Tests 16.01.2009, 10:39 Uhr

Test: Palms «iPhone-Killer» Pre

Unsere US-Kollegen von «PC World» haben das soeben erst vorgestellte Smartphone Palm Pre bereits in die Finger bekommen. Ihr Fazit: Die Hardware ist noch etwas verbesserungswürdig, dafür aber glänzt das neue WebOS.
Als regelrechter «iPhone-Killer» wird das jüngste Smartphone gehandelt. Doch was kann das Palm Pre? Die Kollegen unserer US-Schwesterpublikation «PC World» haben das angebliche Wunderding getestet. Während sie das überarbeitete Betriebssystem WebOS überzeugt hat, sind sie mit der Hardware des Pre nicht restlos zufrieden.
Das Konzept des Pre, eine kleine Tastatur unter dem Bildschirm zu verstauen, ist nach Angaben der Tester eine gute Sache. Zumal das Smartphone aufgeklappt leicht angewinkelt ist und so auch beim Telefonieren eine gute Figur macht.
Slider-Format: Die Tastatur lässt sich verstauen.
Die Standardtastatur (Qwertz) hat griffige Tasten und lässt sich gut bedienen. Allerdings ist die oberste Tastenreihe doch ein bisschen nahe am Bildschirmrand angebracht, sodass die Finger etwas verrenkt werden müssen, um die einzelnen Tasten zu drücken. Palm will aber noch Änderungen am Gehäuse implementieren, sodass dieses Problem bis zum eigentlichen Produktstart behoben werden könnte.
Die eingebaute 3-Megapixel-Kamera ist ebenfalls etwas enttäuschend. Sie hat einen LED-Blitz, aber keinen Zoom. Letzterer ist heute mehr oder weniger standardmässig in viel billigeren Handys dabei. Das Smartphone Pre kennt auch keine Videofunktion. Da die Plattform aber quelloffen ist, bleibt die Hoffnung, dass irgendeine gute Seele eine entsprechende Applikation schreibt.
Ebenfalls eine Enttäuschung ist die Tatsache, dass Pre keine Austauschmöglichkeit für den Speicher bietet. Der Anwender muss also mit den acht vorgegebenen GB haushalten. Immerhin: Über ein USB-Kabel lässt sich das Smartphone an den PC anschliessen, sodass nicht mehr benötigte Files dort zwischengelagert werden können.
Imposantes WebOS
Auch wenn die Icons auf der Oberfläche des Pre nicht so deutlich und schön geraten sind wie jene des iPhones oder von Googles Android: Das mit dem Pre eingeführte Betriebssystem WebOS gehört laut PC World zu den derzeit besten. In Sachen Benutzerfreundlichkeit und Aussehen müssen sich die Konkurrenzsysteme warm anziehen. WebOS macht einen absolut durchdachten Eindruck.


Kommentare

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Juerg Schwarz
16.01.2009
Ist jedes Handy mit Touchscreen ein iPhone Killer? :confused: Nein - aber vielleicht eins mit Linux als Basis.

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maedi100
16.01.2009
Nein - aber vielleicht eins mit Linux als Basis. Wie das iPhone xD Apple <- Linux <- Unix <- MSDOS :D

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BlackIceDefender
16.01.2009
Das ist dann wohl der rekursive beweis, dass Apple am Anfang von Allem war (Ab Mele Condito) und MSDOS die Ultima Causa ist. Nachher war nichts neues und Unix/Linux sind Zwischenstadien.

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Juerg Schwarz
17.01.2009
Wie das iPhone xD Apple <- Linux <- Unix <- MSDOS :D Und der absolute Oberhammer wäre dann wenn man wie beim Google-Handy http://winfuture.de/news-kommentare,44701.html eben auch Debian Linux draufhauen könnte. Ich hätte somit meinen Werkzeuggkoffer in der Hosentasche platz. Ich bin mir sicher, das dauert nicht lange bis das einer hinkriegt. Oder ist das etwa schon dabei???

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Telaran
18.01.2009
Wenn ihr umbedingt Linux auf dem Handy haben wollt: Open Moko Handy benutzen und falls man nicht weiss woher, dann hier vorbei sehen Nur ne Warnung: Ist eher was noch für die Techniker und kein "ich bin ein DAU und will cool sein" Gerät ;) Sollte ich mal die zeit finden und mich wieder mehr mit Linux befassen, dann wird sicher auch dieses Handy gekauft und aufgebohrt :D

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pagefault
18.01.2009
Wenn ihr umbedingt Linux auf dem Handy haben wollt: Danke für den Tipp. Mir geht es aber eigentlich nicht um das Betriebssystem (das ist mir sogar ziemlich egal, solange es nicht auffällt). Wichtig ist mir, dass das Handy zuverlässig funktioniert, dass die Benutzeroberfläche schnell reagiert (sobald ein Betriebssystem "auffällt", stimmt imho etwas nicht - oder hast du dir je Gedanken gemacht, was dein Fernseher für ein Betriebssystem hat?) und dass die für mich wichtigen Applikationen verfügbar sind. Ein Handy kaufen, nur weil Linux drauf ist, würde ich mir nie - was hätte ich für einen Nutzen davon? - Religion praktiziere ich lieber anderweitig ;)

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Gaby Salvisberg
19.01.2009
Ein Handy kaufen, nur weil Linux drauf ist, würde ich mir nie - was hätte ich für einen Nutzen davon? Geht mir auch so. Das HTC-Handy mit Google Android basiert auch auf Linux. Und das war bei unserer Augenscheinnahme sehr weit davon entfernt, einen Blumentopf zu gewinnen. Linux ist kein alleiniges "Kaufargument". Und Windows Mobile ist daher für mich auch nicht das alleinige "Nicht-Kaufargument". Da zählen Akkulaufzeit, grundlegende Softwareausstattung, Bedienung, Geschwindigkeit, Hardwareausstattung, Software-Erweiterbarkeit usw. mit dazu. Übrigens noch etwas zum Thema "iPhone-Killer". Ich wage zu behaupten, dass das iPhone ausschliesslich aufgrund von Apples Multitouch-Bedienoberfläche für Schlagzeilen gesorgt hat. Die Ausstattung ist bestenfalls durchschnittlich. Ein Smartphone, das ich kaufen würde, wäre ein "Treo 650 Killer". Und das ist definitiv die höhere Anforderung *frechgrins* Gaby

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Telaran
19.01.2009
Nur um etwas klar zu stellen. Für mich selber ist die Technik und Austattung ebenfalls ausschlaggebender, als das genutzte Betriebssystem. Ich wollte einfach auf das OpenMoko Konzept hinweisen, weil hier einige ja umbedingt soetwas gesucht haben (ein Handy mit offener Umgebung wo man selber alles manipulieren könnte, was einem beliebt). Ich würde mir so ein Gerät auch nur kaufen, weil ich gerne herumexperimentiere und die Vorstellung gefällt, ein "eigenes Handy" zu besitzen :D Aber eher als Zweitgerät. Thema IPhone, IPhone-Killer, etc. IPhone hat ein durchdachtes Konzept. Das ist das einzige Argument für dieses Gerät. Wie Gaby schon gesagt hat, bietet es technisch kaum was besonderes und auch Inhaltlich lässt es den Kunden weitaus strenger bevormunden, als Windows Mobile Geräte (IPhone App Store und all die Geschichten drum herum). Symbian Handys sind da ein guter Kompromiss, vorallem seit es eine abgespeckte ActiceSync Funktion anbietet (Für Geschäftskunden) IPhone ist halt auch ein Lifestyle. So wie ein Armani Anzug oder die neusten Nike Schuhe. Das Problem vieler Entwickler ist nun, dass Sie versuchen den Erfolg von IPhone nachzueifern. Es ist fast vergleichbar wie mit den Online Rollenspielen, wo viele Entwickler versuchen an World of Warcraft anzuknüpfen. Doch genau hier liegt der Hund begraben. Entweder man macht ein technisch und konzeptionell solides Gerät (Dass aber dann entweder kaum einen Schönheitspreis gewinnen kann oder halt mit Abo noch 900+ kostet) oder ein Produkt für die Masse (Spielerein, Gadgets) dass aber dann am "Statussymbol" des Apple-Symbols verzichten muss und somit ein Handicap hat.

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YCC_Dieli
19.01.2009
Nur um etwas klar zu stellen. (ein Handy mit offener Umgebung wo man selber alles manipulieren könnte, was einem beliebt). . Ist dies nicht der Nachteil eines Win Mobile Handys? Jegliche Registrierungsschlüssel können so verändert werden, dass das Handy sich nur noch so verhält wie es einem beliebt. Und am Schluss meckern alle über Fehlermeldung, weil sie etwas veränderten was halt von eienr Applikation gebraucht werden würde. (So ging auch der calc auf meinem Handy kapput)

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Telaran
19.01.2009
Ist dies nicht der Nachteil eines Win Mobile Handys? Jegliche Registrierungsschlüssel können so verändert werden, dass das Handy sich nur noch so verhält wie es einem beliebt. Ich kann auch ein IPhone "aufbrechen" und dann "beliebige" Software aufspielen. Damit verliere ich aber die Garantie und je nach Software die ich später dann aufspiele, auch Daten. Genau deswegen muss man differenzieren. IPhone ist eigentlich in sich Geschlossen. Eigentlich gibts nur "geprüfte und seriöse" Software im AppStore (Warnung dieser Satz könnte Spuren von Sarkasmus und Ironie beinhalten) und dementsprechend eine "konzeptionell sichere Lösung". Windows Mobile ist in der Hinsicht ähnlich, nur mit dem Unterschied, dass jeder die WinMobile SDK (Entwickler Software) besitzen/benutzen kann und nicht zuerst eine "strenge" Auflage des Herstellers erfüllen müsste. Dazu verwässert sich der Umstand, dass diverse Mobil-Anbieter ihre "eigene Software" zum Smartphone aufspielen (Branding) und das auch inkompatible Sachen anbietet. Windows Mobile ist somit ein "geschlossenes" System, dass aber zuviele Manipulationen ermöglicht. Es ist aber auch zu vergleichen mit einem normalen PC: Wer ständig X Freeware/Shareware und anderes Zeug installiert und deinstalliert, muss sich nicht wundern, wenn irgendwann mal eine Neuinstallation Fällig wird. Android ist ebenfalls ähnlich wie Windows Mobile, nur dass es in sachen Offenheit und Manipulationen weiter geht. Das Betriebssystem ist Offen (also jeder könnte sozusagen am Herz was ändern) und es gibt keine "Qualitätskontroll"-Auflagen, die ein Entwickler erfüllen muss. Symbian kann ich nun wenig was sagen. OpenMoko ist ähnlich wie Android, nur dass es sozusagen die Extreme darstellt. bis auf das GSM Modul werden nur Komponenten verwenden die Quelloffen Steuerbar sind. Treiber, Applikationen... alles ist Quelloffen. Doch hier gibt es (noch) keine wirklich Bedienerfreundliche SDK und ebenfalls mangelt es an Auflagen und Qualitätskontrollen. Es ist halt immer eine Frage der Manipulation und dem Grad, inwiefern es vom Gerät/System gewollt ist. Manche Geräte bauen darauf (und haben dementsprechend einige Schutzmechanismen) und andere wollen es unter allen Umständen verhindern (und reagieren auf kleinste Veränderungen heikel bis aggressiv) Da muss sich das WebOS von Palm noch zeigen. Die Hardwaremängel im Bericht muss man auch mal abwarten, ob diese bis zum Start ausgebügelt werden...