LG G5 im Test: ein fast perfekter Nachfolger

Akkuentnahme im Video-Check

Akkuentnahme auf Knopfdruck

Der unterseitige Button des LG G5 löst den modularen Schacht, von dem sich der Akku entnehmen lässt. Leider sitzt auch hier der Button leicht schräg im Gehäuse. Schliesslich klappt die Entnahme dann aber ohne Würgen. Der 2800-mAh-Akku ist nicht schlecht für heutige Verhältnisse, auch wenn neuere Smartphones schon mit Akkus mit über 3000 mAh aufwarten. 
Aufgeladen wird die Batterie mit dem mitgelieferten Schnellladegerät. Positiv: In weniger als einer halben Stunde ist der Akku wieder zur Hälfte aufgeladen. Der im Power-Button integrierte Fingerabdrucksensor funktioniert zuverlässig, die Entsperrung klappt aber bei einem Nexus 6P schneller. Dicke Zeigefinger werden manchmal ein paar Anläufe mehr brauchen, weil die Berührungsfläche kleiner ausfällt als bei Huaweis Google-Flaggschiff. Auch daran gewöhnt man sich. Eher stören wir uns an einem leichten Klicken der Power-Taste. Etwa so tönten auch die Home Buttons einiger Galaxy-S6-Modelle vom letzten Jahr.

Helles Display mit kleinen Schwächen

LGs altbewährter IPS-Bildschirm mit seinen 2560 x 1440 Pixeln hält auch im G5 Einzug, diesmal etwas nachgeschärft. Das liegt aber nur daran, dass LG die Bilddiagonale um 0,2 Zoll geschrumpft hat. Mit blossem Auge muss man schon sehr genau hinschauen, um Unterschiede zu erkennen. Im Direktvergleich sind ein geringer Helligkeitsunterschied und schärfere Schriften auszumachen. Top: Dank der hohen Auflösung sieht man keine Pixel. Man kann sich nun darüber streiten, ob das Galaxy S7 mit seinem Amoled-Bildschirm die Nase vorn hat. LGs Panel trumpft vor allem mit guten Weisswerten und einer hohen Helligkeit. Bei den Galaxy-Bildschirmen der letzten Jahre fallen vor allem die Farben knackiger und die Schwarzwerte sehr intensiv aus.
Im Vergleich zu Amoled-Displays muss man bei LGs G5-Bildschirm das Haar in der Suppe suchen
Quelle: PCtipp
Was aber nicht sein sollte: Drückt man mit dem Daumen etwas fest in den Bildschirm hinein, bilden sich leichte Schlieren. Auch ist das Display-Glas so flach eingearbeitet, dass sich schon nur bei leicht fettigen Händen schnell trübende Spuren von Fingerabdrücken bilden. Unterm Strich kann LGs neues Display daher nicht ganz mit dem eines Galaxy S7 oder iPhone 6S mithalten. Das geht leider wieder aufs Konto Verarbeitungsqualität. Offenbar muss LG hier noch ein wenig dazulernen, wenn man schon den Schritt zu einem neuen Gehäusematerial wagt.

Schnelles Handy, gute Akkulaufzeit

Man merkt, dass beim G5 ein neuer Achtkern-Snapdragon-820-Prozessor integriert ist. Im AnTuTu-Benchmark zieht das LG G5 alle Register und schafft über 130'000 Punkte. Damit misst sich das neue LG-Telefon mit seinen Artgenossen, auch aus dem Hause Samsung. Performance-seitig gibt es somit nichts auszusetzen. Der Turbolader hat jedoch eine Kehrseite: Tatsächlich wird das Smartphone, sobald es auf Hochtouren kommt, deutlich wärmer als das LG G4 mit seinem sparsamen Sechskerner. Allerdings nur bei sehr anspruchsvoller Leistung, beispielsweise in Spielen. Nur halbwegs sinnvoll ist das neue Always-On-Feature: Die Uhrzeit wird nun immer eingeblendet. Das ist zwar cool, frisst aber im Endeffekt doch wertvolle Akkulaufzeit.
Eher schlecht als recht, der neue Always-On-Bildschirm
Quelle: PCtipp
Glücklicherweise lässt sich das in den Einstellungen wieder abschalten. Im Hellen erweist sich die Zweitanzeige ohnehin als unnütz. Wer viel surft und ständig auf das Smartphone zugreift, spart durchs Deaktivieren dieser Funktion pro Tag mindestens 10 Prozent Energie. Ohne die Standby-Uhr bleiben nach einem zehnstündigen Arbeitstag und drei Stunden Dauer-Surfen noch gut 30 bis 35 Prozent Akkuleistung übrig – etwa gleich viel wie beim G4.
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Autor(in) Simon Gröflin


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