Tests 09.09.2016, 10:15 Uhr

Test: Asus Zenbook 3

Dünner als ein Laufstegmodel und trotzdem voller Energie. Das Asus Zenbook 3 zeigt eine klare Linie, mit all ihren Vor- und Nachteilen.
Es gibt viele Philosophien, nach denen man einen Laptop bauen kann. Asus hat sich mit dem neuen Zenbook 3 ganz klar auf eine davon eingeschossen: So dünn und leicht wie möglich soll es sein. Bei einer Dicke von 12 mm und einem Gewicht von 950 Gramm könnte man sagen: Ziel erreicht. 5 Sterne. Test fertig. Aber so einfach ist es ja nicht.
Optisch gibt es nicht viel am Zenbook 3 auszusetzen
Für das schlanke Design und das leichte Gewicht musste Asus nämlich einige Kompromisse eingehen. Einige, wie das fehlende optische Laufwerk oder die knapp bemessene Tastatur sind für diese Grössenklasse absolut normal und für die meisten interessierten Nutzer kein Problem. Heikel wird es bei den Anschlüssen. Hier erreicht Asus nämlich nur knapp überhaupt den Plural. Auf der linken Seite gibt es einen 3,5-mm-Anschluss für Audiogeräte, rechts einen Anschluss für USB Type-C. Letzterer wird gleichzeitig für die Stromversorgung verwendet.
Das Konzept ist vom neuen MacBook her bekannt und konnte dort schon nicht alle begeistern. Ein Anschluss für Strom, externe Speicher, Peripherie oder Adapter ist nicht gerade viel. Der von Asus mitgelieferte Adapter hilft nicht besonders weit. Er bietet einen USB-Anschluss für Type-A, einen für Type-C und einen Steckplatz für HDMI. Wer mehr als das braucht, muss sich entsprechende Hubs suchen und Adapter hinter Adapter hängen. Schade ist besonders, dass man das Zenbook 3 nicht aufladen kann, während man den USB-Port verwendet. Bei einer Akkulaufzeit von knapp 7 Stunden kommt man zwar gut eine Weile ohne Kabel aus, aber es trifft einen ja bekanntlich immer im falschen Moment.
Tastatur und Touchpad sind erstaunlich gut für ein so dünnes Gerät, das Display überzeugt leider etwas weniger
Umgehen kann man den Anschlussmangel auch mit seinem eigenen Verhalten. Cloud-Dienste statt USB-Sticks, Bluetooth und Wi-Fi statt Kabel sind mögliche Lösungen. Falls man auf solche Alternativen umsteigen will und kann, lässt sich problemlos damit arbeiten. Vorausgesetzt, man verfügt über eine aktive Internetverbindung und arbeitet mit Menschen zusammen, die ähnlich funktionieren. Sonst ist man schnell wieder beim USB-Stick und flucht über den Steckplatzmangel.
Kaum böse Worte wird man über die Leistung des Zenbook 3 hören. Unser Testmodell kommt mit einem Intel i7-7500U mit zwei Prozessorkernen à 2,7 GHz, unterstützt von 16 GB RAM. Grafische Höchstleistungen kann man von einem Netbook dieser Grösse nicht erwarten, fürs Arbeiten unterwegs reicht der Grafikchip von Intel (HD 620) aber locker aus. Als Nutzspeicher gibt es ein SSD mit 512 GB Gesamtspeicher. Abzüglich Restore Partition und Betriebssystem sind noch rund 430 GB davon verfügbar, unterteilt in eine Datenpartition von 286 GB und ein «Restguthaben» auf der OS-Partition.
In diesen drei Farben ist das Zenbook 3 erhältlich
Nicht durchgehend überzeugend ist das Display. In Sachen Kontrast und Farbtreue ist das Panel an sich sehr gut. Der durchschnittlich gemessene Kontrast liegt bei 590:1 und die maximale Farbabweichung bei soliden 2.9 DeltaE. Abweichungen gibt es besonders im unteren Drittel des Displays. Dort ist auch die Luminanzabweichung mit 10 % am höchsten. Alles kein Problem. Alles aber auch nicht besonders interessant für Personen ohne grafischen Hintergrund.
Dort zählen Werte wie Auflösung und Alltagsnutzen. Bei Ersterem begnügt sich Asus mit 1080p. Bei einem Display mit 12,5 Zoll sind 2K oder 4K ja auch nicht unbedingt nötig. Aber durch die aktuellen Smartphones gewöhnt man sich schnell an hohe PPI-Werte. Entsprechend fällt das Zenbook 3 auch leicht negativ auf. Zudem ist das stark spiegelnde Display zwar hübsch anzusehen, aber nur, wenn man selbst gut aussieht. Bei etwas Sonnenlicht sieht man nämlich mehr von sich selbst als vom Inhalt auf dem Bildschirm. Unnötig für ein Gerät ohne Touchscreen.

Fazit

Asus ist ein ausgesprochen schönes Netbook mit ordentlicher Leistung gelungen. Allerdings lohnt sich das Zenbook 3 nur, wenn man mit den Einschränkungen des einen USB-Ports leben kann. Sonst vergeht einem der Spass relativ schnell. In Sachen reiner Leistung pro Franken schlägt das Zenbook derzeit aber praktisch jeden in der gleichen Kategorie.

Testergebnis

Design, Verarbeitung, Leistung
Ein USB-Anschluss für alles, spiegelndes Display

Details:  Intel Core i7-7500U (2,7 GHz, Zweikern), 16 GB RAM, 512 GB SSD, 12,5-Zoll-Display (1920 x 1080), 1 x USB Type-C, 3,5 mm Audio

Preis:  Fr. 1749.–

Infos: 
www.asus.com

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