European Digital Identity 04.06.2021, 16:15 Uhr

EU-Kommission präsentiert Details zur digitalen ID

EU-Länder sollen künftig dazu verpflichtet sein, ihren Bürgern einen digitalen Identitätsnachweis zur Verfügung zu stellen. Die EU-Kommission will dafür gemeinsam mit den EU-Staaten die technischen Voraussetzungen bis September 2022 schaffen.
(Quelle: EU)
EU-Bürgerinnen und -Bürger sollen dank der elektronischen Identität etwa einfacher ihr Alter, den Besitz eines Führerscheins oder eines Abschlusses nachweisen können, teilte die Brüsseler Behörde mit. Man habe das Recht dazu, einen solchen Nachweis zu bekommen, sei aber nicht dazu verpflichtet.
Damit kommt die EU-Kommission einem Ersuchen der Staats- und Regierungschefs nach, die sich im Oktober darauf verständigt hatten, das Vorhaben voranzubringen. Konkret könnte so den Angaben zufolge im Ausland einfacher ein Auto angemietet oder ein Bankkonto eröffnet werden, sagte EU-Kommissionsvize Margrethe Vestager. So könnten junge Erwachsene künftig in einer Bar etwa auch nur ihr Alter nachweisen, ohne ihren Wohnort oder andere persönliche Daten preisgeben zu müssen.
«Auch unseren grossen und kleinen europäischen Unternehmen wird die digitale Identität zugutekommen: Sie werden ein breites Spektrum neuer Dienstleistungen anbieten können», sagte EU-Handelskommissar Thierry Breton. Die Daten sollen durch «höchste Sicherheitsniveaus» geschützt werden. Nutzerinnen und Nutzer sollen jederzeit kontrollieren können, welche Daten sie wem zur Verfügung stellen wollen.
Nach Angaben der Kommission können derzeit die Menschen in nur 14 Mitgliedstaaten ihren nationalen elektronischen Identitätsnachweis länderübergreifend nutzen. EU-Kommissionsvize Vestager betonte zudem, dass durch die geplanten neuen Möglichkeiten nicht mehr Daten ausgetauscht würden, als es ohnehin schon analog gemacht würde.
In der Schweiz ist das E-ID-Gesetz im März bekanntlich klar gescheitert. Dass es auch hierzulande eine elektronische Identität braucht, ist jedoch unbestritten. So will der Bundesrat nun rasch eine neue Lösung erarbeiten. Bis Ende Jahr soll das entsprechende Grobkonzept vorliegen, damit dann voraussichtlich im Mai 2022 die Vernehmlassung zum neuen Gesetz eröffnet werden kann, wie der Bundesrat kürzlich mitteilte (PCtipp berichtete).

Autor(in) dpa



Kommentare

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malamba
04.06.2021
"Nutzerinnen und Nutzer sollen jederzeit kontrollieren können, welche Daten sie wem zur Verfügung stellen wollen" Wenn sich schon die Regierungen misstrauen und gegenseitig ausspionieren, ist es sonnenklar, dass BürgerInnen um einiges mehr durch die ID kontrolliert werden und ihre Daten für unzählige Zwecke, ohne ihr Wissen, missbraucht werden. Alles andere ist Augenwischerei. Genau wie, dass es unbestritten sei, dass es eine ID-2020 braucht. Doch, ich und einige andere besorgte und wache Köpfe bestreiten dies, u.a. aus den aufgeführten Gründen.

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karnickel
05.06.2021
@malamba Im zitierten Satz ist wohl "wem" das wichtige Wort. Dass Staat und Betreiber der eID-Infrastruktur sowieso Zugriff auf Deine Identität und die dazu vorliegenden Daten haben ist klar. Die Dritten (also diese "wem") sind weitere Organisationen (wohl auch privat geregelte Firmen, sog. juristische Personen), welchen Deine Daten zusätzlich weitergeleitet werden. Und für diesen Vorgang soll Deine Zustimmung verwendet werden. Brauchen tuts diese elektronische Identität nicht, das stimmt. Sie wird von den Leuten "gebraucht" werden wollen, denen das Hantieren mit Papieren und dem damit verbundenen, tagelangen Warten auf Post im geschäftlichen Zusammenspiel zu lange dauert oder zu kostspielig wird. - Und ja, Du hast Recht. Sobald es diese Möglichkeiten gibt, wird zunehmends diese analoge Beziehung nicht mehr angeboten werden. Das ist eigentlich das Einzige, was mir selber hier fehlt. Die neuen Gesetze sichern leider niemals das Papier als Rückfallebene ab und regeln dort auch keine Konstenstruktur. Das ist sehr schade.

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malamba
05.06.2021
Wem- werden die Daten weitergeleitet .......ist das eine. Was mit diesen genau gemacht werden kann und wird steht jedoch nirgens. Einmal funktionierende System soweit erodieren zu lassen und daraus neue Geschäftsmodelle zu generieren hat leider Tradition und wir als hochgeschätzte "Kunde" sehen uns mit Tatsachen konfrontiert, von denen der Anbieter unverfroren behauptet dass der Kunde dies so möchte =scheinbare Wahlfreiheit.