Setzen, sechs! 11.02.2022, 08:00 Uhr

Test: iPad 9. Gen. (2021)

Es wirkt so unscheinbar, dass man ihm nicht viel zutraut. Doch mit seinem Preis-Leistungsverhältnis hält es die Androiden erfolgreich auf Distanz.
Auf einem iPad 9 wird mit dem Apple Pencil an einer roten Zeichnung gearbeitet
Das iPad 9 bietet alles, was die Schule von einem Tablet abverlangen kann
(Quelle: Apple Inc.)
Das iPad Pro steht an der Spitze der Tablet-Meute und bringt so viel Leistung, dass es kaum mehr adäquat zu beschreiben ist. Doch es gibt Situationen, in denen man gerne ein wenig Leistung gegen einen fetten Rabatt tauschen möchte. Und an dieser Stelle wirft sich das iPad der 9. Generation in Pose: ohne Zusatz wie «light, «Pro», «mini» oder «glutenfrei». Es richtet sich an alle, die nicht zu viel Geld für ein Tablet ausgeben möchten – aber auch nicht auf die Vorzüge von iOS und das ganze Drumherum von Apple verzichten wollen. Doch vor allem für die Schule bringt es ideale Voraussetzungen für wenig Geld mit.

Altbacken oder bewährt?

Die grosse Taste mit der Touch ID wirkt ein wenig aus der Zeit gefallen – und dieser Eindruck setzt sich bei den breiten Rändern fort. Das Display ist im Gegensatz zu den grösseren Modellen nicht laminiert und wer mit dem Pencil oder einem Fingernagel anklopft, hört ein etwas hohles Geräusch, das nicht so sehr nach einer Glasscheibe klingt.
Und damit haben wir die grössten Kritikpunkte auch schon hinter uns.
Das iPad zeigt mehrere Personen im Videochat; links davon liegt ein Paar AirPods
Die Ränder sind breit und die Touch ID augenfällig; aber das können sogar Vorteile sein, etwa, wenn eine Maske getragen werden muss
Quelle: Apple Inc.

Die Kameras

Auch die Kamera ist ein wenig schwächer als im iPad Pro. Sie löst nur mit 8 Mpx auf und dreht maximal Full-HD-Videos mit 30 fps. Davon abgesehen bietet sie eine Menge: Apples herausragende HDR-Funktion, schnelle Serienbilder, einen Bildstabilisator und mehr. Für ein Tablet in dieser Preisklasse ist die Kamera tadellos.
Mehr noch: Sie ist im Gegensatz zur Kamera im iPad Pro flächenbündig verbaut. Nichts kippelt oder verkratzt den Holztisch. Ich würde die deutlich bessere Kamera im iPad Pro sofort gegen dieses abgespeckte Modell tauschen, LiDAR-Scanner inklusive. Denn wenn mir der Sinn nach 4K-Videos mit 60 fps und Dolby Vision HDR steht, nehme ich nicht das iPad zur Hand, sondern das iPhone aus der Tasche.
Der Bildausschnitt zeigt die flächenbündige Kamera auf der Rückseite des iPad 9, das auf einem Holztisch liegt
Die Kratzer auf dem Tisch stammen ganz sicher nicht von dieser Kamera
Quelle: PCtipp.ch
Die vordere «Selfie-Kamera» ist sogar die bessere von beiden. Das zeigt sich bereits bei der Auflösung von 12 Mpx, während das iPad 8 noch mit mickerigen 1,2 Mpx klarkommen musste. Das Sichtfeld beträgt 122 Grad, was auf eine Brennweite von 28 Millimeter hinausläuft – also auf ein deutliches Weitwinkel. Die Verzerrungen, die dabei naturgemäss entstehen können, werden durch Software eindrücklich kompensiert.
Vor allem aber bietet das Weitwinkel genügend Spielraum für die Funktion «Center Stage», die von Apple staubtrocken mit «Folgemodus» übersetzt wird. Sie passt den Ausschnitt in einer fliessenden Bewegung so an, dass die Person stets zentriert wird, auch wenn sie sich frei bewegt – und das wirkt sehr überzeugend.
Und so bietet das neue iPad alles für die neue Notwendigkeit, öfters vor die Kamera zu treten, um einem Videochat abzuhalten – entweder aus dem Home Office oder beim Unterricht zuhause.


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