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Gear S3 im Test: Samsungs beste Smartwatch

Auf dem Smartwatch-Terrain haben es die Hersteller zurzeit nicht leicht. Doch Samsungs neuste Smart-Uhr hat einiges zu bieten. Aber wo beginnt die Innovation?

von Simon Gröflin 09.12.2016
Bildergalerie Samsung Gear S3 im Test Samsung Gear S3 im Test 13 Fotos Zoom

Der Smartwatch-Markt ist im Moment angespannt. Glaubt man den Analysten, hat im dritten Quartal nur Apple mit knapp der Hälfte des Marktanteils seine Spitzenposition halten können. Auch Samsung hat es da mit Konkurrenten wie Garmin und Fitbit nicht leicht, während Pebble gerade von Fitbit aufgekauft wird. Das erklärt vielleicht auch, weshalb LG, Huawei & Co. im Moment eine Smartwatch-Pause einlegen und den Markt beobachten. Was kann da Samsung mit seiner neuen «Gear S3»-Smartwatch noch entgegenhalten? Etwa mehr Fitnessfunktionen? Mit der Gear S2 haben die Südkoreaner jedenfalls sehr vieles richtig gemacht. Wir erinnern uns gerne an den filigran verarbeiteten Drehring als zusätzliches Bedienelement, den genauen Pulsmesser und an das gut ausgeleuchtete Display, um nur einige der Top-Eigenschaften des Vorgängers zu nennen. Auf seinem hauseigenen Tizen-Betriebssystem baut der Hersteller weiter auf. Der Vorteil: Samsung kann beliebig neue Funktionen einführen und auf Bedienungselemente wie den präzisen Lünettendrehring setzen. Welche Funktionen sich damit ermöglichen, haben wir Ihnen in der Bilderstrecke (oben rechts) zusammengefasst.

Die Samsung Gear S3 besticht mit dem lichtdurchlässigen Super-Amoled-Display Die Samsung Gear S3 besticht mit dem lichtdurchlässigen Super-Amoled-Display Zoom© sgr / PCtipp

Mechanische Präzision

Die Gear S3, die es in zwei Versionen (Classic und Frontier) ab 450 Franken gibt, ist deutlich grösser als der Vorgänger. Die Outdoor-Version (Frontier), die wir ausprobieren durften, wirkt mit ihrem markigen Gehäuse fast so wuchtig wie eine Tag Heuer Connected. Im direkten Vergleich mit einer schlanken Huawei Watch Classic, empfinden wir das Frontier-Modell aber dann doch nicht so klobig. Beide Uhren sind ungefähr gleich schwer (ca. 63 Gramm) und gross. Für Frauen mit schmalen Handgelenken wohl ein wenig zu gross. Ob Samsung noch eine kleinere Version nachreicht, ist schwierig einzuschätzen, weil viele Verbesserungen durchaus mit dem Grössenvorsprung zusammenfallen. So wurde vor allem der Drehring mechanisch verfeinert. Der flinke Drehschalter ist jetzt noch besser im Edelstahlgehäuse verankert.

Das Standardmodell der neuen Samsung-Uhr lautet auf die Bezeichnung «Gear S3 Classic» Das Standardmodell der neuen Samsung-Uhr lautet auf die Bezeichnung «Gear S3 Classic» Zoom© Samsung

Schweizer Uhren-Ideen

Analoguhren-Fans werden bei diesem Sound zweimal hinhören: Das kaum hörbare Klicken beim Drehen vermittelt die Dezenz einer echten mechanischen Uhr. Da erstaunt es fast, wenn Samsung in der Medienmitteilung schreibt, man habe sich von Uhrenmachern «der ganzen Welt» inspirieren lassen. Das Schweizer «Watch Valley» dürfte einen genauso entscheidenden Einfluss auf die Konzeption gehabt haben. Bekannt ist etwa, dass der Schweizer Hublot-Uhrendesigner Yvan Arpa bei der Entwicklung der neuen Gear-S3-Modelle mitgeholfen hat. Das Standard-Silikon-Armband passt optisch zur Frontier-Fassung. Wer häufig nach Lust und Laune Armbänder wechselt, wird sich am etwas fummeligen Einfädeln der zwei Metallstiftchen stören. Bei der Apple Watch klappt das fast wie auf Knopfdruck.

Der Super-Amoled-Bildschirm der Gear S3 erwies sich als sehr blickwinkelstark Der Super-Amoled-Bildschirm der Gear S3 erwies sich als sehr blickwinkelstark Zoom© sgr / PCtipp

Drehen, reden und wischen

Der Drehring dient weiterhin zur Aufnahme beliebter Widgets wie des Pulsmessers oder Kalenders. Gleichzeitig fungiert die Lünette wieder als Rotationsschalter für die zirkular angeordneten App-Symbole aller Anwendungen, die man rechts unten über die Haupttaste aufruft. Ebenso möglich ist damit das schnelle Aufrufen eingetrudelter Benachrichtigungen. Ein Alleinstellungsmerkmal: Die beiden robusten Tasten an der rechten Seite sind sehr präzise ins Gehäuse eingearbeitet und lottern an keiner Stelle. Bleibt höchstens noch die Frage, ob es wirklich zwei seitliche Bedientasten braucht. Während die untere Taste bei längerem Gedrückthalten die Ausschaltoption oder bei Doppelklick die Samsung-Assistentin S Voice hervorbringt, fungiert der obere Knopf nur als Zurücktaste.

Altbekanntes: Mit einem Knopf gelangt man immer zur Hauptauswahl der wichtigsten Apps Altbekanntes: Mit einem Knopf gelangt man immer zur Hauptauswahl der wichtigsten Apps Zoom© sgr / PCtipp

Zu viele Tasten?

Aber wozu die Zurücktaste? Man gelangt auch mit einer simplen Wischgeste von oben nach unten zum Hauptbildschirm zurück. Zwar ist diese Kritik auf hohem Niveau, hat doch beispielsweise LG die zwei Knöpfe seiner LTE-Uhr Urbane 2nd Edition mit nur zwei Anwendungen belegt und mangels Android-Wear-Optionen gar nichts aus den erweiterten Bedienfunktionen herausholen können. Was wir an den seitlichen Tasten dennoch sehr lobenswert finden: Sie sind so angeordnet, dass man mit der oberen Handfläche wirklich nie damit in Berührung kommt. Die Samsung-Gehilfin, die Sprachbefehle entgegennimmt, kann man übrigens auch mit den Worten «Hey Gear» jederzeit herbeikommandieren, statt zweimal den Knopf zu drücken. Sie macht Fortschritte, plaudert aber nach wie vor nur in Englisch. Wir waren problemlos in der Lage, kurz jemanden aus dem Adressbuch per Sprachbefehl anzurufen.

Auch die seitlichen Bedienknöpfe der Gear S3 sind sehr robust verarbeitet Auch die seitlichen Bedienknöpfe der Gear S3 sind sehr robust verarbeitet Zoom© sgr / PCtipp

Ein Manko gibt es bei der soliden Verarbeitung trotzdem: Die Gear S3 ist nicht zum Schwimmen geeignet. Zwar erfüllt das Gehäuse den IP68-Schutz für eine Tauchtiefe von 1,5 Metern während 30 Minuten. Bei Seifen- und Salzwasser ist aber zu besonderer Vorsicht geraten.

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