher, Filmen, Software, Musik, Websites. PCtipp hat Ihnen eine Übersicht zusammengestellt.
2 Minuten
31. Aug 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Kommentare