Das Windows-XP-Ende naht - mit Gefahren

Microsoft warnt vor möglichen Gefahren, wenn Windows XP nach April 2014 weiterhin genutzt wird. Dann spätestens zieht Microsoft den Support-Stecker für Sicherheitsupdates endgültig. Das hat Folgen.

von Simon Gröflin 19.08.2013
Wer nach April 2014 Windows XP noch nutzen wird, begibt sich in Gefahr Wer nach April 2014 Windows XP noch nutzen wird, begibt sich in Gefahr Zoom Das Ende einer Ära naht. Microsoft wird, wie Tim Rains, ein Microsoft Manager, offiziell in seinem Security Blog erklärt, ab dem 8. April 2014 die Unterstützung für Windows XP (inklusive Service Pack 3) einstellen. Das Prekäre an der Sache: Ab April 2014 wird das altbackene Betriebssystem keine Sicherheits-Updates mehr erhalten. Keine Updates (Hotfixes und dergleichen) legen aber auch so genannte «Zero-Day-Exploits» offen. Angreifer könnten nach jedem von Microsoft veröffentlichten Sicherheitsupdate kurzfristig auf die damit behobenen Sicherheitslücken schliessen und dann Code zu ihrer Ausnutzung auf Systemen entwickeln, die nicht aktualisiert werden.

Solche Lücken können ab April 2014 für Windows XP nie mehr geschlossen werden. Wie Golem.de berichtet, waren zumindest zwischen Juli 2012 und Juli 2013 von mindestens 45 XP-Updates auch etwa 30 Updates gleichzeitig für Windows 7 und Windows 8 relevant. Nach dem 8. April 2014 aber könnten XP-Nutzer nicht mehr auf diesen Vorteil bauen: «Ab dem ersten Monat, in dem Microsoft Sicherheitsupdates für unterstützte Versionen von Windows veröffentlicht, werden Angreifer durch Reverse Engineering dieser Updates die Schwachstellen finden und testen, ob Windows XP die gleichen Schwachstellen aufweist», meint Tim Rains von Microsoft. So ganz nebenbei verweist Rains auch auf den Aspekt der bei Windows XP (nativ) integrierten Sicherheitsfeatures (z. B. Firewall), welche schon unlängst nicht mehr aktuell sind. 

Zwar betrug der Marktanteil von Windows XP im März dieses Jahres immer noch etwa 38 % (und möglicherweise setzen immer noch viele Firmen auf das «altbewährte» XP-Betriebssystem), aber die Warnmeldung von Microsoft ist unverkennbar. Möglicherweise werden aus Redmond noch einige letzte Warnrufe erschallen, bevor Microsoft endgültig den «Sicherheitsstecker» zieht.


    Kommentare

    • Kovu 19.08.2013, 18.05 Uhr

      Die können so viel XP-Support einstellen wie sie wollen. Unsere XP-Rechner haben teilweise seit 2002 keine Updates mehr gesehen, hängen aber auch nicht am Netz. LOL, wir haben sogar noch eine Maschinensteuerung unter Win 98 in Betrieb...

    • Juerg Schwarz 19.08.2013, 18.36 Uhr

      Die können so viel XP-Support einstellen wie sie wollen. Genau. Und von mir aus auch WIN 7 und Win 8 usw.

    • babywhale 19.08.2013, 20.06 Uhr

      Selbst die NSA schreibt ihre Apokalyptischen Warnungen besser als Migrosoft. The End is near, und das, nach dem seit etwa 5 Jahren gesagt wird, dass das pleistozäne Gebilde XP zu entsorgen sei. Aber Halt! Die State-of-The-Art Enterprise-Computing-Firmen a la Selektieren-Anklicken-Warten sind immer noch auf die Architektur und APIs von XP angewiesen (e.g. IE 4(!!!!). Aber wer den grauen Gurus des IT Olymps folgen will, der soll doch. So wie die Lemminge in den Ozean rennen und in den Eisschollen [...]

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