Tipps & Tricks 03.02.2015, 08:05 Uhr

Fotopraxis: vom Smartphone zu Lightroom

Mit unserem Workflow werden die neusten Fotos von iPhone & Co. automatisch in Lightroom importiert.
Zugegeben: Lightroom ist kein typisches Werkzeug für Smartphone-Fotografen, denn dazu ist die Software hoffnungslos überqualifiziert. Doch für die Bilder aus der «grossen Kamera» ist das Adobe-Produkt mittlerweile die erste Wahl. Der folgende Arbeitsablauf hilft, die beiden Foto-Welten zu vereinen: Fotos vom Smartphone werden ebenfalls in den Lightroom-Katalog aufgenommen. Dort werden sie zusammen mit anderen Bildern überarbeitet und schlussendlich gemeinsam exportiert, wohin auch immer.

Schritt 1: Fotos in die Dropbox

Zuerst müssen die Fotos aus dem Smartphone den Weg auf den heimischen Rechner finden. Dazu verwenden wir den populären (weil unverzichtbaren) Cloud-Dienst Dropbox. Wenn Sie noch kein kostenloses Konto angelegt haben, sollten Sie das gleich unter www.dropbox.com nachholen und die Client-Software auf dem Mac oder PC installieren.
Ausserdem benötigen Sie die kostenlose Dropbox-App für iOS respektive für Android. Beim ersten Start werden Sie gefragt, ob der automatische Kamera-Upload aktiviert werden soll, was Sie bejahen müssen. Falls Sie die App bereits installiert und die Frage verneint haben, aktivieren Sie den Kamera-Upload nachträglich in den App-Einstellungen:
Die Dropbox-App, hier auf dem iPhone
Zu guter Letzt sollten Sie erlauben, dass Dropbox im Hintergrund aktiv bleiben darf. Damit werden die Fotos automatisch auf die Dropbox-Server geladen, wenn Sie nach Hause kommen. Als Zielverzeichnis legt die App den Ordner Camera Uploads innerhalb des Dropbox-Ordners an. Die Synchronisierung lässt sich ausserdem manuell starten, indem die Dropbox-App geöffnet wird.

Schritt 2: Automatischer Import in Lightroom

Damit sind alle Vorbereitungen getroffen. Jetzt geht es darum, die neuen Fotos beim Start von Adobe Lightroom automatisch zu importieren. Beachten Sie, dass der Ordner Camera Uploads für diese Einrichtung leer sein muss, damit er von Lightroom akzeptiert wird. Wenn sich bereits Fotos darin befinden, legen Sie diese vorerst in einen anderen Ordner.
  1. Starten Sie Lightroom auf Ihrem Rechner.
  2. Wählen Sie im Menü Datei unter Automatisch importieren den Befehl Einstellungen für den automatischen Import.
  3. Wählen Sie den Ordner Camera Uploads als überwachte Quelle und entscheiden Sie, in welchem Ordner die Fotos innerhalb von Lightroom gespeichert werden sollen. Ausserdem können Sie festlegen, wie Lightroom beim Import mit den Fotos verfahren werden soll:
Einstellungen für den automatischen Import
Das ist alles. Sobald Lightroom feststellt, dass sich im Ordner Camera Uploads neue Fotos oder Videos befinden, werden diese in diesen Lightroom-Katalog importiert und aus dem Dropbox-Verzeichnis entfernt:
Die automatisch importierten Fotos lassen sich jetzt in die anderen Ordner einsortieren
Mission erfüllt? Nein, da ist noch mehr …
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Gratisspeicher, Apps und Tipps

So kommen Sie zu Gratisspeicher

Ein frisches Dropbox-Konto bietet Ihnen 2 GB kostenlosen Online-Speicher. Mehr Speicher erhalten Sie, wenn Sie Dropbox anderen Personen empfehlen – doch es wird zunehmend schwieriger, jemanden zu finden, der den Dienst noch nicht nutzt. Eine andere Möglichkeit besteht darin, Speicherplatz zu kaufen. Leider gibt es nur die Upgrade-Variante von 1 Terabyte für 9.99 Euro im Monat, was für viele Interessierte übertrieben viel ist.
Die schnellste Möglichkeit, um zu Speicher zu kommen, besteht in der Installation der kostenlosen App Carousel für iOS oder für Android. Die App gehört ebenfalls Dropbox. Laden und verwenden Sie Carousel, damit Ihr kostenloses Speicherkontingent automatisch von 2 GB auf 5 GB erhöht wird. Das Upgrade bleibt auch dann erhalten, wenn Ihnen Carousel nicht zusagt und Sie die App nach dem Speicherupdate wieder löschen.

Alternative Formen des Uploads

Bis jetzt blieb alles in der Dropbox-Familie. Auf dem iPhone bevorzuge ich für den Upload der Fotos jedoch nicht die Dropbox- oder Carousel-App, sondern CameraSync (3 Franken). Die Upload-Funktion der Dropbox-App bleibt hingegen ausgeschaltet.
CameraSync weist einige handfeste Vorteile auf – allen voran die Möglichkeit, Screenshots vom Upload auszuschliessen. Es ist eine Schande, dass Apple diese Option nicht ab Werk bietet, denn diese Abbildungen ruinieren jede Fotosammlung.
PhotoSync bietet sehr viel mehr Optionen für die Synchronisierung mit Dropbox
Durch Geofencing können ausserdem Orte definiert werden, die den automatischen Upload im Hintergrund auslösen. Dieses Kriterium greift zum Beispiel, wenn sich Ihr iPhone mit dem WLAN zuhause verbindet. Jedes Foto lässt sich parallel auf mehrere Server übertragen. Zudem überträgt CameraSync die Original-Dateinamen wie IMG_3471.jpg, während Dropbox jede Datei mit dem Aufnahmedatum bezeichnet, also zum Beispiel 2015-02-02 18.39.59.jpg.

Mehrere Kataloge

Lightroom verwaltet die Fotos in Katalogen. Viele Anwender bekommen davon gar nichts mit, weil sie alle Fotos in denselben Katalog stecken – und das ist auch gut so. Denn Kataloge sind vor allem für Profis interessant, die dadurch Projekte oder Hochzeiten auseinanderhalten. Einen neuen Katalog erstellen Sie, indem Sie im Menü Datei den Befehl Neuer Katalog anwählen.
Der springende Punkt: Die Einstellungen für den automatischen Import gelten nur für den Katalog, der zum Zeitpunkt der Einrichtung aktiv war. Wenn Sie also die Smartphone-Fotos nicht mit den Raw-Dateien aus der grossen Kamera mischen möchten, legen Sie einen neuen Katalog an. Aktivieren Sie den automatischen Import nur für diesen Katalog.
Wenn Sie anschliessend den Katalog mit den Raw-Dateien öffnen, wird sich Lightroom nicht für den Ordner Camera Uploads interessieren. Stattdessen steht es Ihnen frei, einen anderen automatischen Import zu definieren, der sich um die Raw-Bilder kümmert.



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