News 19.06.2013, 11:10 Uhr

Neuer eBook-DRM-Schutz?

Forscher an der Technischen Universität Darmstadt sollen einen neuartigen eBook-Kopierschutz entwickelt haben, der noch schnellere Nachverfolgung illegaler Kopien ermöglichen soll. Wird er sich durchsetzen?
Die Forscher nennen es «Text-Wasserzeichen»: Es handelt sich dabei um einen Algorithmus, der bei einem einzelnen Satz im Buch beispielsweise ein Wort geringfügig verändert. Aus dem Satz «Der Staub liess ihn nicht sichtbar aus der Stadt verschwinden.» könnte beispielsweise werden: «Der Staub liess ihn unsichtbar aus der Stadt verschwinden.»
Diese kaum erkennbare, subtile Änderung an einer Stelle im Buch passiere, sobald das gekaufte Produkt an den Kunden gelangt. Die neue Wunderwaffe gegen Buchpiraterie hört auf den kryptischen Namen «SiDiM» und steht für «Sichere Dokumente durch individuelle Markierung». Taucht ein solches Buch in einer Tauschbörse auf, lässt sich maschinell sehr schnell ausfiltern, wer das Werk in die Börse gestellt hat.  
DRM bei eBooks ist an sich nichts Neues. Jedoch können hinterlegte Käuferdaten in Dateien häufig herausgelöscht werden. Bisherige DRM-Verfahren schützen offenbar nicht ausreichend vor Piraterie. Ein anderes Problem bei eBooks ist die im Vergleich zu illegalen Filmdownloads kleinere Dateigrösse, was die Verbreitungschanche zusätzlich erhöht.
Wie diese unsichtbaren Markierungen ganz oder vollständig aussehen können, ist in einem Evaluationsbogen des Fraunhofer Instituts ersichtlich. Damit soll in einem ersten Schritt die Toleranzschwelle der Branchenschaffenden abgeklopft werden mit Antwortmöglichkeiten von «sehr störend» bis «nicht störend».
Da es sich um aktive Eingriffe in die Texte handelt, kann die Evaluation dieses Kopierschutzes noch einige Zeit beanspruchen: Erwartungsgemäss lässt ein Aufschrei in der sensiblen Literaturgemeinde nicht lange auf sich warten.

Autor(in) Simon Gröflin


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