Anzeigen-Boykott 29.06.2020, 09:10 Uhr

Unilever, Coca-Cola und Co: 90 Unternehmen stoppen Facebook-Werbung

Facebook und Twitter stehen wegen einer Flut an Hasskommentaren, Propaganda, Spam und Fake News schwer in der Kritik. Ein Werbeboykott soll die Online-Plattformen zu entschlossenerem Handeln drängen.
Bis zum Jahresende will der Konsumgüterriese Unilever keine US-Werbung mehr bei Facebook und seiner Tochter Instagram schalten.
(Quelle: Daniel Reinhardt/dpa
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Aus Protest gegen den Umgang von Facebook mit Hasskommentaren und abwertenden Inhalten in seinen Diensten haben sich mittlerweile Dutzende Unternehmen einem Aufruf zum Werbeboykott angeschlossen.
Die von Bürgerrechtsorganisationen Mitte Juni ins Leben gerufene Initiative #StopHateForProfit führte auf ihrer Webseite am Sonntag in einer Liste gut 90 Unternehmen, die ihre Werbung auf Facebook in den USA erst einmal stoppen. Einige wollen diese Massnahme auch auf die Facebook-Tochter Instagram sowie auf Twitter ausweiten. Facebook will nun stärker gegen Hassnachrichten und Falschmeldungen vorgehen, wie sein Chef Mark Zuckerberg betonte.

Unilever, Honda, Coca-Cola, Hershey

Als grosse Namen kamen seit Freitag unter anderem der Konsumgüterriese Unilever und der Autobauer Honda dazu. Der Getränkeriese Coca-Cola kündigte ebenfalls an, für mindestens 30 Tage auf allen sozialen Plattformen weltweit seine Werbung auszusetzen. Er schliesse sich aber nicht dem Boykott an, betonten Sprecher in diversen US-Medien.
"Es gibt keinen Platz für Rassismus in der Welt und keinen in den Sozialen Medien", sagte Konzernchef James Quincey in einer Mitteilung. Während der Werbepause will Coca Cola nun seine Werbestrategien überprüfen und festlegen, ob Änderungen nötig sind. "Wir erwarten auch mehr Verantwortlichkeit und mehr Transparenz von unseren Social-Media-Partnern", betonte er.
Hershey, einer der weltweit führenden Schokoladenproduzenten, bestätigte der Zeitung "USA Today" am Freitag, sich dem Boykottaufruf anzuschliessen und im Juli keine Anzeigen zu schalten. Zudem wolle das Unternehmen seine Ausgaben für Facebook und die Tochter Instagram für den Rest des Jahres um ein Drittel kürzen.

Autor(in) dpa


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