Test: Capture One 20

Lohnt sich der Aufstieg?

Nach Capture One Pro 12 kommt Capture One 20. Das «Pro» ist verschwunden und die Nummerierung orientiert sich jetzt an der Jahreszahl. Doch obwohl gleich 7 Generationen übersprungen wurden, halten sich die Neuerungen in Grenzen. Die verbesserte Rauschunterdrückung und der neue Farbeditor sind die herausragenden Merkmale, die allein das Upgrade rechtfertigen können. Die verbesserten Ebenen werden ebenfalls gerne genommen und der Feinschliff an der Oberfläche war überfällig. Doch wer sich bis jetzt mit Capture One Pro arrangierte und der neuen Rauschreduzierung nichts abgewinnt, kann diese Karawane an sich vorbeiziehen lassen – eine gewisse mentale Stärke vorausgesetzt.

Geld: jetzt wird es kompliziert

Doch wenn Sie Capture One 20 kaufen oder aufrüsten möchten, explodieren die Optionen, weil es so viele Bezahlformengibt.
Einmaliger Kauf. Die erste Wahl für Fotografen, die mit Abos nichts am Hut haben. Eine neue, zeitlich unlimitierte Vollversion von Capture One 20 kostet einmalig 326 Franken. Das Upgrade schlägt mit 174 Franken zu Buche.
Abo. Im Abo fahren Sie am günstigsten mit dem Jahresplan, der komplett im Voraus bezahlt wird: 197 Franken. Wenn Sie hingegen die Freiheit suchen, das Abo monatlich zu kündigen, kostet das 27 Franken pro Monat oder 324 Franken pro Jahr.
Vermutlich wird Capture One auch in Zukunft etwa im Jahrestakt aktualisiert. Deshalb kann man es drehen und wenden, wie man will: Wenn Sie gewillt sind, mit Capture One eine langfristige Beziehung einzugehen und immer mit der neusten Version arbeiten möchten, laufen die Kosten etwa auf dasselbe hinaus.
Deshalb ist die Kaufversion wahrscheinlich die bessere Wahl: Die erste Anschaffung ist deutlich teurer. Doch wenn Sie in einem Jahr ein weiteres Upgrade machen, befinden Sie sich etwa in derselben Preisklasse, wie mit dem Abo. Allerdings steht es Ihnen dann frei, Capture One 21 zu überspringen und damit Geld zu sparen.
Diese Rechnung gilt jedoch nicht mehr, wenn PhaseOne in Zukunft neue grosse Funktionen für die Abonnenten einbaut und sie den Käufern der Vollversion bis zur nächsten grossen Versionsnummer vorenthält – so wie es Adobe bereit in der Vergangenheit gemacht hat.
Gratis: Fujifilm und Sony. Aber es geht noch weiter. Wenn Sie mit einer Fujifilm- oder Sony-Kamera fotografieren, finden Sie unter dieser Adresse das kostenlose «Capture One Express». Es bietet viele Funktionen der Vollversion, doch es arbeitet nur mit RAW-Dateien dieser beiden Kamerahersteller zusammen.
Dabei wird auf die Feinheiten der Systeme geachtet. Sowohl bei den RAW-Dateien von Sony als auch von Fujifilm lassen sich die jeweiligen JPEG-Profile anwenden – und das bedeutet im Fall von Fujifilm: unwiderstehliche Farben durch die fast schon legendären Filmsimulationen.
Die Filmsimulationen von Fujifilm und die JPEG-Farben von Sony lassen sich auf die RAW-Dateien übertragen
Quelle: PCtipp / ze
Die Qualität der RAW-Umsetzung unterscheidet sich nicht von der «grossen Version». Das gilt allerdings nicht für den Funktionsumfang. Dieser wurde beschnitten – und natürlich genau dort, wo es wehtut. Genauer: Dieser Version fehlen fast alle Werkzeuge, die die Vollversion so attraktiv machen: die Ebenen, die Korrektur der Hauttöne, die anpassbare Oberfläche, das gediegene Filmkorn … also all die Eigenheiten, die bei Capture One 20 den Kaufreflex auslösen. Eine Tabelle mit der Übersicht finden Sie hier.
Doch nicht gratis. Als wäre das nicht genug, können Fujifilm- und Sony-Fotografen einen Mittelweg beschreiten. Für beide Systeme steht eine Vollversion zur Auswahl, die ausnahmslos jede Funktion beherrscht – aber auch hier nur mit den RAW-Dateien der jeweiligen Kamera zusammenarbeitet. Diese Ausgaben kosten einmalig 141 Franken oder 11 Franken pro Monat. Dieser Preis ist heiss! Aber nur, wenn Sie sicher sind, dass Sie keine RAW-Dateien aus anderen Kameras bearbeiten werden.

Tipp: keine Styles

Auf der Seite mit den Preisen werden Sie zu jedem Angebot eine erweiterte Version sehen, die auch «Styles» umfasst. Dabei handelt es sich um Voreinstellungen, mit denen Sie auf Knopfdruck eine ganz neue Bildstimmung erzeugen können. Diese Styles von Capture One mögen ihre Berechtigung haben, aber die Resultate sind oft ein wenig mau. Auf jeden Fall schiesst Hersteller PhaseOne mit einem Preis von rund 120 Franken über das Ziel hinaus.
Sparen Sie sich das Geld und investieren Sie stattdessen etwa 80 Franken in die hervorragenden Styles von RNI Films. Oder suchen Sie im Web nach «gratis styles capture one» – Sie werden zahlreiche Websites finden, die als Muster ihrer Arbeit oder «einfach so» Styles verschenken.
https://reallyniceimages.com/products/rni-all-films-c1-lite.html


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